Für Günther Steiner steht fest: MotoGP wird wachsen, die Formel 1 nicht
Nach der Saison 2026 enden die Verträge zwischen der MotoGP Sports Entertainment Group (früher Dorna) und den Herstellern in der Premiumklasse. Wie Tech3-Boss Günther Steiner die Zukunft beurteilt.
In den kommenden Wochen werden sich sämtliche fünf in der MotoGP antretenden Hersteller Aprilia, Ducati, Honda, KTM und Yamaha zur Königsklasse bekennen und einen neuen Fünfjahresvertrag unterschreiben, beginnend mit 2027. Dann tritt auch das neue technische Regelwerk in Kraft: Der Hubraum wird von 1000 auf 850 ccm gesenkt, die Aerodynamik beschnitten und das höhenverstellbare Fahrwerk verboten. Hinzu kommt, dass Pirelli Michelin als Reifenausrüster ablöst.
Für Günther Steiner ist das
Steiner verrät, wohin der Weg führen soll
«Ich rede normal nicht über Inhalte von Vertragsverhandlungen, dabei kann man nur verlieren», so Steiner beim Treffen mit handverlesenen Journalisten in Buriram. «Allgemein kann ich aber Folgendes verraten: Ich war bei einem Treffen in Kuala Lumpur und wir haben über den neuen Vertrag gesprochen, die Schwingungen sind gut. Wir liegen nicht mehr weit auseinander, MotoGP und die Teams wollen das Gleiche, nämlich den Sport voranbringen. Es ist wie bei jeder geschäftlichen Verbindung von zwei Parteien: Jede will mehr vom anderen. Solange wir den Idealpunkt in der Mitte finden, ist alles gut. Die Gespräche waren gut.»
In der MotoGP gibt es mehr Potenzial als in der Formel 1.günther steiner
«Ich sehe Möglichkeiten, mehr für den Sport zu tun», hielt der 60-jährige Meraner fest. «Bei dem Wort mehr denken viele Leute nur an Wertsteigerung und zusätzliches Geld. Wenn es besser für alle im Sport Eingebundenen wird, weil es mehr zu tun gibt, weil das Interesse steigt, dann ist das schön, deshalb machen wir das. In der MotoGP gibt es diesbezüglich mehr Potenzial als in der Formel 1, sie hat einen Höhepunkt erreicht. Sie wird weiterlaufen, aber abflachen, weil der Level so hoch ist. MotoGP ist die Spitzenklasse auf zwei Rädern, hier arbeiten intelligente Leute und das seit langem.»
Liberty Media wird Grenzen verschieben
Dann baute er die Brücke zum neuen Engagement von Liberty in der MotoGP. «In der Formel 1 waren wir an gewisse Dinge gewöhnt und dachten, dass man es so machen sollte. Dann hat Liberty gepusht und die Grenzen verschoben – hier werden sie dasselbe tun. Einige Leute fragen, ob wir heute in der Formel 1 zu viel Unterhaltung sehen und zu wenig Sport – nein! Denn das Wichtigste während eines Rennwochenendes ist nach wie vor das Rennen, und das wird auch hier so bleiben. Die große Angst in der Formel 1 war, dass sie zu einer Show verkommt, aber dem ist nicht so. Stefano Domenicali ist ein Racer – in jedem Sport muss der Sport das Wichtigste sein. Aber du musst etwas drumherum erschaffen. Was vor 20 Jahren okay war, ist heute nicht mehr genug, nämlich nur ein Rennen anzuschauen. Die Fans wollen mit ihrer Familie kommen, sie möchten Musik, Unterhaltung und ein kulinarisches Angebot. Liberty kommt aus dem amerikanischen Sportmarkt und das ist der beste der Welt. Ich habe dort gewohnt und es erlebt. Genau das werden sie in die MotoGP bringen und die Show größer machen. Ohne sich von der Hauptattraktion am Sonntag – den Rennen – zu entfernen. Auch die Moto2 und Moto3 bieten großartigen Sport.»
Für Verlängerung mit KTM ist es noch zu früh
Bereits im November 2025 betonten KTM und Tech3-Teamchef Richard Coleman, dass es auch nach 2026 gemeinsam weitergehen soll. Doch erst wenn KTM und die MotoGP Sports Entertainment Group ihren neuen Vertrag abgeschlossen haben, kann der nächste Schritt erfolgen. Steiner: «Es ist noch zu früh, aber in einer funktionierenden Partnerschaft will man immer verlängern. Wir sind anders, als es Hervé Poncharal war, sonst hätten wir das Team nicht kaufen brauchen. Wir reden mit KTM und die Idealsituation wäre, mit ihnen weiterzumachen. Wir müssen unseren Weg finden und schauen, was wir und sie erreichen wollen. Gelingt es, einen Mittelweg zu finden, ist das die beste Lösung für beide Parteien. Verträge brauchen Zeit. Ein Stück Papier sagt einiges, erzählt aber nicht die ganze Geschichte.»
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