Helmut Marko: „Es gibt genug Rennstrecken, die einen Grand Prix wollen“
Der ehemalige Red Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko zeigt sich skeptisch, was die geplanten Rennen in Bahrain und Saudi Arabien betrifft und spricht über Spielberg als möglichen Ersatz-Ort.
Die Formel 1 startet am kommenden Wochenende in Melbourne in die neue Saison 2026. Dr. Helmut Marko hat sich vor drei Monaten bei Red Bull nach 20 erfolgreichen Jahren als Motorsportberater zurückgezogen und freut sich auf die neue Saison. Hinsichtlich der Formel 1 bekennt er in einem ORF-Interview: „Ich bin noch immer fasziniert von diesem Sport. Was jetzt wegfällt, ist der Druck. Ich genieße es, ein freies Wochenende zu haben.“
Der Le Mans-Sieger von 1971 gesteht in Bezug auf die neuen Regeln: „Für mich ist das Reglement sehr kompliziert. Ewird schwierig sein, alle Einzelheiten nachzuvollziehen.“
Zum neuen Red Bull-Motor, der in Kooperation mit Ford gefertigt wurde, sagt der Grazer: „Der Motor ist zuverlässig! Der Einsatz war groß, das Risiko auch. Aber ich würde sagen, das Experiment ist gelungen.“
Marko: «Darauf müssen die Fahrer achtgeben»
Zur Strategie sagt Marko: „Max muss darauf achten, dass er genug Energie hat, um die jeweils schnellstmögliche Runde fahren. Der Fahrer muss ständig überlegen: Wann hat man Energie, wann setzt man sie ein? Man darf nicht überholen, wenn dann eine Gerade kommt, auf der einem die Energie ausgehen kann. Aber man soll einer neuen Sache eine Chance geben. Schauen wir uns an, was passiert.“
Bei den Tests gab es zuletzt in Bahrain ein gut durchgemischtes Spitzenfeld. Was die Kräfteverhältnissen in der neuen Formel 1 betrifft, analysiert Marko: „Ich glaube, dass ein Verstappen da jetzt profitieren kann, auf Grund seiner Fähigkeiten, dass er absolut am Limit fahren kann.“
Über das Jahr hinweg glaubt Marko an einen Zweikampf zwischen Max Verstappen (Red Bull Racing) und dem Briten George Russell (Mercedes). Marko im Nachsatz: „Wenn man den Buchmachern glauben will, dann liegt Russell vorne.“
Marko: «Bahrain und Saudi-Arabien ersetzen? Schwierig»
Die angespannte Lage im Nahen Osten sorgt im Moment für viele Fragezeichen. Die Rennen in Bahrain (12. April) und Saudi-Arabien (19. April) stehen auf der Kippe. Auch Marko ist skeptisch, was diese beiden Austragungsorte betrifft: „Wenn sich da nicht ein Waffenstillstand oder ein Friede abzeichnet, glaube ich, dass beide Rennen akut gefährdet sind.“
Spielberg als Ersatzort im April kann sich Marko eher nicht vorstellen: „Das würde den Sommer-Grand Prix entwerten. Aber es gibt genug Rennstrecken auf der Welt, die einen Grand Prix wollen. Nur – von der Logistik und der Aufbereitung her wird das in so einer kurzen Zeit schwierig werden, Bahrain und Saudi-Arabien an den gleichen Terminen zu ersetzen.»
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