Sebastian Vettels Ferrari-Urteil: Motor, Aero, Reifen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Darauf müssen die Tifosi seit Singapur 2015 verzichten

Darauf müssen die Tifosi seit Singapur 2015 verzichten

​Ferrari nun seit Singapur 2015 sieglos, was um alles in der Welt ist mit jenem Team passiert, das gemäss Firmenpräsident Sergio Marchionne um den WM-Titel fahren sollte? Die Analyse von Sebastian Vettel.

Die Tifosi gingen mit der freudigen Erwartung in die Saison 2016, dass Ferrari ein Wörtchen um den WM-Titel mitreden würde. Nun steht die berühmteste Scuderia der Welt ohne Sieg seit Singapur 2015 da. Hatten wir alle falsche Erwartungen?

«Nein, das würde ich nicht sagen», antwortet der vierfache Formel-1-Champion Sebastian Vettel. «Wir hatten im Jahr zuvor drei Rennen gewonnen und waren die Nummer 2 hinter Mercedes, daher war das Ziel logisch. Die anderen waren einfach stärker als erwartet, wir konnten die Lücke nicht schnell genug schliessen, die Entwicklung verlief bei uns nicht rasant genug. Wenn ich die drei Kernpunkte nenne: Wir hatten ein Auto, das zu wenig Abtrieb aufbaut, Mercedes kann im Training vom Motor her mehr zulegen als wir, zudem haben wir die Reifen nicht immer komplett verstanden, das waren die grössten drei Baustellen.»

Und das Positivste? Sebastian sofort: «Der Teamgeist. Ferrari wurde in diesem Jahr ein paar Mal hart kritisiert, nicht immer zu Recht. Wir arbeiten sehr hart, die Leute gehen mit Leidenschaft und Hingabe an die Arbeit. Gut, es hat mit Siegen nicht geklappt. Aber an der Einsatzbereitschaft der Menschen hat es sicher nicht gelegen.»

«Mein schönster Moment war das Siegerpodest von Monza, es ist durch nichts zu übertreffen, wenn du als Ferrari-Fahrer dort oben stehst. Es ist schön zu sehen, wenn dich die Tifosi unterstützen, auch wenn unser Ergebnis nicht das war, was sie sich erwartet hatten. Wir sind nicht alleine.»

«Der Tiefpunkt? Wegen des Motorschadens nicht mal ins Rennen von Bahrain gehen zu können, das war eine bittere Pille. Zumal es sich dann bei Kimi gezeigt hat, dass wir ein wirklich konkurrenzfähiges Auto hatten.»

Zum Saisonfinale von Abu Dhabi sagt Vettel: «Uns fehlt noch ein Sieg, es wäre schön, wenn das hier klappen würde. Der Kurs an sich sollte gut zum Wagen passen. Leider ist das kein Wunschkonzert. Wir werden aber alles geben.»

Kann Ferrari im WM-Duell Zünglein an der Waage spielen? «Ja, gerne», grinst Vettel. «Am liebsten wäre mir, wenn wir vor den beiden Mercedes herumfahren. Dazu muss aber alles passen. Für uns steht ohnehin nicht im Mittelpunkt, wer Weltmeister wird. Sondern, dass wir das bestmögliche Ergebnis erzielen. Wie immer die WM ausgeht – der siegreiche Fahrer hat es verdient.»

«Klar will ich in der WM noch den vierten Platz erkämpfen. Es geht also auch hier in Abu Dhabi um einiges.»

Ist der Schritt ins neue Reglement 2017 eher Chance oder Gefahr?

«Beides», glaubt Sebastian, «und das für alle. Wenn alles so bliebe wie gehabt, dann ist es einfacher für die Spitzenteams. Es hat sich auch gezeigt – bei gleichbleibendem Reglement rückt das Feld immer dichter zusammen. Nun kommt was Neues. Da können die Abstände wieder grösser werden. Aber wir haben wie alle die Chance, einen grösseren Schritt zu tun als die Konkurrenz.»

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