Ralf Schumacher zur Max Verstappen-Kritik: «Regeln sind kein Wunschkonzert»
Max Verstappen hat die neue Formel 1 angeprangert: zu viel Energie-Management, zu wenig Racing. Ralf Schumacher hat Verständnis für Bedenken des Niederländers, findet aber: «Jetzt mal keine Panik.»
Zu viel Energie-Management, zu wenig Vollgas, die neue Formel 1 wie eine Formel E auf Steroiden – das ist, sehr vereinfacht, die Kritik des vierfachen Formel-1-Weltmeisters Max Verstappen an den neuen Autos. Wie üblich hat der 28-jährige Niederländer kein Blatt vor den Mund genommen.
Das erzeugt bei Ralf Schumacher widersprüchliche Gefühle. Der 50-jährige Deutsche (180 Grands Prix) sagt im Sky-Podcast Backstage Boxengasse: «Grundsätzlich jetzt mal keine Panik. Wir haben es oft erlebt, wenn ein neues Reglement eingeführt wurde, dass die Leute ein wenig vorschnell urteilten. Mit den Flügelautos 2022 haben die Autos gehüpft, da war das Gezeter auch laut, und dann haben die Teams das langsam in den Griff bekommen. Lasst uns mal zu den ersten Rennen fahren, dann sehen wir weiter.»
Alonso: «Unser Küchenchef kann das Auto fahren»
Zu Max Verstappen sagt der sechsfache GP-Sieger Ralf Schumacher: «Max ist ja nicht der Einzige der Kritik geübt hat. Fernando Alonso hat zum Beispiel gewitzelt, selbst der Küchenchef von Aston Martin könnte dieses Auto fahren, weil es in den Kurven so träge sei. Und Lewis Hamilton hat gemeint, die neue Formel 1 sei langsamer als die Formel 2.»
«Gut, das kann man jetzt alles machen, doch letztlich sollte man auch vergessen, dass hier alle im gleichen Boot sind und der Formel 1 nicht schaden sollten. Natürlich darf man seine Meinung haben, aber man sollte schon so offen sein und die ersten WM-Läufe mal abwarten.»
Der WM-Vierte von 2001 und 2002 findet: «Da müsste man etwas mehr zusammenhalten und keine voreiligen Urteile fällen. Die Formel 1 ist für mich ein Miteinander, und vielleicht hätte man da die eine oder andere Aussage ein wenig anders machen können.»
«Klar habe ich Verständnis für die Lage von Verstappen, du willst als Fahrer immer im schnellstmöglichen Auto sitzen. Aber man muss gleichzeitig eben auch das grosse Ganze sehen. Wenn also Kritik, dann vielleicht besser hinter verschlossenen Türen.»
Ralf Schumacher: «FIA will Autokonzerne anlocken»
Der sechsfache GP-Sieger weiter: «Wir dürfen dabei auch nicht vergessen – diese Regeländerung war kein Wunschkonzert der Fahrer, sondern der Autosport-Weltverband hat versucht, mehr Hersteller anzulocken, das hat mit Audi funktioniert, Honda ist zurück, General Motors kommt. Da muss man schon abwägen: Wollen wir jetzt eine Formel 1, die für die Piloten spassig ist, oder wollen wir weltbekannte Autohersteller in die Königsklasse holen? Ich schätze, die Antwort ergibt sich von selber. Diese Entscheidung war schon richtig.»
«Max muss sich jetzt da durchbeissen, und ich bin sicher, die hellen Köpfe der Formel 1 werden für diese Rennwagen Lösungen finden, die auch den Fahrspass erhöhen.»
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