Honda bringt eine verbesserte Version des 1,6-Liter-V6-Turbomotors nach Baku. Die Analyse des Motors von Daniil Kvyat aus China hatte ein Problem mit der Qualitätskontrolle bewiesen.
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Die Honda-befeuerten Rennwagen von Red Bull Racing und der Scuderia Toro Rosso fielen bei den Wintertests ins Auge, nicht nur wegen ihrer adretten Lackierung: Sie waren gemessen an anderen Jahren auffallend oft auf der Rennstrecke zu sehen, und sie hielten bei den Top-Speed-Messungen flott mit. Red-Bull-Rennchef Dr. Helmut Marko war sehr zufrieden. "Wir hatten noch nie eine so gute Vorbereitung auf die Saison."
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Dass Honda mehr Power finden würde, daran zweifelten die wenigsten Fachleute im Fahrerlager. Über die Standfestigkeit hingegen setzten viele ein fettes Fragezeichen. Le-Mans-Sieger Marko weiter: "Wir schauen nicht zurück, wir blicken nach vorne, das ist für uns eine neue Ära. Die Partnerschaft mit Honda läuft sehr gut. Wir sprechen hier auch von einer ganz anderen Kultur des Motorpartners, und die passt sehr gut zu unseren Leuten." Der Grazer hat klargemacht: Wenn Honda Verbesserungen am Motor bereit hat, dann werden die zur Rennstrecke gebracht, selbst auf die Gefahr hin, dass im späteren Verlauf der Saison Strafversetzungen fällig werden. Red Bull Racing hat bei allen Rennen 2019 die Autos ins Ziel gebracht und fünf Mal Punkte eingefahren (Max Verstappen drei Mal, Pierre Gasly zwei Mal). Bei Toro Rosso glänzt Alex Albon mit zwei Punktefahrten, Daniil Kvyat kam in Australien unter die Top-Ten. Aber es gab auch Probleme mit den Motoren: In Shanghai wurden der Russe und der Thai-Brite mit dem zweiten Motor auf die Reise geschickt – bei der Antriebseinheit von Kvyat war im Training ein Problem entdeckt worden, bei Albons Crash am Samstagmorgen in China war das Heck zertrümmert worden. Die Analyse von Kvyats Motor förderte gemäss Honda ein Problem mit der Qualitätskontrolle zutage, das ist einer der Gründe, wieso "Spec 2", also die erste Evo-Stufe des 2019er Honda-Motors, schon für Baku freigegeben wird. Hauptgewicht liegt auf der Standfestigkeit, überdies ist der verbesserte Motor etwas kraftvoller. Max Verstappen und Pierre Gasly erhalten beide diese neue Motorversion. Eine moderne Antriebseinheit der Formel 1 ist reglementarisch in sechs Elemente aufgeteilt: – V6-Verbrennungsmotor – Turbolader – MGU-H ("motor generator unit – heat"; der Generator für jene Energie, die beim Turbolader gesammelt wird) – MGU-K ("motor generator unit – kinetic"; der Generator für die kinetische Energie, die beim Bremsen gesammelt wird) – Batterie-Paket – Kontroll-Elektronik Gestattet sind 2019: Drei Verbrennungsmotoren, drei MGU-H, drei Turbolader, aber nur zwei MGU-K, zwei Batterien und zwei Kontroll-Einheiten! Sollte ein Fahrer mehr als diese Elemente benötigen, setzt es eine Strafversetzung, ein weiteres neues Element führt automatisch zum Start am Schluss des Feldes. Ferrari und Mercedes bringen die erste Ausbaustufe ihrer Motoren in der Regel zum siebten WM-Lauf nach Kanada.
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