BSB Silverstone: Ein unschönes Ende

Kolumne von Patric Muff
Britische Superbike-Meisterschaft
Patric Muff

Patric Muff

Von Assen ging es mit der Fähre direkt nach Grossbritannien, wo bereits die vorletzte BSB-Runde der Saison 2012 in Silverstone stattfand.

Nachdem die meisten anderen Fahrer auf dieser Strecke wieder einen Trainingsvorsprung hatten, war es für mich doppelt frustrierend, dass das erste freie Training nach drei Runden wortwörtlich ins Wasser gefallen ist. Ein leichter Sprühregen zog über Silverstone hinweg und hinterliess weder eine trockene noch eine nasse Strecke - zumindest für Regenreifen nicht nass genug. Deshalb endete das erste Training früh - das ich zu diesem Zeitpunkt an 12. Position auf der Zeitenliste stand war wenig aussagekräftig.

So ging es am Nachmittag bei trockenen, aber sehr kalten Bedingungen für das zweite freie Training zurück auf die Strecke. Es lief nicht wirklich optimal und wir hatten mit einigen Problemen zu kämpfen. So war es unter diesen Umständen nur schwer möglich den Trainingsrückstand aufzuholen und der Tag endete nur an 18. Position. Wir setzten uns abends noch lange zusammen um einen Plan für den kommenden Tag aufzusetzen.

Samstagmorgen ging es mit einem komplett umgebauten Motorrad zurück auf die Strecke. Obwohl ich mich um eine gute halbe Sekunde steigern konnte, fühlte ich mich nicht wohl auf meiner Supersonic BMW und wir merkten, dass wir mit dem Fahrwerk in die falsche Richtung gegangen sind. So endete ich nur als enttäuschender 21. auf der Zeitenliste. Es blieb uns nichts anderes übrig, als auf das anstehende Zeittraining das Risiko einzugehen und nochmals einiges am Fahrwerk zu ändern. Doch es hatte sich gelohnt. Ich konnte mich um weitere 1.2 Sekunden steigern und qualifizierte mich an 17. Stelle problemlos in das zweite Qualifying. Für eine Qualifikation in die Top 10 hat es leider nicht gereicht, aber mit einer Zeit von 2.08.0 konnte ich mich nochmals um 0.6 Sekunden steigern und meine BMW an 14. Stelle in die vierte Startreihe stellen.

Sonntags fand bei einem 15-minütigen Warm up wie immer noch der letzte Funktionstest vor dem ersten Rennen statt. Da ich Warm ups nicht sonderlich mag, war der 15. Platz nicht berauschend aber okay. Nach einem ausgiebigen Pitwalk stand die Meute um 12.45 Uhr das erste Mal auf der Startaufstellung - und ich mittendrin. An dieser Stelle ist noch zu sagen, dass mein Crew-Chief und ich lange über die Reifenwahl diskutiert hatten, da bei dieser Temperatur sowie der weiche wie auch der harte Reifen Vor- und Nachteile mit sich brachte. Ich folgte schlussendlich aber dem Rat meines Crew-Chiefs und entschied mich für den weichen Reifen.

Beim Start kam ich ziemlich gut weg und überquerte die Start-Ziel-Linie zum ersten Mal an zwölfte Position. Bereits in der zweiten Runde konnte ich Jakub Smrz und Danny Buchan überholen und mich auf den zehnten Platz verbessern. Eine Runde später nahm ich mir Chris Walker und Barry Burrell vor und war in der dritten Runde bereits auf dem achten Platz. Es lief ziemlich gut und ich konnte die Pace der Jungs da vorne mitgehen. Bis leider die Nachteile des weichen Reifens früher als geplant zum Vorschein kamen. Mein Hinterreifen begann sich aufzulösen und ich hatte von Runde zu Runde weniger Grip. Ich hatte keine Chance und musste Gegner um Gegner wieder an mir vorbei ziehen lassen und konnte mit Mühe und Not noch den letzten Punkt an 15. Stelle vor Noriyuki Haga ins Ziel retten. Ziemlich enttäuscht über die verpasste Möglichkeit ein Top-10-Resultat nach Hause zu bringen, musste ich aber nach vorne auf das zweite Rennen schauen, denn nun wussten wir definitiv, welchen Reifen wir nicht mehr montieren würden.

Aufgrund der gefahrenen Rundenzeit im ersten Rennen startete ich erneut aus der vierten Startreihe als 16. in das zweite Rennen. Ich kam erneut nicht schlecht weg und kam an 13. Stelle das erste Mal über die Start-Ziel-Linie. Bereits in der zweiten Runde passierte dann allerdings das Unglück. Beim Überholmanöver von Luca Scassa warf ich zu spät den Anker und touchierte Karl Harris, der irgendwie in der Schikane herumstand. Ich war chancenlos und konnte einen Sturz nicht mehr abwenden. Obwohl weder dem Motorrad noch mir viel passiert ist, nahm das Wochenende so natürlich ein unschönes Ende.

Nun stehen wir bereits vor dem letzten Rennen der diesjährigen Saison, welches in zwei Wochen in Brands Hatch stattfinden wird. Bei drei Rennen werden noch die letzten Punkte vergeben und mein Ziel ist ganz klar: So viele wie möglich noch einzusammeln, um eventuell noch den Sprung an die 15. Stelle des Gesamtklassements zu schaffen.

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