Das MXoN 2015, darüber wird man noch lange sprechen
Mit einem hauchdünnen Vorsprung von nur 2 Punkten gewann Frankreich in Ernée die Chamberlain-Trophy 2015. Doch die Amerikaner waren stark und machten das MXoN zu einem wahren Motocross-Festival.
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Was war das für ein großartiges Rennwochenende! Ein Nationen-Finale, von dem man noch lange sprechen wird.
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Ernée 2015 ist ein Fall für die Geschichtsbücher. Bis zur Zielankunft im letzten Lauf des Tages stand der Sieger nicht fest. Ein Überholmanöver hätte gereicht, ein kleiner Ausrutscher hätte das Ergebnis an der Spitze verändert.
Frankreich hat den Titel 2014 in Ernée am Ende verdient gewonnen. Daran gibt es keinen Zweifel. Aber Team USA hat ebenfalls eine beeindruckende Leistung abgeliefert, bis zur letzten Sekunde alles gegeben und dazu beigetragen, dass das MXoN eines der spannendsten Rennen der Geschichte wurde. Team USA war das beste US-Team der letzten Jahre.
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Auch die Art und Weise, wie die Amerikaner angetreten sind, war beispielhaft: Kein Hauch von Arroganz oder Hochmut im Vorfeld, sondern im Gegenteil: Respekt vor den WM-Fahrern, insbesondere vor den Franzosen. Am Ende waren die Boys in `Stars & Stripes` in Ernée dennoch enttäuscht. Wer aber so knapp am Titel vorbeischrammt, darf das.
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Roger DeCoster wurde in den USA für seine Nominierung kritisiert, doch der 'alte Fuchs' wusste, was er tat. Cooper Webb zeigte, dass er das Tempo von Weltmeister Romain Febvre nicht nur mitgehen kann, sondern er holte auf. Im zweiten Rennen des Tages wollte er den Sieg, kollidierte aber während seiner Aufholjagd beim Überrunden, stürzte und wurde 'nur' Zweiter.
Team USA zeigte in Ernée echten Teamgeist: Im alles entscheidenden dritten Rennen des Tages lag Webb direkt hinter Barcia. Barcia winkte Webb vorbei, da er schneller zu sein schien. Vielleicht ging Webb danach zu forsch zur Sache, denn kaum war er an Barcia vorbei, würgte er in der Linkskurve vor der Boxengasse seinen Motor ab und verlor viele wertvolle Sekunden. Webbs Yamaha, die im Gegensatz zu Febvres Werksmodell keinen E-Starter hat, musste per Kickstarter in Gang gesetzt werden. Diese beiden Zwischenfälle von Webb kosteten den Amerikanern schließlich den Titel.
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Doch wer nichts wagt, gewinnt nichts. DeCoster lobt Webb: "Ich bin stolz darauf. Nicht, dass wir Zweiter wurden, sondern darauf, wie die Jungs gefahren sind", erklärte der US-Team-Manager. "Uns ist am Ende die Zeit ausgegangen. Wäre das Rennen länger gewesen, hätten wir weiter aufgeholt. In der zweiten Saisonhälfte der WM war kein Fahrer schneller als Febvre, aber Webb konnte ihn einholen - und das in seinem zweiten 450er Rennen. Unser Team hat eine wesentlich bessere Leistung abgeliefert als in den vergangenen Jahren." Das zeigt auch ein Blick auf das Punktekonto. Frankreich gewann mit 14 Punkten. Im letzten Jahr kassierten die Franzosen in Kegums 17 Punkte. Das hätte in diesem Jahr nicht für den Sieg gereicht. Team USA erreichte zuletzt 2007 in Budds Creek ein besseres Ergebnis mit Ricky Carmichael, Ryan Villopoto und Tim Ferry mit einer noch geringeren Punktezahl von nur 8 Punkten.
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Die minimale Punktezahl, die ein Team beim MXoN im Idealfall erreichen kann, beträgt 7 Punkte, da immer ein Ergebnis gestrichen wird. Die erreichte Punktzahl der letzten Jahre ist daher sehr gut vergleichbar, weil sich am Regelwerk nichts geändert hat: Punktzahl der MXoN-Sieger der letzten 10 Jahre: 2005: USA, 16 2006: USA, 15 2007: USA, 8 2008: USA, 26 2009: USA, 22 2010: USA, 23 2011: USA, 26 2012: GER, 25 2013: BEL, 27 2014: FRA, 17 2015: FRA, 14 Dazu kam in Ernée die einzigartige Zuschauerkulisse: Nun sind die Amerikaner ja einiges von den Supercross-Arenen ihrer Heimat gewohnt. Aber die Stimmung unter den 50.000 Fans an der Strecke war absolut elektrisierend.
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Das bestätigt auch Cooper Webb: "So etwas habe ich noch nicht erlebt. Die Fans waren wirklich extrem laut. Ich hörte es schon am Jubel der Fans, wenn Romain in meiner Nähe war."
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