Kimi Antonelli nach 1. GP-Sieg in China: «Habe meinen Traum verwirklicht»
Mercedes-Talent Kimi Antonelli hat es geschafft. Der Teenager hat auf dem Shanghai International Circuit seinen ersten GP-Sieg eingefahren. Hinter ihm kamen George Russell und Lewis Hamilton ins Ziel.
Am Samstag krönte sich Kimi Antonelli im Qualifying von Shanghai zum jüngsten GP-Polesetter in der Geschichte der Formel 1. Der junge Rennfahrer aus Bologna schaffte es tags darauf, die beste Ausgangslage zu nutzen und sich bei seinem fünften Besuch auf dem GP-Podest seinen ersten GP-Sieg zu sichern. Damit ist der 19-Jährige der zweitjüngste GP-Sieger aller Zeiten.
Antonelli verdrückte nach dem Fallen der Zielflagge Freudentränen und erklärte: «Ich danke meinem Team so sehr, sie haben mir geholfen, meinen Traum zu verwirklichen. Ich fang gleich an zu weinen. Ich habe gestern gesagt, dass ich Italien wieder an die Spitze bringen will. Und heute haben wir das geschafft – auch wenn ich mir am Ende selbst einen Herzinfarkt beschert habe mit dem Verbremser.»
So lief das Rennen:
Vor dem Start des China-GP gab es schlechte Nachrichten für die Williams-Fans: Alex Albon musste das Rennen aus der Boxengasse in Angriff nehmen, weil an der Aufhängung seines GP-Renners gearbeitet wurde, womit die Parc-Fermé-Regeln verletzt wurden. Lange Gesichter gab es auch in den McLaren-Box, denn Lando Norris schaffte es nicht rechtzeitig aus der Box, um sich auf dem sechsten Startplatz einzureihen. Der Grund: Die Elektronik seines MCL40 sorgte für die Verzögerung, die dafür sorgte, dass auch der Brite aus der Boxengasse losfahren musste.
Somit befanden sich nur 20 Autos in der Startaufstellung, wobei Kimi Antonelli die Pole-Position einnehmen durfte. Neben ihm fuhr sein Teamkollege George Russell los, dahinter lauerten die Ferrari-Piloten Lewis Hamilton und Charles Leclerc auf ihre Chance. Oscar Piastri im zweiten McLaren belegte den fünften Startplatz, hinter ihm reihten sich Alpine-Pilot Pierre Gasly und Max Verstappen ein. Isack Hadjar und Ollie Bearman komplettierten die Top-10 der Startaufstellung.
Nico Hülkenberg, der den Q3-Einzug um zwei Tausendstel verpasst hatte, fuhr von Startplatz 11 los. Franco Colapinto, Esteban Ocon, Liam Lawson, Arvid Lindblad, Gabriel Bortoleto, Carlos Sainz, Fernando Alonso, Valtteri Bottas, Lance Stroll und Sergio Pérez folgten auf den weiteren Startplätzen.
Nur 18 Autos beim Start
Für das McLaren-Team kam es noch schlimmer, denn auch Piastri wurde von der Startaufstellung genommen und in die Box geschoben. Bedanken durfte sich der Grossteil des Feldes, nur Antonelli, Russell, Hamilton und Leclerc profitierten nicht vom Fehlen der Papaya-Renner auf der Startaufstellung. Beide Fahrer blieben im Auto sitzen, doch eine Teilnahme wurde mit jeder verstrichenen Minute unwahrscheinlicher.
Offenbar gab es bei den beiden McLaren-Piloten unterschiedliche Probleme. Für Piastri bedeutete dies, dass er auch in China keine Keinen Start konnte auch Gabriel Bortoleto hinlegen, bei ihm wurde ein Hydraulik-Problem als möglicher Ausfallgrund vermutet. Und als wäre das nicht genug, war auch Albon nicht im Rennen dabei, auch bei ihm war die Hydraulik der Grund für den Ausfall.
Die Top-4-Piloten wählten die mittelharte Mischung für den ersten Stint, Auch Gasly fuhr auf den gelb markierten Slicks los, während das Red Bull Racing-Duo Verstappen und Hadjar auf den weichen Reifen losfuhr. Diese Wahl traf nur noch Bottas auf der 19. Startposition. Bearman auf Startplatz 10, Sainz auf der 17. Position und Pérez, der den letzten Startplatz belegte, hatten auch die mittelharten Reifen aufgezogen, alle anderen fuhren auf den harten Reifen los.
Am Ende starteten nur 18 Autos in den zweiten Grand Prix des Jahres. Antonelli kam gut weg, doch Hamilton war noch besser von der Linie und übernahm die Führung. Auf der anderen Seite der Wohlfühlskala lag Verstappen, der auf Platz 14 zurückfiel. Hadjar erging es noch schlechter, er fiel nach einem Duell mit Bearman und einem Dreher ans Ende des Feldes zurück und musste an die Box. Der Franzose hatte Glück im Unglück und konnte nach einem kurzen Stopp weiterfahren.
Pechvogel Max Verstappen
An der Spitze führte Hamilton nicht lange, denn Antonelli zog in der zweiten Runde in der Haarnadel in Führung. Die neue Reihenfolge an der Spitze lautete damit Antonelli vor Hamilton, Russell, Leclerc, Gasly, Colapinto, Lawson, Ocon, Lindblad und Verstappen, der sich bereits in die Punkteränge zurückgekämpft hatte. Sainz, Bearman, Alonso, Hülkenberg, Bottas, Stroll, Pérez und Hadjar folgten auf den weiteren Positionen.
In der vierten Runde zog auch Russell an Hamilton vorbei, womit die beiden Sternfahrer wieder vor den beiden Ferrari-Piloten lagen. Die Regelhüter Nish Shetty, Matthew Selley, Pedro Lamy und Zheng Honghai schauten sich eine Kollision zwischen den beiden Cadillac-Piloten Pérez und Bottas in der dritten Kurve an, sahen aber von einer Strafe ab.
Die Wiederholung der Startaufnahmen zeigte, dass Bearmans schnelle Reaktion eine Kollision mit dem sich drehenden Hadjar verhindert hatte. Das war knapp! Verstappen erwischte einen sehr schlechten Start und erlebte auch in der ersten Kurve eine Schrecksekunde, die viel Zeit kostete. Der vierfache Weltmeister steckte vorerst hinter Lindblad fest, er versuchte, seine weichen Reifen so gut es geht zu schonen.
In Runde 8 machte sich das Red Bull Racing Team in der Garage bereit, Verstappen, während auf der Strecke die beiden Racing-Bulls-Renner zwei Mal die Positionen tauschten. In Runde 10 bogen Lawson und Verstappen an die Box ab, wobei der Red Bull Racing-Star in 3,4 sec abgefertigt wurde, weil das linke Vorderrad klemmte. Kaum war er wieder auf der Bahn, wurde erst die gelbe Flagge gezeigt und dann das Safety-Car auf die Bahn geschickt. Der Grund dafür war Strolls Aston Martin, der wegen eines Batterie-Problems in der ersten Kurve ausrollte. Die Konkurrenten konnte damit ihre Stopps mit deutlich weniger Zeitverlust absolvieren.
Aufholjagd von Max Verstappen
Alle, die auf den harten Reifen losgefahren waren, blieben auf der Bahn, sodass die Reihenfolge durcheinandergewirbelt wurde. Antonelli war hinter Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer immer noch der Leader, dahinter folgten Colapinto, Ocon, Russell, Hamilton, Lindblad, Leclerc, Hülkenberg, Gasly, Bearman, Alonso, Lawson, Verstappen, Sainz, Bottas, Pérez und Hadjar auf den weiteren Rängen.
In Runde 13 bog das Safety-Car wieder ab und beim Restart schaffte es Hamilton an Russell vorbei. Der siebenfache Weltmeister schnappte sich kurz darauf auch Ocon und war damit Dritter. Auch sein Teamkollege Leclerc schaffte es an Russell vorbei und nahm dann Ocon ins Visier. Auch Colapinto war ein leichtes Ziel für Hamilton, der in der 15. Runde vorbeikam. Bald war er an Antonelli dran.
Auch Verstappen war auf dem Vormarsch, er hatte sich bis zur 17. Runde wieder in die Top-10 zurückgekämpft. Der Niederländer kämpfte in der Folge mit den beiden Haas-Piloten und Gasly und schaffte es in Runde 20 am Franzosen vorbei. Bald darauf sicherte sich Verstappen Position 7 mit einem Überholmanöver an Ocon und war bald darauf hinter Colapinto unterwegs, der von Bearman überholt worden war. Der Argentinier war auf 21 Runden alten, harten Reifen unterwegs, und so dauerte es nicht lange, bis Verstappen auch an ihm vorbeikam. Die Rennkommissare schauten sich das Überholmanöver des 71-fachen GP-Siegers an Gasly an, sahen aber von einer Strafe ab.
Hartes und unterhaltsames Ferrari-Duell
In Runde 25 tauschten die beiden Ferrari-Stars die Positionen, wobei es zur Berührung zwischen den beiden Teamkollegen kam, die aber ohne Folgen blieb. Russell wollte die Chance nutzen und an seinem früheren Teamkollegen Vorbeiziehen, doch Hamilton war auf der Innenseite im Vorteil und konnte vorne bleiben. Weiter hinten schnappte sich Hadjar Rookie Lindblad und war damit Zwölfter.
Leclerc und Hamilton sorgten auch in den folgenden Runden für Unterhaltung, schliesslich kam Russell am Rekord-GP-Sieger vorbei, weil dieser seine Batterie-Power aufgebraucht hatte. Zur Rennmitte lautete die Reihenfolge damit Antonelli vor Leclerc, Russell, Hamilton, bearman, Verstappen, Colapinto, Ocon, Gasly, Hülkenberg, Lawson, Hadjar, Sainz, Lindblad, Bottas, Pérez und Alonso. Lindblad legte in der Haarnadel einen Dreher hin und löste eine kurze Gelbphase aus, konnte aber weiterfahren.
Russell klebte am Heck von Leclerc, schaffte es aber zunächst nicht vorbei. Erst am Ende der 29. Runde überholte er den Monegassen. Nur wenige Augenblicke später bog Ocon zu seinem ersten Stopp ab. In Runde 33 gerieten Ocon und Colapinto, der gerade die Boxengasse verlassen hatte, zusammen, was eine kurze Gelbphase auslöste und Ocon eine 10-sec-Zeitstrafe einbrachte. Derweil stellte Alonso seinen GP-Renner wegen Vibrationen an der Box ab.
An der Spitze holte Russell nur langsam auf seinen Teamkollegen an der Spitze auf. Leclerc und Hamilton lieferten sich darunter erneut einen Duell und Hamilton nutzte einen Verbremser seines Stallgefährten, um vorbeizuziehen. Kurz zuvor hatte sich der Brite am Funk über fehlende Power beschwert.
Leclerc und Hamilton wechselten in Runde 40 mehrmals die Positionen, der Kampf der Roten um den letzten Podestplatz. Vor ihnen kämpfte sich Antonelli durch den Verkehr, was Russell näherrücken liess. Doch sobald der 19-Jährige aus Bologna freie Fahrt hatte, wurde der Vorsprung wieder grösser und wuchs auf mehr als sieben Sekunden an.
Bittere Pille für Max Verstappen
Verstappen, der auf der siebten Position auf Punktekurs war, musste seinen GP-Renner and er Box abstellen. Die Onboard-Aufnahme zeigte, dass die ganze Elektronik für einen Moment ausfiel, danach war er im Schleichgang unterwegs und sein Team wies ihn an, den RB22 an die Box zurückzubringen.
In den folgenden Runden wuchs der Vorsprung von Leader Antonelli weiter an, weil sein Teamkollege hinter ihm Probleme mit dem Reifenabbau bekundete. Auch Antonelli hatte Mühe, drei Runden vor dem Ende geriet er in Kurve 14 neben die Piste, konnte aber weiterfahren. Auch Leclercs Reifen waren durch, er lag dreieinhalb Sekunden hinter seinem Teamkollegen auf der vierten Position.
Nach 56 langen Runden schaffte es Kimi Antonelli als Erster ins Ziel. Russell und Hamilton komplettierten das Podest. Der siebenfache Weltmeister schaffte es zum ersten Mal in Rot aufs GP-Podest. Leclerc, Bearman, Gasly, Lawson, Hadjar, Sainz und Colapinto kamen auf den weiteren Top-10-Positionen ins Ziel. Hülkenberg, Lindblad, Bottas, Ocon und Pérez sahen die Zielflagge, gingen aber leer aus.
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