BMW am Norisring: «Glaube nicht, dass es besser wird»

Von Otto Zuber
DTM
Läuft es für BMW wieder besser?

Läuft es für BMW wieder besser?

Audi, Audi, Audi und nochmals Audi. Vier Rennen sind in der DTM Saison 2015 abgewunken und in jedem demonstrierten die Ingolstädter eine fast schon beängstigende Überlegenheit.

In Hockenheim und auf dem Lausitzring fuhr besonders das Team Rosberg allen anderen davon – allen voran Jamie Green, der drei der vier Rennen gewann. Während bei der Konkurrenz von Mercedes-Benz und BMW zerknirschte Akzeptanz vorherrscht und unermüdlich Ursachenforschung betrieben wird, üben sich die Dominatoren in vorsichtiger Zurückhaltung. Eines haben jedoch alle Protagonisten der populärsten internationalen Tourenwagenserie gemeinsam: die Vorfreude auf den Norisring. Der Stadtkurs in Nürnberg ist ab dem 26. Juni die nächste Station im DTM-Terminkalender der Saison 2015.

Vor allem bei den gebürtigen Franken im Fahrerfeld leuchten beim Gedanken an den Norisring die Augen. Zu diesen zählt Mercedes-Benz-Pilot und DTM-Rookie Maximilian Götz. Punkte sind ihm in der aktuellen Saison noch nicht vergönnt gewesen. Beim Sonntagsrennen auf dem Lausitzring war der 26-Jährige nach einem Fehler im Warmup chancenlos: «Ich bin dort bereits von der Strecke abgekommen und habe mir den Vorderbau vom Wagen so beschädigt, dass anschließend kein vernünftiges Qualifying möglich war. Im Rennen habe ich mich dann etwas zurückgehalten, wollte keinem meiner Teamkollegen schaden. Es war dennoch wieder ein lehrreiches Rennen», sagte Götz. «Jetzt kommt jedoch mein Highlight. Ich freue mich sehr auf den Norisring. Dort bin ich zuletzt 2008 im Formel 3-Auto gefahren.

Das ist zwar etwas her, aber ich hoffe, dass ich da schnell wieder klarkomme. Es ist immer schön zwischen den Leitplanken auf einem Stadtkurs zu fahren. Besonders in den ersten Trainingsrunden kann man rumgucken und die Atmosphäre aufsaugen», freut sich der gebürtige Ochsenfurter, der auf reichlich Unterstützung von Freunden und Familie an der Strecke bauen kann.

Gleiches gilt für den Fürther Marco Wittmann. Der BMW-Pilot will bei seinem Heimrennen neue Zuversicht schöpfen: «Es war ein schwieriges Wochenende auf dem Lausitzring, das möchte ich jetzt am liebsten schnell vergessen und nach vorne blicken. Der Norisring ist für mich immer das Highlight der Saison, hier war ich schon als kleiner Bub an der Strecke. Auch während meiner Anfänge im Formelsport bin ich hier schon gefahren und ich komme immer wieder gerne zurück.»

Für den Gesamtführenden Jamie Green ist das «fränkische Monaco» ebenfalls ein gutes Pflaster. Die Siege in den Jahren 2008, 2009, 2010 und 2012 brachten dem Briten den Spitznamen «Mr. Norisring» ein. Ende Juni könnte er seine Statistik – elf DTM-Siege stehen auf seinem Konto - weiter aufpolieren, zumal ihm die Strecke mit den zahlreichen harten Bremspunkten entgegenkommt.

«Das ist gut für mich», so Green. «Der Norisring ist eigentlich immer eine richtige Sommerveranstaltung. Es ist heiß und es wird viel Party rund um die Strecke gemacht. Aber, es wird nicht leicht für mich. Ich habe durch die Siege so viel Zusatzgewicht im Auto.» Diese Performance-Gewichte hielten Audi allerdings am Lausitzring schon nicht davon ab, der Konkurrenz nahezu mühelos davonzufahren.

Doch auch Dieter Gass, DTM-Motorsportchef bei Audi, stapelt weiter tief und bezweifelt, dass die Fans des Herstellers einen Heimsieg feiern können: «Die Atmosphäre ist dort, auch aufgrund der Historie, immer etwas ganz besonderes. Ich fürchte, wir werden uns aber sehr schwer tun. Wir bekommen nochmal Gewicht in unsere Autos. Das auszugleichen wird ein hartes Stück Arbeit. Die Chancen auf einen Audi-Sieg auf der Heimstrecke haben sich wahrlich nicht verbessert.» 

Das sieht die Konkurrenz zum Teil ganz anders. Zu groß war der Vorsprung Audis in den ersten vier Rennen. Selbst Mercedes-Benz-Fahrer Pascal Wehrlein, der als Vierter im Gesamtklassement noch am ehesten mit den Audis mithalten kann, gibt sich zurückhaltend. «Wir dachten, der Lausitzring wäre unsere Strecke, und dann lief es gar nicht. Daher will ich keine Prognose abgeben. Grundsätzlich fahre ich aber gerne nach Nürnberg. Als einziger Stadtkurs im Kalender hat er ein besonderes Flair.»

Bei BMW ist man noch pessimistischer: «Der Kurs ist etwas Besonderes. Dort herrscht immer große Spannung. Ich glaube aber nicht, dass es bei uns besser wird», sagt Timo Glock, der am Lausitzring ohne Punkte blieb. BMW-Motorsportchef Jens Marquardt formuliert es noch deutlicher: «Natürlich ist der Norisring ein besonderes Rennen. Für uns als Münchener auch eine Art Heimspiel. Aber nach den bisherigen Eindrücken wird es auch dort sehr, sehr schwer. Unser Fokus kann nicht auf diesem Wochenende liegen. Wir müssen es schaffen, unser Paket so zu schnüren, dass die Lücke zu Audi, die derzeit extrem groß ist, erheblich kleiner wird.»

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