Winfried Matter ist tot: Trauer um den langjährigen DSK-Präsidenten
Winfried Matter hat wesentlich dazu beigetragen, den Motorsport sicherer zu gestalten. Nun ist der langjährige DSK-Präsident nach längerer Krankheit von uns gegangen. Er wurde 78 Jahre alt.
Im Alter von 78 Jahren ist am vergangenen Donnerstag Winfried Matter nach längerer Krankheit gestorben. Der Slogan seiner Firma «ohne Matter platter» war jahrzehntelang im Motorsport weit mehr als ein billiger Spruch: Er traf Matters Intention, die technische Umsetzung und zugleich den Ausdruck seines einzigartigen, unfehlbaren Humors wie den sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf.
Winfried Matter war eine segensreiche Institution im deutschen, später auch im internationalen Motorsport. Schon früh als aktiver Motorsportler, speziell auf dem Rallye-Sektor, erkannte er enorme Defizite in Bezug auf passive Sicherheit bei der Ausübung sportlicher Aktivitäten mit dem Automobil. So sehr moderne Autos schon in den 60er-Jahren unter diesem Aspekt entwickelt wurden, so sehr war ihm – und anderen – klar, dass dies keineswegs genügte, um auch im harten Rennbetrieb ein noch höheres Mass an Insassenschutz zu gewährleisten.
Diesen Aspekt machte Matter nicht nur zu seinem sozusagen moralischen Kompass, sondern darüber hinaus bald auch zu seiner Geschäftsidee. Er begann, zunächst in kleinem Umfang, Überrollbügel und -käfige zu entwickeln und zu produzieren. Mit ausgefeiltem technischen Niveau entstanden Sicherheitszellen speziell für Tourenwagen und GT-Fahrzeugen, von deren Qualitäten sich mehr und mehr Sportfahrer überzeugen konnten – sei es aus eigener Erfahrung beim Crash, sei es aus der Beobachten von Rennunfällen. Als Nebeneffekt der mit den Sicherheitseinrichtungen einhergehenden Stabilisierung wuchs die Verwindungssteifigkeit der solchermassen ausgestatteten Rennfahrzeuge, was naturgemäss dem Fahrverhalten zugute kam.
Vor diesem Hintergrund gedieh das Geschäft mit der Sicherheit seriös und in grossem Umfang. Mit seiner gradlinigen, ehrlichen und überzeugenden Art wurde Matter zu einer geachteten Persönlichkeit der Motorsport-Szene mit Verbindungen in alle Richtungen. Ganze Markenpokale und Rennserien bis hin zur ehemaligen DTM waren zeitweise mit der Matterschen Sicherheitsausrüstung ausgestattet. Matters Firma produzierte und verkaufte Einheiten im sechsstelligen Bereich, aber keiner hat gezählt, wie viele Menschen mit diesem Paket gerettet wurden oder vor schlimmeren Verletzungen bewahrt blieben.
Inzwischen hatte sich herumgesprochen, dass das Geschäft mit der Sicherheit ein sehr lukratives geworden war, er musste sich wegen der immer stärkeren Konkurrenz neu orientieren. Als Pionier auf seinem Sektor wurde er in China aktiv und dort alsbald als gern gehörter Berater in allen motorsportlichen Belangen tätig.
Hier wie dort leistete er mit seinen Kompetenzen Wichtiges zur Förderung seines geliebten Motorsports. Der Deutsche Sportfahrerkreis DSK, dessen Präsident und Ehrenpräsident er war, zitiert ihn in seinem Nachruf mit den Worten «Motorsport soll Spass machen, Motorsport soll für jedermann erschwinglich sein, jedes Talent soll zumindest eine faire Chance haben».
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