WM-Rentner Nikolai Krasnikov blamiert die Gegner

Von Jan Sievers
Eisspeedway
Ivanov, Saydulin, Myshkovec und Krasnikov (v.l.)

Ivanov, Saydulin, Myshkovec und Krasnikov (v.l.)

Auch am zweiten Tag der Russischen Eisspeedway-Meisterschaft konnte niemand Nikolai Krasnikov das Wasser reichen. Weltmeister Daniil Ivanov war trotz Schleudertrauma in Togliatti in Topform.

Rekordweltmeister Nikolai Krasnikov hat auch das zweite von vier Rennen zur Russischen Eisspeedway-Meisterschaft dominiert und führt sie an. Am Sonntag hielt das Material: Fünf Starts und fünf Siege waren das Resultat. Seine Startschwäche bügelte er wie immer durch waghalsige Überholmanöver aus.

Einzig Igor Kononov, der den ersten Tag gewonnen hat, da Krasnikov durch Motorschaden Punkte abhanden kamen, konnte den Speed der Koryphäe mitgehen. Der neue Mega-Lada-Fahrer dominierte dafür seine restlichen Läufe und wurde einzig von Krasnikov geschlagen. Er musste jedoch unfreiwillig Punkte abgeben, als er in Führung liegend stürzte, da ihm die Stoßdämpfer-Umlenkung gebrochen war.

Die Überraschung des Tages war jedoch Daniil Ivanov. Der Weltmeister stürzte am Vortag schwer und zog sich ein Schleudertrauma zu. Wie durch ein Wunder stieg der Red-Bull-Pilot heute auf sein Motorrad und schien seine Blessuren vergessen zu haben. «Ich hatte natürlich Pech mit dem Sturz und ging gehandicapt ins Rennen», sagte der Champion zu SPEEDWEEK.com. «Nach dem Sturz wurde ich gut behandelt und konnte letztendlich in einer guten Verfassung fahren.»

Auch am zweiten Tag gab es bei den Rennen zahlreiche Stürze. Besonders extrem war der Dreier-Sturz im letzten Durchgang. Jegor Myshkovec bog in Führung liegend auf die Zielgerade ein, als er die Bahnbegrenzung touchierte und stürzte. Die darauf folgenden Fahrer konnten nicht mehr ausweichen, was zum Domino-Effekt führte. Andrej Shishegov knallte in Myshkovecs Bike, Ex-Weltmeister Vitali Khomitsevich konnte ebenfalls nicht mehr ausweichen und flog wie Shishegov samt Motorrad mit Salto über die Bahn. Die Strecke glich einem Schlachtfeld, wie durch ein Wunder konnten alle drei Fahrer auf eigenen Beinen zurück ins Fahrerlager stiefeln. Khomitsevich kam am glimpflichsten davon, Shishegov prellte sich den Ellenbogen und Myshkovec brach sich das Schlüsselbein.

Der am Samstag schwer gestürzte Vizeweltmeister Dmtri Koltakov war am Sonntag auf Krücken im Stadion und musste zusehen, wie die anderen um die Krone Russlands kämpfen. Neben gebrochenen Knochen wurde sein Knie bei dem Sturz arg in Mitleidenschaft gezogen. Was alles kaputt ist und wie lange er aussetzen muss, weiß er erst, wenn ihn seine Leibärzte in Ufa genauer unter die Lupe genommen haben.

Die Top-3 der Russischen Meisterschaft werden automatisch für das Team-Weltfinale in Berlin nominiert. Nach derzeitigem Stand würden Nikolai Krasnikov, Igor Kononov und Daniil Ivanov die russischen Fahnen hochhalten. Auch wenn Krasnikov seine dritte Saison bestreitet, in der er auf eine Teilnahme bei der Einzel-Weltmeisterschaft verzichtet, will er es sich nicht nehmen lassen, die russische Nationalmannschaft im Weltfinale anzuführen.

Die Entscheidung der Russischen Meisterschaft fällt bei den abschließenden Rennen in Ufa im Januar.

Ergebnisse Russische Eisspeedway-Meisterschaft Togliatti, Tag 2:

1. Nikolai Krasnikov, 15 Punkte

2. Daniil Ivanov 12

3. Igor Kononov 11

4. Artem Novik 11

5. Sergej Karachintsev 9

6. Sergej Makarov 8

7. Jegor Myshkovec 8

8. Dmtri Khomitsevich 8

9. Vitali Khomitsevich 7

10. Jevgenij Szarov 6

11. Andrei Shishegov 6

12. Igor Saydullin 5

13. Sergej Logachev 4

14. Nikita Toloknov 3

15. Roman Akimenko 3

16. Dmtri Bulankin 1

17. Michail Litvinov 1

18. Dmtri Koltakov N

Stand nach 2 von 4 Rennen:
 1. Krasnikov, 27 Punkte. 2. Kononov 25. 3. Ivanov 21. 4. D. Khomitsevich 19. 5. Myshkovec 18. 6. Novik 17. 7. V. Khomitsevich 16. 8. Karachintsev 15. 9. Makarov 15. 10. Toloknov 12. 11. Szarov 12. 12. Shishegov 11. 13. Logachev 9. 14. Bulankin 7. 15. Akimenko 5. 16. Koltakov 0.

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