Riesenüberraschung: Manipulations-Strafe gegen Leopard Racing aufgehoben
Die Moto3-Saison 2026 hatte volle Fahrt aufgenommen, da sorgte das Honda-Team Leopard Racing für einen Technik-Skandal. Jetzt wurde das Urteil aufgehoben, die Disqualifikationen zurückgenommen.
Der Ungarn-GP am Balaton hatte nicht nur sportlich große Schlagzeilen geliefert. Hoch her ging es im vergangenen Juni auch in der Technik-Kommission und bei der Moto3-Mannschaft von Leopard Racing. Das mit Honda-Rennern aktive Team mit den Piloten Adrian Fernandez und Guido wurde wegen Motorenmanipulation verurteilt.
In der Urteilsbegründung hieß es unter anderem: «Aufgrund der Feststellungen des Technischen Direktors bezüglich der Plomben und des offiziellen Berichts des Motorenherstellers wurde festgestellt, dass der Motor Nr. 811 ohne Genehmigung geöffnet wurde. Dies verstößt gegen Artikel 2.6.3.3 des FIM-Reglements für die Grand-Prix-Weltmeisterschaft, Moto3-Klasse «Motorenhaltbarkeit», sowie gegen Artikel 3.3.2.2 (korrupte oder betrügerische Handlungen).
Die Konsequenz: Toppilot Fernandez wurde nachträglich für sechs GP-Rennen disqualifiziert. Neben dem gewaltigen Image-Schaden hatte der Fall auch sportlich grobe Folgen. Die Streichung von 77 WM-Punkten bedeutete den Verlust von WM-Position 3 und den Abstieg ins Unterhaus der Tabelle.
Bereits im Sommer hatte die verurteilte Mannschaft vehement protestiert und das Recht auf Einspruch wahrgenommen. Wie üblich bei juristischen Sachverhalten vergingen Monate, bis es jetzt zu einer überraschenden Wende im Fall Leopard Racing und Fernandez kam.
Am 15. Oktober hat das Internationale Berufungsgericht (CAI) der FIM das Urteil revidiert und der unmittelbar nach Verkündung am 5. Juni regulär eingelegten Berufung stattgegeben. Offiziell heißt es: «Das Internationale Berufungsgericht der FIM verkündete drei wichtige Entscheidungen: Die von Leopard Racing und Adrian Fernandez gegen die Entscheidungen vom 5. Juni eingelegten Berufungen wurden für zulässig erklärt. Den Berufungen wurde in der Sache stattgegeben und die beiden Entscheidungen der FIM-Berufungskommissare wurden aufgehoben und die zuständigen sportlichen Instanzen müssen nun die aufgrund des Urteils erforderlichen Maßnahmen ergreifen.»
Interessant: Details zur Sache werden erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. «Das Urteil hebt die bisherigen sportlichen Entscheidungen auf, wobei die detaillierten rechtlichen und technischen Gründe für deren Aufhebung erst nach Prüfung der begründeten Urteilsbegründung bekannt sein werden», so der offizielle Wortlaut.
Außerdem besteht nun wiederum die Möglichkeit, die Aufhebung durch das Berufungsgericht anzufechten. Binnen vier Wochen muss entschieden werden, ob die FIM-Technikkommission erneut als Ankläger auftritt. Derweil gelten Leopard Racing um Teameigner Flavio Becca als auch Pilot Adrian Fernandez als unschuldig. Was auch bedeutet, die Administration der MotoGP wird nach der Aufhebung der Disqualifikation rechnen – und ein aktualisiertes Klassement der Moto3-WM erstellen. Für den rehabilitierten Fernandez geht es von Rang 14 auf 5.
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