Abu Dhabi-Sieger Valtteri Bottas: Es gab keine Panik

Von Mathias Brunner
Formel 1
Valtteri Bottas

Valtteri Bottas

​Valtteri Bottas verrät Hintergründe zu seinem makellosen GP-Wochenende von Abu Dhabi: Pole-Position, beste Rennrunde, Sieg. «Ich hatte ständig das Gefühl, dass ich alles unter Kontrolle habe.»

Finnland feiert bald 100. Geburtstag. Mercedes-Star Valtteri Bottas sagt in Abu Dhabi: «Da ich gerade kein anderes Geschenk für mein Land zur Hand habe, schenke ich diesen Sieg gerne Finnland!»

Finnland wurde am 6. Dezember 1917 unabhängig von Russland, daher fiel einem finnischen Bericherstatter für Abu-Dhabi-Sieger Valtteri Bottas die Frage ein: «Ist das jetzt dein Geschenk für dein Land?»

Bottas musste lachen: «Äh, also da ich im Moment gerade nichts Anderes berit habe, sage ich gerne – das ist mein Geschenk für mein Land! Ich bin sehr stolz, Finne zu sein. Ich weiss, auf welch treue Fans ich in meinem Land zählen kann. Das bedeutet mir viel.»

Wie die meisten Männer aus seinem Land ist Valtteri Bottas eher einer der stillen Sorte. Der 28-Jährige aus dem 15.000-Seelen-Dorf Nastola in Südfinnland wirkt nach seinem dritten GP-Sieg so aufgeregt wie nach einer entspannten Partie Pingpong. Einzig die roten Backen und das Leuchten in seinen Augen zeigen, wie stark Bottas in Arabien unter Druck stand.

Bottas relativiert: «Ich hatte alles unter Kontrolle. Hm, vielleicht mit Ausnahme meines Fehlers, als ich ein Rad stehen liess. Ich wusste genau – ein paar Mal kann ich mir das gegen einen Hamilton nicht erlauben. Aber ich hatte keine Panik an Bord. Ich kann mit Druck umgehen. Ein kleiner Blockierer kann mal passieren, das ist nicht so schlimm.»

«Aber es konnte heute wirklich kaum besser laufen: Nach der Pole vom Samstag nun ein Sieg samt bester Rennrunde. Ich bin sehr happy. Das gibt mir einen Selbstvertrauensschub für die Winterpause. Was mich wurmt – dass es mit dem zweiten Platz in der WM nicht geklappt hat. Generell hätte ich in diesem Jahr gerne mehr Rennen gewonnen.»

So muss es uns nicht wundern, wenn der 28-Jährige auf die Frage sagt, wie er seine Saison in einem Wort zusammenfassen würde: «Enttäuschend.»

Bottas ist selbst als Sieger komplett nüchtern. Was vielleicht auch daran liegt, dass es auf dem Siegerpodest wie üblich nur Rosenwasser gab statt eines Schlucks Champagner. Valtteri: «Das ist nun alles abgehakt und ich denke schon an 2018. Mein Ziel muss es sein, Lewis mehr unter Druck zu setzen. Das erwarte ich auch von mir selber.»

Bottas ist ultracool zum Sieg gefahren, und der Rosberg-Nachfolger bestätigt: «Ich fühlte mich entspannter als in Brasilien. Es ist nicht ganz leicht zu erklären, aber ich hatte schon das ganze Wochenende das Gefühl, dass ich einfach alles unter Kontrolle habe. Ich hatte nichts zu verlieren, vielleicht war ich deshalb so ruhig. Diese Ruhe muss ich in der kommenden Saison an jedem Wochenende haben.»

«Vielleicht gründet diese Ruhe in der Tatsache, wie hart ich mit dem Team gearbeitet habe, um die Schwächen zu verstehen, die wir nach der Sommerpause zeigten. Als es wieder besser lief, tankte ich neues Vertrauen, und Vertrauen ist in diesem Sport von elementarer Bedeutung.»

Auch bei der zweitletzten Frage ist Valtteri ganz Pragmatiker. Als er darauf angesprochen wird, was er nun in den Ferien mache, antwortet Bottas: «Welche Ferien? Wir sind hier noch am Testen, dann stehen drei harte Wochen mit PR-Aufritten auf dem Programm. Vor Weihnachten dürfte es dann endlich ein wenig ruhiger werden.»

Bottas wird zum neuen Formel-1-Logo befragt. Der Finne sagt: «Was war am alten Logo denn falsch? Ich mochte es, so wie es war.»

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