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Sterlacchini (Aprilia): Welches Geschenk er von seiner Mutter bekam
Technik-Chef Fabiano Sterlacchini verantwortet die Entwicklungsarbeit im MotoGP-Projekt von Aprilia. Es ist überraschend, um was sich der Italiener sonst noch alles kümmern muss.
MotoGP
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Fabiano Sterlacchini ist seit diesem Jahr Technischer Direktor bei Aprilia. Der Italiener kam nach 18 Jahren bei Ducati und drei Saisons bei KTM zum Hersteller aus Noale, um diesen in der MotoGP an die Spitze zu führen. 2025 hatte Aprilia die erfolgreichste Saison in der Königklasse – mit Marco Bezzecchi und der RS-GP hatte mein ein schlagkräftiges Paket.
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Im Interview von SPEEDWEEK.com-Autor Manuel Pecino gibt Sterlacchini einen Einblick in seine tägliche Arbeit und wie weit sein Verantwortungsbereich reicht. Fabiano, in einem MotoGP-Projekt gibt es vier Abteilungen: Motor, Chassis, Aerodynamik und Elektronik. Welcher Bereich hat bei Aprilia momentan die höchste Priorität? Meiner Meinung nach spielt die Aerodynamik derzeit eine sehr wichtige Rolle. Aber nicht, weil die Aerodynamik wichtiger ist als der Motor oder das Chassis, sondern weil die Aerodynamik seit Jahren nicht weiterentwickelt wurde. Die Aerodynamik ist wichtig, aber es kommt nicht nur auf diese an – das Motorrad ist wie ein Orchester.
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Ich gebe dir ein Beispiel: Das Fahren einer Kurve; der Fahrer beginnt zu bremsen, indem er die Motorbremse nutzt. Das Motorrad geht dann in Schräglage, und der Fahrer muss es wieder aufrichten, wenn er aus der Kurve herauskommt. Dann kommt der Moment der Beschleunigung, in dem der Übergang zwischen Motorbremse und Traktion stattfindet. Der Fahrer muss in dieser Phase die Leistungsentfaltung kontrollieren, bei der es immer zu einem «Ruck» kommt, den er im Griff haben muss.
Wenn er Gas gibt, muss er das Motorrad zum Rutschen bringen, aber es darf niemals «pumpen», da dies zu einem Verlust der Bodenhaftung führt. Die nächste Phase ist, wenn das Vorderrad den Kontakt zum Boden zu verlieren droht.
Jeder Bereich des Motorrads – Motor, Elektronik, Chassis und Aerodynamik – ist an diesem Manöver beteiligt. Damit dieses Manöver so schnell und effektiv wie möglich durchgeführt werden kann, muss man an allen Bereichen gleichzeitig arbeiten. Ich kann mir vorstellen, dass zwischen den verschiedenen Bereichen eine gewisse Rivalität besteht. Ist eine deiner Aufgaben, die Harmonie zwischen allen Bereichen sicherzustellen?
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Genau, darum geht es, Harmonie zu schaffen. Letztendlich kann man meiner Meinung nach in diesem Job, im Rennsport, nicht «der Erfinder» sein. Aber gut, nehmen wir einmal an, dass es den «Erfinder» gibt, aber nachdem man die Idee hat, muss man das Teil simulieren, verstehen und entwerfen. Es muss gut funktionieren, man muss das Material auswählen, es muss kostengünstig sein. Das Kostenmanagement, ein interessanter Punkt... Ja, denn oft wird das nicht berücksichtigt. Manche stellen sich diese Welt als «einkaufen, machen und fertig» vor. So ist es aber nicht, denn man hat ein gewisses Budget. Ich gebe dieses Budget aus, um das zu bekommen, was ich brauche. Wenn ich etwas kaufe, das 1.000 Euro kosten kann, und ich bezahle 10.000 dafür, habe ich 9.000 bei etwas anderem weggenommen. Mit diesen 9.000 kann ich vielleicht Rechenkapazität kaufen und aerodynamische Simulationen schneller durchführen.
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Die Fähigkeit, vor allem in einer Position wie meiner als technischer Direktor, besteht also darin, Prioritäten zu setzen und zu entscheiden, wie alles im Unternehmen funktionieren soll. Du hast das Chassis, die Elektronik, den Motor und die Aerodynamik erwähnt. Aber es gibt noch einen weiteren sehr wichtigen Bereich, nämlich die Einkaufsabteilung. Denn manchmal kommt es vor, dass beispielsweise ein Zahnrad ein oder zwei kostet. Wenn die Einkaufsabteilung sich für das Teil entscheidet, das zwei kostet, reduziere ich die Rechenkapazität. Musst du diese Aufgabe auch übernehmen? Nein... Sagen wir mal so: Das liegt nicht in meiner Verantwortung. In unserem Unternehmen gibt es eine Referenzperson namens Giuseppe Guarino, der direkt Massimo (Rivola) unterstellt ist. Aber wir arbeiten sehr eng zusammen, Seite an Seite, denn er leitet den Prozess.
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Um jedoch zu entscheiden, ob es besser ist, sich für den einen oder den anderen Lieferanten zu entscheiden, benötigt er technische Unterstützung. Deshalb entscheiden ich und alle mir unterstellten Mitarbeiter – alle Abteilungsleiter – gemeinsam mit der Einkaufsabteilung, wohin wir gehen, wie wir vorgehen und versuchen zu verstehen, wie wir unsere Ressourcen am besten nutzen können. Ich nehme an, dass du dies aufgrund deiner langjährigen Erfahrung gut bewerkstelligen kannst. Ich muss sagen, dass ich von meiner Mutter ein Geschenk mitbekommen habe, nämlich ein gutes Gedächtnis. Wenn du mir also ein beliebiges Motorradteil nennst und mich nach dessen Preis fragst, kann ich dir diesen nennen. Zusammen mit meinen bisherigen Erfahrungen kann ich daher, wenn die Einkaufsabteilung ein Angebot erhält, fast sofort sagen: «Meiner Meinung nach ist das zu teuer, es liegt über dem Marktpreis.» Und vielleicht suchen wir dann nach anderen Lieferanten. Das ist interessant, denn man stellt sich nicht vor, dass ein Ingenieur, der ein MotoGP-Projekt leitet, sich um die Finanzen kümmert.
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Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die gesamte Logistik, die dahintersteckt. Denn man bewegt eine Menge Material. Wenn man beispielsweise eine große Anzahl von Verkleidungen herstellen lässt, um sich Ersatzteile für den Fall zu sichern, dass es zu mehr Stürzen als normal kommt, und dann stellt sich heraus, dass man eine neue Zulassung beantragen muss... Was passiert dann? Man wirft die weg, die man im Lager hat.
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