Lando Norris kritisiert neue Formel 1: «Vom besten zum schlechtesten Auto»
Formel-1-Weltmeister Lando Norris nahm nach dem ersten Qualifying des Jahres in Melbourne kein Blatt vor den Mund, als es um die neue Fahrzeuggeneration und die Fahrweise, die sie erfordert, ging.
Lando Norris hatte im Qualifying zum Australien-GP viel Pech. Der Weltmeister erwischte ein Gebläse, das an Kimi Antonellis Mercedes vergessen wurde und abfiel, als der Italiener unterwegs war. Der Schaden am McLaren nahm dem Briten alle Chancen auf die Pole. Sein Team unternahm alles, um den Schaden am Frontflügel und Unterboden so gut wie möglich zu beheben. Aber mehr als die sechstschnellste Runde lag nicht drin.
Vielleicht war es der Ärger über die verpasste Pole-Chance, die ihn klare Worte finden liess, als es um die Zeitenjagd mit der neuen Formel-1-Fahrzeuggeneration ging. Norris schilderte: «Dieses Auto ist einfach seltsam. Es geht darum, überall vom Gas zu gehen, um schneller zu fahren, Gänge zu verwenden, die man eigentlich nicht verwenden möchte, und zu verstehen, wann man mehr Gas wegnehmen und dann später bremsen muss.»
Und der 26-Jährige betonte: «Deshalb ist es wichtig, viele Runden zu drehen. Früher habe ich ein erstes Training verpasst, aber das hat mich nicht allzu sehr gekümmert. Ich hatte immer das Vertrauen, dass ich den nötigen Speed finden würde. Doch wenn du jetzt fünf Runden verpasst, musst du nicht nur als Fahrer schneller begreifen, was zu tun ist. Auch der Motor lernt nicht, was er braucht, und du bist im Hintertreffen.»
«Letztlich bin ich deshalb glücklich mit dem sechsten Platz. Das klingt natürlich nicht gut, wenn man bedenkt, was wir vorher erreicht haben. Aber es hätte viel schlechter ausgehen können, und ich bin froh über die Fortschritte, die wir im Laufe der Session machen konnten.»
Blick aufs Lenkrad
Auf die Kritik der anderen Fahrer an der Fahrweise angesprochen, die die neue Fahrzeuggeneration erfordert, sagte Norris: «Ich glaube, jeder weiss, was das Problem ist. Es ist dieser 50-50-Split zwischen elektrischer Energie und Motoren-Power. Das funktioniert einfach nicht. Der Geraden-Modus bedeutet, dass du viele andere Sorgen hast. Aber Fakt ist, dass du vor den Kurven einfach zu stark abbremst.»
Und mit Blick auf die klare Kritik, die Max Verstappen über die neuen Formel-1-Autos geäussert hatte, erklärte er: «Max hat normalerweise recht. Ich schaue ständig auf mein Lenkrad, und deshalb habe ich die Trümmer auf der Strecke auch nicht gesehen, denn ich muss darauf achten, welches Tempo ich am Ende der Geraden erreichen werde. Ich muss wissen, ob ich 30 Meter früher oder 10 Meter später bremnsen muss. Das ist also auch ein Problem, wir müssen alle drei Sekunden auf das Lenkrad-Display schauen, um zu sehen, was passieren wird, sonst landet man neben der Bahn.»
«Wir sind von den besten Autos, die jemals in der Formel 1 gebaut wurden und die am angenehmsten zu fahren waren, zu den wahrscheinlich schlechtesten gekommen, und das ist echt ätzend. Aber man muss damit leben und einfach das Beste aus dem machen, was man hat. Es ist auf jeden Fall ganz anders als im vergangenen Jahr.»
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