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Chaosrennen: Harte Strafen für Boxengassen-Crashs

Für Lucas Auer, Bruno Spengler und Edoardo Mortara hatte das Chaosrennen noch ein spätes Nachspiel. Das Trio wurde nach den Unfällen in der Boxengasse disqualifiziert. Spengler und Mortara sind zudem auf Bewährung.

DTM

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Die Rennleitung ließ sich Zeit. Fast sechs Stunden lang wurde am Sonntag nach dem sechsten Saisonrennen der DTM in Budapest verhandelt.

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Am Sonntagabend um 20.35 Uhr stand dann fest: Es hagelt harte Strafen. Die drei Fahrer, die in der Boxengasse des Hungarorings böse crashten, werden disqualifiziert. Damit verlieren BMW-Pilot Bruno Spengler und die beiden Mercedes-Fahrer Lucas Auer und Edoardo Mortara ihre Plätze sieben, neun und zehn.

Alle drei Fahrer verstießen dabei gegen Artikel 30.9 des Reglements: "Ab Auffahrt auf die Einfädelspur hat der Fahrer seine Geschwindigkeit so herabzusetzen, dass er sein Fahrzeug ohne Gefährdung anderer Teilnehmer oder Sportwarte an den Boxen zum Halten bringen kann." Auer, Mortara und Spengler konnten nach einsetzendem Regen in der nassen Boxengasse nicht mehr bremsen und rauschten in ihre jeweilige Box.

Dabei wurden insgesamt sieben Personen verletzt. Ein ungarischer Sportwart wurde mit schweren Beinverletzungen ins Krankenhaus geflogen, zwei weitere Feuerwehrmänner aus Ungarn werden ebenfalls stationär behandelt. Zwei Mercedes-AMG-Mechaniker erlitten leichte Verletzungen, ebenso wie zwei BMW-Mechaniker. Es bestand bei allen Unfallopfern allerdings zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr.

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Mortara und Spengler wurde darüber hinaus eine weitere Strafe aufgebrummt: Eine Rückversetzung um zehn Plätze in der Startaufstellung des jeweiligen nächsten Wertungslaufs, ausgesetzt auf zwei Rennwochenenden zur Bewährung.

Denn: Nach dem Crash von Auer wurden Gelbe Flaggen gezeigt. Außerdem waren beide von ihren Teams auf extrem rutschige Verhältnisse in der Box per Funk vorbereitet worden. Trotzdem kam es bei beiden zu weiteren Unfällen, nach denen das Rennen endgültig abgebrochen und erst nach einer rund 35-minütigen Unterbrechung fortgesetzt wurde.

Das sagten die Beteiligten

Auer war das Rennen am Ende komplett egal, er war nach dem Crash geschockt. "Das war ein brutaler Unfall. Brutal. Es ist alles andere egal, und das wird auch egal bleiben." Das Problem: In der Boxengasse gibt es bei der Fastlane einen anderen Asphalttyp als bei der Working Lane. Wie Schmierseife. "Das ist wie Eislaufen, ein No-go. Ich war nur noch Passagier, das habe ich noch nie erlebt", meinte Auer, der auch rund eine Stunde nach dem Rennen noch geschockt und mitgenommen wirkte. "Es war schrecklich, ich wollte gar nicht weiterfahren", sagte der Österreicher, der sich auch nicht damit trösten lassen wollte, dass ihn keine Schuld traf. "Ich sitze im Auto. Aber es ist egal wie ich mich fühle. Wichtig ist, wie die Verletzten sich fühlen. Das Rennen ist mir wirklich wurscht."

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Auch Mortara ging es so: "Ich habe gerade zu meinen Mechanikern gesagt, dass ich in diesem Moment beim Boxenstopp echt riesiges Glück im Unglück hatte. Ich habe die Boxenstoppanlage mit vielleicht 40 oder 50 km/h getroffen und zum Glück wurde dabei niemand verletzt. Darüber bin ich froh, denn das hätte heute sehr böse enden können und ich hätte nichts dagegen unternehmen können. Als ich in die Box kam, stand die Boxengasse unter Wasser und es waren ein Krankenwagen und Streckenposten überall. Sobald ich nur ganz leicht auf das Bremspedal gestiegen bin, haben die Räder blockiert und ich fuhr einfach geradeaus in die Mechaniker und die Boxenanlage."

Auch von Bruno Spengler gab es eine Entschuldigung. "Obwohl ich schon deutlich langsamer unterwegs war als sonst, haben die Räder blockiert. Dadurch habe ich ihn getroffen. Das tut mir sehr leid. Glücklicherweise ist ihm nichts Ernstes passiert. Wir hätten wahrscheinlich eine Runde früher stoppen und auf Regenreifen wechseln sollen. Dann wäre die Boxengasse vielleicht auch weniger nass gewesen. Aber in diesen chaotischen Situationen ist es nicht einfach."

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