Carlos Checa: Die Panigale trieb ihn in den Rücktritt

Von Gordon Ritchie
Superbike-WM

Es schien die einzig vernünftige Entscheidung zu sein, nachdem sich Carlos Checa in Istanbul schwere Beckenverletzungen zuzog: Der Spanier beendete seine lange Karriere.

Die Frage, wann er sich für den Rücktritt entschieden habe, war für Carlos Checa gegenüber SPEEDWEEK.com einfach zu beantworten: erst kürzlich. «Es war zu der Zeit, als ich mich entscheiden musste, was ich nächstes Jahr mache. Ich hatte einige Angebote und musste mich entscheiden, ob ich aufhöre oder weiter Rennen fahren will. Ich wollte keine Kompromisse eingehen. Ich wollte mich auch nicht zu etwas zwingen, was sich nicht richtig anfühlt. Ich könnte noch ein weiteres Jahr fahren, ich weiß, dass ich das Talent habe und noch weiß, wie ich gewinnen kann. Ich musste mir die Frage stellen, ob ich auf meinen Instinkt oder auf meinen Verstand höre. In dem Moment hat wohl der Verstand überwogen. In den vergangenen Jahren habe ich manchmal gedacht, ‹ah, das war eine Scheiß-Saison›, oder ich habe mich nach einem neuen Ziel gesehnt – aber diesmal war es anders.»

Die Entscheidung zum Rücktritt wurde einfacher, nachdem er 2011 nach vielen Versuchen endlich die Weltmeisterschaft auf Ducati gewann. «Ich habe eine lange Karriere hinter mir. Nachdem ich den Titel gewonnen hatte, war es, als schloss sich ein Kapitel meines Lebens. Die Weltmeisterschaft war das Letzte, was ich erreichen konnte. Wie eine Promotion. Ich habe immer um den Titel gekämpft, aber immer wieder habe ich Fehler gemacht oder kam an meine Grenzen, jedoch habe ich mich stets verbessert. 2011 dann hatte ich die Möglichkeit den Titel zu holen. Ich war in der Lage, eine perfekte Saison zu fahren. Ich habe nicht die Fehler aus der Vergangenheit gemacht, ich war ein besserer Fahrer. Zudem war es mir möglich, die Rennen, die wichtigen Momente, zu genießen und einfach ich selbst zu sein. All das war für mich eine große Genugtuung.»

Checa: «Die Regeländerungen haben Ducati hart getroffen»

«Dann, im darauffolgenden Jahr, was konnte ich schon tun?», fragte der 41-Jährige. «Alles wiederholen? Natürlich war es ein Leichtes, weiterhin bei Ducati zu bleiben. Wir hatten die richtigen Leute im Team, ich wollte auch bei ihnen bleiben und weiterhin zusammen mit ihnen um den Titel kämpfen. Aber dann kamen die neuen Regeln, die alles andere als gut für Ducati sind. Ich verstehe auch warum, aber dies hat den anderen Herstellern natürlich einen Vorteil verschafft. Mir hat es gelangt. Dann hieß es, es komme die neue Panigale, die sehr wichtig für uns sei. Als ich diese testete musste ich feststellen, dass wir auf keinem guten Level sind. Sie fühlte sich wegen der neuen technischen Regeln einfach nicht gut an. Sie versprachen mir daran zu arbeiten, aber dennoch entschied ich, meine Karriere auf Ducati zu beenden. Es gibt immer eine Absicht und eine Entscheidung. Ich setze mir immer ein Ziel in den Kopf, weil ich meine Zukunft nicht zu lange im Voraus planen will. Eine Absicht gibt es immer. Meine Absicht war mehr eine Idee. Die Idee, mit Ducati zu arbeiten und mit ihnen meine Karriere zu beenden. Dann dachte ich, gut okay, ich werde es auf der Panigale versuchen. Vielleicht können wir erfolgreich sein, womöglich noch nicht dieses Jahr. Mir war klar, dass es sehr schwer wird und es ein junges Projekt ist, aber vielleicht ist es eine gute Chance für 2014. Falls ich keinen Fortschritt sehe, höre ich auf. Das war meine Absicht, nicht meine Entscheidung.»

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