Mario Andretti: Fernando Alonso vergeudet seine Zeit

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Die US-amerikanische Rennlegende Mario Andretti (77) spricht aus, was in der Formel 1 viele Experten denken: «Fernando Alonso steht in der Blüte seiner Karriere – und er vergeudet seine Zeit.»

Der langjährige Ferrari-Technikchef Ross Brawn, heute in Diensten von Formel-1-Grossaktionär Liberty Media, spricht vielen Fans und Fachleuten aus dem Herzen: «Schau dir an, was derzeit mit Fernando Alonso passiert. Ich finde es frustrierend, ein so gewaltiges Talent in durchschnittlichen Autos zu erleben. Er hat nur zwei WM-Titel erobern können, und für einen Piloten seines Talents ist das ein Hohn.»

Wozu Fernando Alonso fähig ist, das zeigte er bei seinem Einsatz in Indianapolis: Fünfter Startplatz zum Indy 500, das Rennen angeführt, zum Schluss mit starkem Drang Richtung erste Drei, dann aber wegen Motorschadens ausgerollt. Sein Andretti-Honda-Stallgefährte Takuma Sato gewann.

Alonso bei seiner Dankesrede für die Auszeichnung zum Neuling des Jahres: «Taku, im nächsten Jahr will ich deinen Motor.»

Fernando schaffte bei seiner Rede einen bemerkenswerten Spagat zwischen Bescheidenheit und Ironie. Zu seinem Ausfall meinte der 32fache GP-Sieger: «Immerhin wusste ich, wo ich mein Auto hinlenken musste, hatte ich doch in den letzten zwei Wochen nichts anderes getan als nach links zu steuern.»

Alonso über die Momente vor dem Rennen: «Die Atmosphäre in Indianapolis ist einzigartig. Du hast vor dem Start nur das Problem, dass du vor lauter Menschen auf der Startaufstellung dein Rennauto nicht finden kannst.»

Fernando über die Umstellung zum IndyCar-Fahren: «Es ist nicht ganz einfach, mit zwei Stimmen im Kopf zu fahren, die dir ständig sagen – innen! Aussen! Innen! Klar!» (Alonso spielt auf die so genannten «Spotter» an, welchen den Piloten sagen, welche Gegner unmittelbar in der Nähe liegen. M.B.)

Alonso schloss demütig: «Ich danke auch allen Piloten, von denen in ich meiner Zeit hier so viel Neues lernen durfte, das mich zu einem besseren Rennfahrer macht, nicht nur im IndyCar.»

In wenigen Tagen steigt Fernando Alonso wieder in seinen Formel-1-McLaren, dann ist kaum mit Startplatz 5 zu rechnen. Wohl eher mit neuen Motorschäden.

Jedem echten Renn-Fan tut es in der Seele weh, dass ein Pilot vom Kaliber Alonsos mit mittelmässigem Material herumfährt. Die US-amerikanische Rennlegende Mario Andretti, 1978 selber Formel-1-Champion, sagt in der spanischen Marca: «Ein Rennfahrer ist nur dann glücklich, wenn er konkurrenzfähig ist. Der Rest ist pure Frustration. Alonso steht in der Blüte seiner Karriere, aber er verschwendet seine Zeit. Und McLaren teilt diesen Schmerz, denn dieser Rennstall weiss, wie es sich anfühlt, Rennen und Titel zu gewinnen.»

Immerhin wittert Andretti: «Es kann nur besser gehen. Es sieht so aus, als hätten sie ein gutes Chassis. Und der Motor sollte besser werden.»

Fazit für Mario Andretti zum IndyCar-Abenteuer von Fernando Alonso: «Die Leute wertschätzen ihn noch mehr als vorher, und er verdient jeden Respekt. Bei dieser Geschichte gab es nur einen Verlierer, und das ist Honda.»

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