Charles Leclerc/Ferrari über Gefahr in Miami: «Dann bist du nur Passagier»
Charles Leclerc stand beim ersten Miami-GP 2022 auf der Pole-Position und wurde Zweiter, 2024 stand er als Dritter auf dem Miami-Podest. Der Monegasse spricht über das knifflige Fahren im Regen.
Charles Leclerc und Miami, das passt. Der achtfache GP-Sieger mag die Metropole in Florida, den besonderen Vibe dieser Stadt, und er ist auf dieser Bahn sauschnell – Pole-Position 2022, schon zwei Mal auf dem GP-Podest, als Zweiter 2022 und als Dritter 2024.
Ferrari hat für das erste von drei Rennen auf US-amerikanischem Boden (neben Austin/Texas und Las Vegas/Nevada) tüchtig nachgelegt, und die Tifosi drücken fest die Daumen, dass dies reicht, um die Mercedes in Bedrängnis zu bringen.
Leclerc ist neugierig: «Es ist ziemlich ungewöhnlich, so viele Upgrades bei so vielen verschiedenen Teams mitten in der Saison für die neuen Regeln zu sehen, bei einigen werden wir beinahe neue Autos entdecken.»
«Ob sich das Kräfteverhältnis signifikant verändern wird, bezweifle ich. Wir könnten grössere oder kleinere Lücken zwischen einigen Teams sehen, aber für uns gilt: McLaren war am letzten GP-Wochenende sehr knapp an uns dran dran. Ich denke, unser Evo-Paket wird da einen Unterschied machen, hoffentlich zu unseren Gunsten.»
«Aber Mercedes einzuholen, das wird nicht klappen, befürchte ich, die sind uns momentan einfach zu weit voraus.»
Was sagt Leclerc zu einem Regen-GP von Miami? «Es war gut, dass wir diese fünf Wochen hatten, um über verschiedene Änderungen zu diskutieren, und natürlich war das Fahren auf Nässe einer der Punkte. Wir hatten bisher sehr wenig Zeit mit diesem Auto bei Regen, also ist das alles etwas schwierig zu beurteilen. Am Sonntag werden wir schlauer sein.»
«Ich bin den Wagen beim Shakedown in Barcelona im Regen gefahren. Das Seltsame an diesen Autos bei Nässe ist, dass du am Ende der Geraden vielleicht sogar schneller unterwegs bist als bei trockenen Bedingungen, weil der Motor nicht abregelt, da die Batterien weniger Energie verbrauchen.»
«Das ist schon ein bisschen merkwürdig und kontra-intuitiv. In den Kurven fühlte es sich eigentlich ganz gut an, weil das Auto leichter ist als früher, aber auf der Geraden kann man sich in schwierigen Situationen wiederfinden – besonders wenn Fahrer mit unterschiedlichen Antriebsstrategien unterwegs sind.»
«Man hat sehr wenig Sicht, und das ist die Tücke dieser Regeln. Wir müssen einen Weg finden, damit umzugehen, denn bei Nässe sind wir wirklich nur Passagiere. Im Regen geht es nicht darum, gut oder schlecht zu sein – man bleibt einfach voll im Gas und hofft, dass keine Autos vor einem langsamer sind.»
«Man geht einfach davon aus, dass sie genauso schnell sind wie man selbst. Das war früher, in den letzten Jahren, ziemlich einfach anzunehmen, aber jetzt ist das nicht mehr der Fall, also werden wir Vollgas geben und mal sehen, wie es um läuft. Es ist kein besonders gutes Gefühl, also ist das etwas, woran wir noch eine Lösung finden müssen.»
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