Williams in Abu Dhabi: Robert Kubica, Sergey Sirotkin

Von Mathias Brunner
Formel 1
Robert Kubica

Robert Kubica

​Der Williams-Rennstall lässt endlich die Katze aus dem Sack: Beim zweitägigen Test im Anschluss ans WM-Finale von Abu Dhabi fahren der Pole Robert Kubica sowie der junge Russe Sergey Sirotkin.

Nach tagelangen Spekulationen hat Williams nun endlich verkündet, wer beim zweitägigen Test (28./29. November) für den drittältesten Formel-1-Rennstall die 2018er Pirelli-Reifen ausprobieren wird – der 32jährige Pole Robert Kubica sowie der 22jährig Moskauer Sergey Sirotkin, aber auch der Kanadier Lance Stroll.

Williams teilt die Arbeit so auf: Am Dienstagmorgen steigt Kubica, der WM-Vierte von 2008, in den Williams FW40, am Nachmittag übernimmt Stammfahrer Stroll.

Am zweiten Tag testet Sirotkin (2017 dritter Mann bei Renault), bevor Robert Kubica übernimmt.

Williams erhält dabei die Gelegenheit, nach zwei Tests von Kubica mit einem 2014er Auto den Polen im aktuellen Renner zu erleben. Als Massstab gilt nicht nur das GP-Wochenende zuvor, sondern auch Stammfahrer Stroll.

Gleichzeitig wird Kubica nicht nur an Stroll gemessen, sondern auch an Sirotkin, der nach Mitteln und Wegen sucht, mittelfristig einen Stammplatz in der Formel 1 zu erhalten. Was auch im Sinne der Formel-1-Führung wäre, denn der bislang einzige Russe, Daniil Kvyat, wurde aus seinem Red-Bull-Abkommen entlassen und ist ohne GP-Renner.

Kubica und Sirotkin fuhren schon einmal beim gleichen Test – im vergangenen Sommer auf dem Hungaroring, damals für Renault.

Der Wirbel um Robert Kubica ist enorm. Für die Formel 1 wäre eine Rückkehr des Kanada-GP-Siegers von 2008 eine Hollywood-reife Geschichte. Das ging so weit, dass Williams dementieren musste, mit Kubica sei ein Zweijahresvertrag unterzeichnet worden. In einer Mitteilung liessen die Briten ausrichten: «Das ist unwahr. Es ist noch nicht entschieden, wer Nachfolger von Felipe Massa wird.»

Erstmals seit vielen Jahren besuchte Robert Kubica Anfang September die Formel 1 an einem GP-Wochenende. Der Pole wirkte entspannt und mit sich selber im Reinen. Er arbeitete für die italienische Sky als GP-Experte. Und der 32-Jährige sagte dabei: «Ich fühle mich noch immer als Formel-1-Fahrer.»

Ricardo Penteado, operativer Leiter des Renault-Rennstalls, sagte im August gegenüber der brasilianischen Globo: «Die Frage über die Fähigkeiten von Robert könnt ihr gleich vergessen – Kubica hatte kein Problem, einen 2017er Hybrid-Renner zu bewegen.»

Der Brasilianer gab einen wichtigen Hinweis darauf, wie die Testzeit einzustufen ist: «Das Wichtigste von allem – Kubica hatte nie Sprit nur für eine schnelle Runde. Ebenfalls herausragend für mich ist die schiere Anzahl Runden, die er gedreht hat. Du musst bei 40 Grad erst mal zwei GP-Distanzen zeigen und dann ohne einen Muckser aussteigen.»

Auch Gerüchte, wonach Kubica bei der Bedienung des Lenkrads eingeschränkt sei, zerstreut der brasilianische Ingenieur: «Er hatte damit keine Schwierigkeiten. Wir haben über Funk sehr viele Änderungen am Lenkrad verlangt, und er hat alles im Handumdrehen erledigt.»

Kubica galt vor sieben Jahren als kommender Weltmeister. Superstar Fernando Alonso sagte schon damals: «Es gibt nur einen, der mehr Talent hat als ich – Robert Kubica.»

Kubica hatte bei Wintertests mit Renault Bestzeit gefahren, die Saison 2011 erschien vielversprechend. Dann kam der Rallyeunfall, der die Karriere unterbrochen hat. Sein Kumpel Alonso wollte ihn zu Ferrari bringen, angeblich war schon ein Vorvertrag unterzeichnet.

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