MotoGP-Boss Ezpeleta nach Drama-GP: «Die schlimmsten Momente im Beruf»
Der Catalunya-GP bleibt im Gespräch. Auch weil etliche MotoGP-Piloten nicht hinter der Entscheidung eines dritten Rennstarts standen. Carmelo Ezpeleta hat Verständnis, beruft sich aber auf die Regeln.
Das sechste GP-Wochenende der laufenden Saison machte in erster Linie Schlagzeilen mit einer Fülle spektakulärer Stürze. Faktisch wäre es aber falsch, von einem Crash-Event zu sprechen. Eher das Gegenteil trifft zu, denn mit 42 Unfällen über alle drei Fahrtage und Klassen rangiert der Catalunya zahlenmäßig im unteren Bereich. Nur beim Thailand-GP gingen noch weniger Motorrad-Rennsportler zu Boden – 33. In Le Mans wurden 60 Stürze registriert, Wochen zuvor in den USA waren es 73.
In Sachen Dramatik lag der Catalunya-GP dennoch unangefochten an der Spitze. Schon die sechs Stürze (inklusive Test) von Jorge Martin waren außergewöhnlich, doch die Vorfälle mit den Opfern Alex Marquez und Johann Zarco sorgten auch mit ganzen Serien für Horrorbilder für weltweiten Schock. Beide Unfälle, der erste in Runde 11, der zweite direkt nach dem ersten Re-Start, führten zu sofortigen Abbrüchen und Behandlungen direkt am Unfallort.
Geschockt waren auch die Fahrer selbst. Abgesehen davon, dass mit Fabio Di Giannantonio, Raul Fernandez, Johann Zarco und Pecco Bagnaia mindestens vier Piloten mit Blessuren in die Re-Starts gingen, hatten die Bilder auch hier ihre Spuren in den Köpfen der Profisportler hinterlassen. Am deutlichsten sprach KTM-Werksfahrer Pedro Acosta aus, was viele empfanden: «Es wäre besser gewesen, nicht ein drittes Mal zu starten!»
Das Management der MotoGP mitsamt CEO Carmelo Ezpeleta reagierte auf die Aussagen der Aktiven mit klaren Botschaften. So sagte GP-Mastermind Ezpeleta dem spanischen Rennsport-Podcast «Curva 15»: «Diese Momente sind die schlimmsten in unseren Beruf, denn es sind unsere Freunde, die sich verletzen. Als ich die ersten Bilder von Alex sah, war ich sehr besorgt. Ich habe wieder Alex gesehen, sobald sie ihn ins medizinische Zentrum der Rennstrecke gebracht hatten, und es ging ihm gut, er war bei Bewusstsein.»
Ezepeleta weiter: «Dann passierte dasselbe mit Johann, der das große Pech hatte, dass er von Bagnaias Motorrad erfasst wurde.» Dann griff der CEO mit allem Verständnis zum Regelwerk: „Wir müssen sehen, dass ein Neustart oder der Verzicht darauf direkte Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft hat. Manche profitieren, andere werden benachteiligt. Wenn die Regeln nicht geändert werden, müssen wir das tun, was die Regeln zulassen. Und es gibt keine Vorschrift, die besagt, dass man nicht drei Starts haben darf.»
Carmelo Ezpeleta abschließend zu den Geschehnissen, die Alex Marquez und Johann Zarco aus dem laufenden Betrieb rissen: «Ich bin bereit, alles zu prüfen, aber das sollte nicht in der Hitze des Gefechts geschehen. Alle Faktoren müssen bei einer Bewertung berücksichtigt werden.»
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