Jeremy Alcoba nach Siegesserie: Abrechnung mit den Kritikern
Vier Siege bei den letzten drei Events brachten Jeremy Alcoba auf WM-Platz 3. Nach dem Supersport-Finale in Jerez sprach der Kawasaki-Pilot über ungewöhnliche Abstimmungen und Vorwürfe gegen ihn.
Mit
Bei den abschließenden drei Rennwochenenden war Alcoba der stärkste Fahrer im Feld. Er gewann beide Läufe in Cremona, ließ in Estoril einen weiteren Sieg und einen dritten Platz folgen und beendete die Saison in Jerez mit den Positionen 2 und 1. Vier Siege und zwei weitere Podestplätze aus sechs Rennen unterstreichen, welchen Schritt der Spanier mit seiner Kawasaki gemacht hat.
«Was kann ich sagen? Ich habe daran geglaubt, hart dafür gearbeitet und deshalb verdienen wir es. Vor ein paar Rennen haben wir etwas gefunden und waren seitdem schneller. Bereits im vergangenen Jahr funktionierte das Motorrad bei den abschließenden Rennen besser», erklärte Alcoba beim Treffen mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach in Jerez.
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Dass auch sein
An seinen eigenen Fähigkeiten hatte Alcoba auch in der schwierigeren Phase nicht gezweifelt. «Ich wusste, wie man Rennen gewinnt. Ich lebe, um zu gewinnen. Ich wusste immer, wie hoch mein Potenzial ist. Ich wusste, was zu tun ist», betonte er.
Aegerter hatte die beiden zusätzlichen Tests in Cremona als hilfreichen Faktor für den Aufwärtstrend genannt. Alcoba wollte den Durchbruch dagegen nicht eindeutig darauf zurückführen. Einen entscheidenden Ansatz hatte seine Mannschaft nach seiner Einschätzung schon zuvor entdeckt. «Ich kann nicht sagen, ob es an den Tests lag. Ich weiß es nicht. Im zweiten Misano-Rennen haben wir definitiv etwas gefunden. Und das haben wir dann in Cremona bestätigt», schilderte der Spanier.
Bemerkenswert ist, dass die erfolgreiche Abstimmung offenbar nicht den Erwartungen der Kawasaki-Techniker entspricht. Was theoretisch wenig überzeugend erscheint, gibt Alcoba auf der Strecke das nötige Vertrauen. «Wenn man die Kawasaki-Leute nach den Abstimmungen fragt, dann sieht man ihre Verzweiflung. Sie sagen, dass das so nicht funktioniert. Doch ich kam damit gut zurecht, das Motorrad funktionierte so sehr gut. Vielleicht haben wir eine Tür für zukünftige Fahrer geöffnet», erklärte Alcoba.
Der Endspurt gelang mit einem bewährten Motorrad, dessen Konkurrenzfähigkeit zwischenzeitlich infrage gestellt worden war. Für Alcoba war die Rückkehr an die Spitze deshalb auch das Ergebnis intensiver Auseinandersetzungen um den richtigen Weg. «Klar ist, dass das Motorrad nicht neu ist. Viele haben sich gefragt, was wir an der Kawasaki gemacht haben, um sie erneut konkurrenzfähig zu machen. Wir haben intensiv gearbeitet, wir haben daran geglaubt, aber auch hart in der Box gekämpft. Schlussendlich konnten wir es genießen und das bestmögliche Ergebnis holen», fasste er zusammen.
Alcobas Abrechnung mit den Kritikern
Auf die Bedeutung des dritten WM-Platzes angesprochen, fiel seine Antwort zunächst überraschend nüchtern aus. Schnell wurde jedoch deutlich, dass das Ergebnis für ihn auch eine persönliche Genugtuung darstellt. «Es bedeutet mir nicht viel. Natürlich hat es eine gewisse Bedeutung, weil es einen Punkt in dieser Saison gab, an dem viele Finger auf mich gerichtet waren. Es hieß, ich würde nicht trainieren, nur Party machen und dies und das. Zum Teil stimmte es, doch ich bin 24 Jahre alt. Dennoch habe ich jeden Tag trainiert und mein Leben gelebt», entgegnete Alcoba.
Der Spanier wehrte sich dagegen, Freizeit und sportlichen Ehrgeiz als unvereinbar darzustellen. «Wenn Elitesportler darauf verzichten, mit ihren Freunden zu feiern, dann haben sie kein Leben. Man lebt nur einmal und muss das Leben auch genießen. Man muss abschalten, die Rennwochenenden verdauen – egal, ob sie gut oder schlecht waren», erklärte er.
Vier Siege in den letzten sechs Rennen lieferten ihm die sportlichen Argumente. Mit Blick auf seine Kritiker hatte der WM-Dritte deshalb noch eine deutlichere Botschaft: «Es bedeutet mir viel, wenn ich an die Leute denke, die Mist über mich erzählen», stellte Alcoba klar.
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