24h Le Mans: Endlich der große Triumph für Toyota

Von Oliver Müller
24h Le Mans

Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Fernando Alonso gewinnen im Toyota TS050 vor ihren Teamkollegen die 24 Stunden von Le Mans 2018. Rebellion schafft es auf das Podium. Doppelsieg für Porsche in der GTE-Kategorie.

Toyota hat es geschafft. Nach endlosen Jahren des Probierens und des Einsteckens von herben Rückschlägen und Niederlagen hat der japanische Hersteller 2018 endlich die 24 Stunden von Le Mans bezwungen. Unter Tränen der Teamführung konnte das Trio Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Fernando Alonso den so lange ersehnten Sieg einfahren. Toyota bot über die 24-Stunden-Distanz eine richtig starke Leistung und dominiert das Geschehen dementsprechend nach Belieben. Lediglich gut anderthalb Stunden vor Ende sah es zunächst nach einem Problem für den Schwesterwagen von Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López aus, als Kobayashi in langsamer Geschwindigkeit um die Strecke schlich, dann jedoch wieder Vollgas gab. Wie sich herausstellte, hatte der Japaner zuvor die Boxeneinfahrt verpasst, und musste im Folgeumlauf Sprit sparen, um nochmals um den 13,626 Kilometer langen 'Circuit de la Sarthe' zu kommen. Die Stewards belegten den Wagen als Folge noch mit zwei zehnsekündigen Stop&Go-Strafen (wegen Überschreitung des Spritlimits bzw. der maximalen Stintlänge von elf Runden). Die ganze Situation kostete Conway/Kobayashi/López letztendlich zwar zwei Runden, nicht jedoch den sicheren zweiten Platz.

Groß war die Freude bei Zieldurchfahrt auch im Lager von Rebellion Racing. Beide R13 konnten die 24-Stunden-Distanz meistern, sodass sich das angloschweizer Team am Ende auf den Positionen drei und vier wiederfand. Mit zwölf Runden Rückstand komplettierte das Trio Gustavo Menezes, Mathias Beche und Thomas Laurent das Podium. Die eigentlich stärker eingeschätzten Mannschaftsgefährten Neel Jani, André Lotterer und Bruno Senna mussten sich eine Runde weiter hinten mit Platz vier zufrieden geben. Die beiden Rebellion hatten immer wieder mit kleineren Problemen zu kämpften. Sie hätten die souveränen Toyota jedoch auch mit einem fehlerfreien Rennen nicht gefährden können. Schlussendlich schafften sie es aber, vor der ganzen LMP2-Meute ins Ziel zu kommen. In der kleinen Prototypen-Klasse ging der Sieg an den Oreca 07 von G-Drive Racing mit Roman Rusinov, Jean-Eric Vergne und Andrea Pizzitola vor dem Alpine A470 von Signatech mit Nicolas Lapierre, André Negrão und Pierre Thiriet.

Auch in der GTE-Kategorie gab es einen Doppelsieg. Hier zeigte sich über das ganze Rennwochenende die Porsche-Truppe als absolut dominant. Und dass dann tatsächlich die beiden im Retro-Look angetretenen 911 RSR die ersten beiden Plätze einfuhren, wird sicherlich auch die Marketingabteilung in Weissach gefreut haben. Michael Christensen, Kévin Estre und Laurens Vanthoor gewannen in der 'rosa Sau' knapp einer Minute vor den Teamkollegen Richard Lietz, Gianmaria Bruni und Frédéric Makowiecki im Rothmans-Auto. Der entscheidende Vorsprung resultierte noch aus der Anfangsphase, als das Trio Glück mit der Ampelschaltung bei einer Safety-Car-Phase und bei einigen Slow-Zone-Situationen hatte. Dadurch, dass die Sieger ein fehlerfreies Rennen fuhren, konnten die ebenfalls tadellosen Mitstreiter über das gesamte Rennen einfach keinen Boden gut machen.

Wie in der LMP1-Klasse gingen auch in der GTE-Kategorie die Plätze drei und vier an dasselbe Fahrzeug-Modell. Dirk Müller, Joey Hand und Sébastien Bourdais setzten sich im Ford GT vor ihren Teamkollegen Andy Priaulx, Harry Tincknell und Tony Kanaan durch. Die Corvette C7.R von Jan Magnussen, Antonio García und Mike Rockenfeller kam nicht über die fünfte Position hinaus.

Den Sieg in GTE-Am-Kategorie sicherte sich ebenfalls ein 911 RSR. Routinier Christian Ried und die beiden offiziellen Porsche-Nachwuchspiloten Matt Campbell und Julien Andlauer setzten sich im Wagen von Dempsey-Proton Racing vor dem Ferrari 488 GTE von Spirit of Race mit Thomas Flohr, Francesco Castellacci und Giancarlo Fisichella durch. Hier das gesamte Ergebnis der 86. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans.


siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Ferrari und Sebastian Vettel: Vertrauen verloren

Mathias Brunner
​Es wird 2021 keine sechste gemeinsame Saison geben mit Ferrari und Sebastian Vettel: Auf den ersten Blick geht’s ums Geld. Aber der tiefergehende Grund dürfte sein – das gegenseitige Vertrauen ist weg.
» weiterlesen
 

TV-Programm

Mo. 01.06., 18:20, Motorvision TV
Tour European Rally
Mo. 01.06., 18:50, Motorvision TV
Tour European Rally Historic
Mo. 01.06., 19:05, Motorvision TV
Belgian Rally Cahmpionship
Mo. 01.06., 19:15, ServusTV Österreich
Servus Sport aktuell
Mo. 01.06., 19:15, Motorvision TV
Belgian Rally Cahmpionship
Mo. 01.06., 19:40, Motorvision TV
Icelandic Formula Off-Road
Mo. 01.06., 20:15, ORF Sport+
Schätze aus dem ORF-Archiv: "Sportmosaik - Österreich-Schweden in Gelsenkirchen" vom 29.11.1973
Mo. 01.06., 20:15, ORF Sport+
Schätze aus dem ORF-Archiv
Mo. 01.06., 20:55, Motorvision TV
FIM Superenduro World Championship
Mo. 01.06., 21:00, Motorvision TV
Monster Energy AUS-X Open
» zum TV-Programm