Martin Tomczyk (BMW): Probleme wie Sebastian Vettel

Von Andreas Reiners
DTM
Geknickt: Martin Tomczyk

Geknickt: Martin Tomczyk

Eigentlich müsste Martin Tomczyk verzweifeln. Nach seinem Katastrophenjahr 2013 mit nur einem Rennen in den Punkten hatte sich der Ex-Champion vor allem von seinem internen Wechsel von RMG zu Schnitzer viel versprochen.

Von einem Katastrophenjahr 2014 würde der 32-Jährige jetzt zwar (noch) nicht sprechen. Glücklich ist der Rosenheimer aber auch nicht. Denn seine Ansprüche sind andere als acht Punkte aus vier Rennen. Inzwischen mischt sich in den Frust vor allem Ratlosigkeit. Denn die Gründe dafür wären immerhin Möglichkeiten, den Zustand zu ändern. Doch woran es nun genau liegt, dass Tomczyk nicht in Schwung kommt, weiß er auch nicht.

«Die neuen DTM-Autos sind vielleicht nicht mehr so, wie sie alteingesessene Fahrer kennen. Ich habe 14 Jahre DTM-Erfahrung und weiß schon, wie sich ein Auto anfühlen muss, um schnell sein zu können», sagte Tomczyk dem «Donaukurier». «Ich tu mich mit der limitierten Testzeit, die wir haben, schwer. Es ist schwierig, das Auto perfekt hinzubekommen, dass ein extremer Wohlfühlcharakter entsteht.»

Vor allem die jungen Piloten kommen mit den neuen Autos besser klar. Junge Fahrer wie zum Beispiel Marco Wittmann, der ausgerechnet als Tomczyk-Ersatz bei RMG nun die Gesamtwertung anführt. Dabei macht der 24-Jährige gar nicht so viel anders, hat sogar einen vergleichbaren Fahrstil wie der Routinier. «Die Jungen steigen ein und sind schnell. Sie nehmen das Auto so wie es ist und fahren. Ich möchte immer alles perfekt hinbekommen. Es gelingt mir nicht immer und in letzter Zeit immer seltener», hadert Tomczyk.

Ein Erklärungsversuch: «Nehmen wir das Beispiel Vettel und Ricciardo in der Formel 1. Vettel hatte vier Jahre genau sein Auto, wie er es fahren wollte. Heuer gibt es neue Regeln, jetzt ist das Auto vielleicht nicht mehr so, wie er es kennt. Der Ricciardo kennt kein anderes, hockt sich rein, findet es super und ist einfach schnell. Was keine Ausrede sein soll. Jeder Fahrer muss mit dem Auto, das er hat, schnell sein.»

Und Teamkollege Bruno Spengler ist derzeit meistens schneller als er. «Ich mache mir schon viele Gedanken. Wie kann der Teamkollege, der das gleiche Material hat wie ich, pro Runde eine halbe Sekunden schneller sein? Du gehst alles zigtausendmal durch und kommst nicht wirklich zu einem Ergebnis. Das fuchst mich.»

Vor allem das Qualifying macht dem BMW-Piloten zu schaffen. «Ich weiß, dass ich nicht auf Startplatz 18 oder 19 gehöre. Ich habe das schon oft bewiesen. Dass ich es momentan nicht umsetzen kann, das fuchst mich. Ich denke, das kann doch nicht sein.»

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