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«Tribute» für Charly Lamm: Er hat mir Flügel gegeben

Von Andreas Reiners
Am Donnerstag vor dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring hat BMW Motorsport den zu Beginn des Jahres verstorbenen Schnitzer-Teamchef Charly Lamm geehrt.

Der Tod von Charly Lamm am 24. Januar 2019 war ein Schock. Bei vielen Wegbegleitern hat er ein großes Loch hinterlassen. Noch heute reagieren sie emotional, wenn sie an ihn denken, wenn sie über ihn sprechen.

Wie Philipp Eng zum Beispiel, im Mai, nach seinem ersten DTM-Sieg in Zolder, den er Lamm nach einem emotionalen Rennen widmete. Es war der 18. Mai, am 19. Mai wäre Lamm 64 Jahre alt geworden.

«Sein Tod war ein schwerer Verlust für mich. Er war nicht nur ein Teamchef, sondern auch ein Freund und Mentor, der immer ein offenes Ohr für mich hatte», sagte Eng damals: «Er war heute bei mir im Auto. Ich vermisse ihn sehr.»

So geht es vermutlich allen, die am Donnerstag vor dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring bei der «Tribute»-Veranstaltung von BMW zu Ehren von Charly Lamm weilten.

BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt und viele Weggefährten aus mehr als 50 Jahren Motorsport erinnerten an den Menschen Charly Lamm sowie an seine unzähligen großen Rennerfolge in aller Welt. Allein das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring hatte Schnitzer Motorsport unter der Leitung von Charly Lamm fünf Mal gewonnen.

Marquardt führte durch das Tribute-Event in der BMW M Motorsport Hospitality am Nürburgring, zu dem zahlreiche prominente Gäste – darunter viele aktuelle und ehemalige BMW Werksfahrer sowie Konkurrenten aus unterschiedlichen Rennserien – erschienen waren.

«Die Nachricht von Charly Lamms Tod Anfang des Jahres war ein großer Schock. Natürlich in erster Linie für seine Familie und Freunde – aber auch für die gesamte Motorsport-Welt», sagte Marquardt. «Charly war über Jahrzehnte einer der Größten weltweit. Die unglaublich große internationale Anteilnahme nach seinem Tod hat das eindrucksvoll bewiesen. Heute sind wir hier, um uns an den großartigen Teamchef Charly Lamm mit all seinen unzähligen Erfolgen zu erinnern und gleichzeitig an einen ebenso großartigen Menschen.»

Im Laufe der Veranstaltung sprachen die ehemaligen BMW Motorsportdirektoren Mario Theissen und Gerhard Berger (1. Vorsitzender ITR e.V.), Jochen Neerpasch (erster Geschäftsführer der BMW Motorsport GmbH), Olaf Manthey (Teamchef und ehemaliger BMW Fahrer) sowie die aktuellen BMW Werksfahrer Augusto Farfus und Bruno Spengler über ihre gemeinsamen Erlebnisse mit Charly Lamm.

Weitere Stimmen von der Tribute-Veranstaltung

Mario Theissen: Charly war der beste Mann, der mir im gesamten Motorsport begegnet ist. Und er war der am meisten respektierte. Das ist einzigartig. Das Besondere war, dass er sich in jedes Detail maximal hineingedacht hat. Am Ende konnte er dann mit Schwierigkeiten besser umgehen als die Konkurrenz. Das hat er so gut gemacht wie niemand sonst.

Jochen Neerpasch: Competition war Charlys Lebensinhalt. Man konnte ihn jederzeit anrufen, er hat die Präzision geliebt. Er war ein ganz Großer des Motorsports – und viele Jahrzehnte das Herz und Hirn von Schnitzer.

Gerhard Berger: Ich hatte meine schönste Zeit als Rennfahrer bei Charly und Schnitzer. Im Motorsport habe ich nie wieder jemanden getroffen, der bei all dem Erfolg auch noch so ein feiner Mensch geblieben ist wie Charly. Seine Ausstrahlung war einmalig. Er war ein sehr guter Freund. Ich werde ihn nie vergessen.

Augusto Farfus: Ich werde niemals Charlys Fähigkeit vergessen, seine Leidenschaft zu geben, ohne etwas dafür zurückzuverlangen. Sein Spaß am Motorsport und die Intensität, mit der er ihn betrieben hat, waren einzigartig. Charly hat niemals Energie zurückgehalten, sondern war immer bereit zu helfen und zuzuhören. Ich habe so viel von ihm gelernt – und vermisse ihn unheimlich.

Bruno Spengler: Charly hat nie die Stunden gezählt – und von morgens bis abends alles gegeben. Er hat alle um ihn herum motiviert. Charly hat mir Flügel gegeben und uns 2012 zum DTM-Titel geführt.

Olaf Manthey: Wir waren Freunde und Konkurrenten zugleich. Charly und Schnitzer waren anderen Teams gegenüber immer respektvoll und sportlich. Als ich dann meine Firma gegründet habe, war mein Ziel, genauso erfolgreich zu sein wie die Schnitzer-Mannschaft. Er hat mich immer angespornt. An ihn reicht einfach niemand heran. Man wird sich im Motorsport noch lange an Charly erinnern.

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