Russland-GP in Sotschi: Nachtrennen verworfen

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Jahrelang war davon die Rede, dass der Russland-GP in der Olympiastadt Sotschi mittelfristig zum Nachtrennen werden würde. Diese Idee ist inzwischen sehr weit hinten in der Schublade gelandet.

Kurz nach dem ersten Grossen Preis von Russland in Sotschi dachte der damalige Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone schon einen Schritt weiter. Der Engländer wollte das Rennen mit dem Hintergrund von tausenden LED-Lampen sehen, die an Dächern der Austragungsstätten der Olympischen Spiele angebracht sind. Tatsächlich sind die Sportstätten nachts prachtvoll beleuchtet, ebenso das Kongresszentrum, das mit seinen Türmchen ein wenig nach Disneyland aussieht sowie der Lunapark.

Bernie Ecclestone damals: «Ich glaube, das wäre eine gute Idee. In der Nacht sind die Stadien mit den vielen Lichtern sehr farbenfroh, und der Hintergrund wäre für ein Formel-1-Rennen fantastisch.»

Die Austragung als Nachtrennen, so «Mr. Formula One», würde dem Russland-Grand-Prix einen besonderen Glamour verleihen, die Rennen von Singapur (erster Grand Prix in der Nacht), Bahrain und Abu Dhabi (wo in die Dämmerung gefahren wird) würden jedoch damit ihren Status des Besonderen einbüssen.

Rennstreckenarchitekt Hermann Tilke auf die Frage, wie aufwändig eine Umstellung zum Nachtrennen wäre: «Das kommt auf die Beleuchtung drauf an. Machbar ist alles. Das sind aber Speziallampen, und die haben eine Lieferzeit von einem halben Jahr. Dazu brauchst du eine Bauzeit von drei bis vier Monaten.»

Später relativierte Ecclestone seine Aussagen: «Es ist nicht günstig das nachträglich einzubauen, denn als es gebaut wurde, war der Zeitpunkt, die ganzen Kabel zu verlegen. Das ist jedoch nicht passiert», sagte Ecclestone. Was ihm vielleicht inzwischen auch klar wurde – in der Nacht kann es ziemlich kalt werden.

Nun ist der vierte Sotschi-GP über die Bühne gegangen, bei Postkartenwetter. Die Bilder mit stahlblauem Himmel und den schneebedeckten Bergen im Hintergrund gingen um die Welt, ebenso adrett anzusehen wie die Schwarze See gleich daneben, mit so manchem Delfin.

Der stellvertretende Premierminister Dmitry Kozak meint gegenüber der Nachrichtenagentur Tass: «Wir haben ein neues Management-Team in der Formel 1, und es gibt berechtigte Zweifel, ob ein Nachtrennen sinnvoll wäre. Die TV-Bilder sind wichtig, und ich finde, das Meer und die Berge erzeugen einen prima Rahmen für unser Rennen, das sieht im Fernsehen alles wirklich hübsch aus.»

Davon wäre bei einem Nachtrennen nichts mehr zu sehen. Der Vertrag von Sotschi läuft bis 2025. Vorderhand wird es bei einem Tages-GP bleiben.

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