Formel-1-Ausstieg von Ferrari: F1-CEO Carey gelassen

Von Adam Cooper
Formel 1
​Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hat tüchtig gepoltert: Ferrari werde nicht um jeden Preis in der Formel 1 bleiben. Formel-1-CEO Chase Carey reagiert auf das Säbelgerassel aus Maranello gelassen.

Es war tagelang das grosse Thema der Formel 1: Ein möglicher Ausstieg des berühmtesten Rennstalls der Welt aus dem Grand-Prix-Sport. Zur Erinnerung: Ferrari-Präsident Sergio Marchionne holte wieder einmal die grosse Kelle hervor. Der italienisch-kanadische Spitzenmanager polterte, Ferrari könnte die Formel 1 durchaus verlassen.

Der 65jährige Fiat-Sanierer sagte: «Die Formel 1 gehört fest zur Geschichte von Ferrari. Und ich werde alles tun, um die Position von Ferrari im Sport zu schützen und zu wahren. Aber wir bleiben nicht um jeden Preis und auch nicht aus rein geschäftlichen Gründen. Die Formel 1 hat etwas Edles, etwas Nobles, das ist kein Sport wie jeder andere, wir wollen das bewahren helfen, und es sollte hier nicht nur rein ums Geschäft gehen.»

So kritisierte Marchionne das Bestreben, dass die Motoren der verschiedenen Hersteller ungefähr gleich viel leisten sollen.

Marchionne vollmundig: «Wir sind in Sachen strategischer Ausrichtung nicht ganz auf einer Linie, und wenn sich der Sport ab 2021 in eine andere Richtung bewegt, dann wird das seitens Ferrari zu gewissen Entscheidungen zwingen.»

«Wenn wir den Eindruck erhalten, die Rahmenbedingungen seien der Marke Ferrari nicht förderlich, wenn die einzigartige Stellung von Ferrari nicht gestärkt wird, dann wird Ferrari da nicht mitmachen.»

Marchionne unterstellte, die Formel 1 werden von den neuen Machthabern zu einer globalen NASCAR-Serie umgewandelt.

Der 62jährige Formel-1-CEO Chase Carey bleibt ob dieser Polterei komplett gelassen. Der US-Amerikaner meint: «Unsere Einstellung ist gar nichts so anders als jene von Ferrari. Ich will NASCAR nicht schlechtreden, aber es ist auch nicht in unserem Sinne, aus der Formel 1 eine globale NASCAR-Serie zu machen. Es wird keine standardisierten Autos geben. Die Formel 1 ist einzigartig, und ein Teil ihres Reizes besteht darin, dass die verschiedenen Rennställe ihr technisches Wissen einbringen können – wir wollen eine Vielfalt an Chassis und Motoren.»

«Aber wir streben einen finanziell gesünderen Sport an. Wir wollen, dass Erfolg auch davon abhängig wird, wie effizient Mittel eingesetzt werden. Wir streben an, dass mehr Rennställe die Möglichkeit erhalten, Rennen zu gewinnen.»

Von den bisherigen 18 Rennen der Saison 2017 haben die drei besten Rennställe der Formel 1 – Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing – sämtliche 18 gewonnen.

Hätten Sie auf Anhieb gewusst, wann letztmals ein anderer Rennstall siegreich war? Es war Kimi Räikkönen im Lotus-Renault beim Saisonstart 2013 in Melbourne, also vor 96 Rennen!

Das bedeutet gleichzeitig: Kein anderer Rennstall als einer der drei Top-Teams konnte in der neuen Turbo-Ära seit Anfang 2014 siegen.

Carey weiter: «Wir wissen, dass es nie möglich sein wird, dass alle Rennställe ungefähr gleich stark sind. Aber die Teams sollen bessere Rahmenbedingungen erhalten. Der Sport lebt vom Element des Unerwarteten, und wenn immer nur die Gleichen triumphieren, dann ist das für den Sport schlecht. Wir wollen Konkurrenz schüren, wir wollen mehr Unwägbarkeit, wir wollen Drama. Das wiederum wird zusätzliche Sponsoren anziehen, und davon haben letztlich alle Rennställe etwas.»

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