Nach Test-Debakel Bahrain: FIA ändert Start-Ablauf, Ferrari im Vorteil
Die ersten Startversuche mit den neuen Formel-1-Rennwagen bei den Wintertests in Bahrain waren ein Debakel. Nun reagiert der Autosport-Weltverband FIA – das Startprozedere wird geändert.
Die Starts bleiben ein heisses Thema in der Formel 1. Wir erinnern uns an die Wintertestfahrten in Bahrain: Jedes Mal zum Schluss eines Vierstunden-Segments stellten sich die Rennwagen zu einem Probestart auf.
Der erste Versuch war ein Schlag ins Wasser: einige Autos blieben stehen, andere fuhren los, als hätte sie Leim an den Reifen. Das war eher Kreis- und nicht Königsklasse.
Starts 2026: Wieso haben viele Fahrer Probleme?
Wieso die angeblich besten Rennfahrer der Welt wieder in die Grundschule gehen mussten: Die MGU-H, die von 2014 bis 2025 Energie am Turbolader sammelte, ist verschwunden. Das bedeutet für die Piloten: Um den Lader auf ideale Drehzahl zu bringen am Start, müssen sie den V6-Verbrenner etwa zehn Sekunden hochdrehen. Das Timing muss stimmen.
Als Übung verfügten die Regelhüter des Autosport-Weltverbands FIA für die Bahrain-Tests daraufhin dieses Vorgehen: Zum Schluss des Tests wurde die rote Flagge gezeigt, die Autos kehrten alle in die Boxengasse zurück. Dann gingen die Rennwagen wieder auf die Bahn, fuhren eine Formationsrunde, stellten sich auf, dann noch eine Formationsrunde, als hätte das Startprozedere abgebrochen werden müssen, bevor sie sich ein zweites Mal auf der Startaufstellung platzierten.
Danach blinkten alle Startpositions-Tafeln blau für fünf Sekunden, nach dieser Warnung kam die bekannte Startampel, mit den fünf im Sekundentakt aktivierten und dann alle abgestellten Lichtern. Das alles ergibt plus/minus zehn Sekunden.
Ergebnis: Die Fahrer kamen auch dann sehr unterschiedlich weg: Einige hatten den Lader trotz der zehn Sekunden nicht auf Volldrehzahl, bei anderen drehten die Reifen zu stark durch.
Für den Saisonstart in Australien hat Formel-1-Rennchef Rui Marquez nun verfügt: Das Prozedere von Bahrain wird übernommen. Der Portugiese nimmt in seinen Anweisungen fürs GP-Wochenende dazu wie folgt Stellung.
«Zur sicheren und geordneten Durchführung des Wettbewerbs werden, sobald alle Autos nach der Einführungsrunde vor dem Rennen zum Startgrid zurückgekehrt sind, die Startampeln für 5 Sekunden blau (blinkend) leuchten und das Informationsdisplay auf der Startbrücke die Meldung „Pre-Start“ anzeigen. Anschließend beginnt die in Artikel 5.7.2 der FIA F1-Regeln definierte Lichtsequenz.»
Wieso startet Ferrari so gut?
Eine Garantie bei den Versuchen in Bahrain: der Ferrari fuhr jedes Mal makellos los. Wenn das beim Saisonauftakt in Australien auch so geht, dann wird nicht die Frage sein, ob Ferrari vorn liegt, sondern nur welcher – Charles Leclerc oder Lewis Hamilton.
Der Grund für die spektakulär guten Starts ist ein kleinerer Turbolader im Ferrari. Der kommt schneller auf Volllast als grössere Lader und schliesst das gefürchtete Turbo-Loch – also die Verzögerung zwischen Gasgeben und Schub.
Ferrari-Fahrer Charles Leclerc: «Der Start ist ein sehr wichtiger Moment im Rennen, und das ist mit Sicherheit etwas, das wir mit dieser neuen Regelung im Hinterkopf hatten, um darauf bestmöglich vorbereitet zu sein. Du kannst beim Start oft leichter auf die Schnelle ein paar Plätze gutmachen als später im Rennen. Wir sind in dieser Hinsicht etwas besser aufgestellt, und ich bin froh, dass es so ist.»
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