DTM in Hockenheim: Die Tops und Flops

Von Andreas Reiners
Jubel auf dem Podium in Hockenheim

Jubel auf dem Podium in Hockenheim

Sinkende Zuschauerzahlen, ein Mercedes-Debakel und ein Youngster auf der Überholspur: Wir haben die Tops und Flops aus Hockenheim.
Tops:

Marco Wittmann: Der Überraschungssieger. Er hatte sein Talent im vergangenen Jahr schon mehr als einmal unter Beweis gestellt. Rookie des Jahres 2013, inzwischen Mitfavorit auf den Titel. Der 24-Jährige brauchte für seinen ersten DTM-Sieg ein einziges Überholmanöver, und das in Runde drei. Den Sieg fuhr er nach Hause. Wie ein alter Hase.

Mattias Ekström: Der Schwede ist ein alter Hase. Und meldete sich nach einem schwierigen Jahr 2013 eindrucksvoll zurück. Fuhr von Platz fünf auf zwei. Eilte mit Siebenmeilenstiefeln Richtung Wittmann. Doch als er auf dem Weg zum BMW-Piloten Platz zwei eroberte, beschädigte er sich sein Auto. Besonders bitter: Der Kontrahent war Audi-Teamkollege Adrien Tambay. Ebenso unglücklich wie unnötig.

Mike Rockenfeller: Wir kennen das schon aus dem Vorjahr. Fast schon klammheimlich, still und leise sammelt der Titelverteidiger auch 2014 seine Punkte. Rocky fuhr relativ unauffällig vom zehnten auf den vierten Platz. Ausgerechnet hatte er sich vorher sicher mehr, aber die Punkte sind im Sack. Denn wir wissen ja: Die Konstanz zählt. Und 2013 war er Achter geworden. Er hat sich also sogar noch einmal gesteigert.

Die neuen Regeln: Ja, die Änderungen sind durchaus positiv. Das Rennen war wesentlich übersichtlicher als noch im Vorjahr. Action bot es trotzdem reichlich. Zweikämpfe, Überholmanöver und Kollisionen: Es war alles dabei. Ob man jetzt zwei Rennen in einem hat, zu wenig Strategie oder einen Massenauflauf in der Boxengasse – die Diskussionen sind müßig. Denn recht machen kann man es eh nicht allen. Timo Glock brachte es auf den Punkt: Ob die DTM alles richtig gemacht hat, entscheidet am Ende der Fan.

Promis: Die Promidichte war zum Auftakt in Hockenheim wie immer hoch. Ob nun Franz Beckenbauer, Nico Rosberg, Nico Hülkenberg oder Alex Zanardi: Sie alle schlenderten durch das Fahrerlager, in das auch die Fans dürfen. Sie posierten für Fotos oder schrieben Autogramme. Da hat die DTM der Formel 1 definitiv etwas voraus.

Flops:

Mercedes: Ein Debakel. Punkt. Kein einziger der sieben Mercedes fuhr in die Punkte. Pascal Wehrlein und Gary Paffett fuhren als Elfter und Zwölfter knapp dran vorbei. Der Kader wurde von sechs auf sieben aufgestockt, Paul di Resta zurückgeholt und Vitaly Petrov verpflichtet. Die Piloten trifft aber die geringste Schuld. Denn wie DTM-Manager Wolfgang Schattling treffend feststellte: «Alle haben gekämpft wie die Löwen, aber sie hatten eine stumpfe Waffe.» Das Auto ist mal wieder das Problem. Chancenlos im Qualifying, nicht konkurrenzfähig im Rennen: Bis Oschersleben bleibt viel Arbeit, aber nur wenig Zeit.

Zuschauer: 87.000 Zuschauer waren es 2013, in diesem Jahr waren es lediglich 75.000. Und das, obwohl die Voraussetzungen gleich waren. Samstags kühl und bewölkt, pünktlich zum Rennsonntag zeigte sich aber die Sonne. Außerdem neue Piloten, neue Autos und neue Regeln. Für viele aber offenbar kein Grund, dem Saisonauftakt beizuwohnen. «Das ist das leidige Thema. Ich würde mir als Fan auch überlegen, ob ich mir eine Karte für 90 Minuten Training, Qualifying und Rennen kaufe. Das Format lässt zu wünschen übrig. Wenn man nur zehn Rennen hat und fährt nur ein Training, ist das viel zu wenig», sagte Timo Glock.

Top und Flop

Antonio Felix da Costa: Der Portugiese überraschte im Qualifying mit einem starken vierten Platz alle Experten. Am meisten aber sich selbst. Denn Erwartungen an seine erste DTM-Saison hatte der BMW-Pilot keine. Nur viele Fragezeichen. Ein Ausrufezeichen wollte er dann im Rennen setzen. Es fing auch gut an, der Rookie fing vielversprechend an. Doch er schoss über das Ziel hinaus, als er Timo Scheider in Runde 34 aus dem Weg räumte. Der drehte sich und schäumte anschließend. Felix da Costa entschuldigte sich, beteuerte, er habe Scheider nicht überholen wollen. Ob die Kollision nun unter Gelb stattfand oder nicht – dumm war sie allemal.

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