Ferrari von Leclerc/Hamilton: Zusatzflügel am Heck, Gegner baff und wehrlos
Zur zweiten Bahrain-Testwoche tauchen die Top-Teams mit zahlreichen Verbesserungen auf. Das Heck des Ferrari erzeugt viele neugierige Blicke: Was soll der Zusatzflügel über dem Getriebe?
Die hellsten Köpfe der elf Formel-1-Rennställe versuchen beim neuen Reglement fieberhaft, Lücken zu finden, um sich einen technischen Vorteil zu verschaffen. Die Entwicklungs-Maschine ist angeworfen, und vom ersten zum zweiten Bahrain-Test waren schon zahlreiche Verbesserungen zu erkennen.
Mercedes zog die Blick der Gegner auf sich mit neuen, noch schlankeren Seitenkästen, Red Bull Racing mit einem neuen Frontflügel. Und wer dem Ferrari SF-26 hinterher guckte, der kam auf den Gedanken: Nanu, was ist das für ein Flügelchen über dem Getriebe? Das war vor einer Woche noch nicht da.
Bei unserem Vergleich ebenfalls sehr schön zu sehen: Ferrari hat mehr Öffnungen ans Auto gebracht, um heisse Luft aus dem Motorraum zu bringen.
Zurück zum Flügelchen: Die Italiener streben mit diesem aus Metall gefertigte Flügelchen direkt hinter dem Auspuffrohr mehr Abtrieb an, zudem hilft es beim komplexen Luftstrom im unteren Heckflügelbereich.
Zwei Ziele mit dem Zusatzflügel
Die 2026er Motoren verlangen einen sehr eigenwilligen Fahrstil: Zum Laden der Batterie fahren die Piloten viele Kurven absichtlich in niedrigeren Gängen, ergo höheren Drehzahl an. Dadurch entsteht ein konstanterer Auspuff-Fluss.
Das in der Formel 1 fast nichts neu ist: Vor 15 Jahren hatten wir das schon mal, und keiner beherrschte diesen Kniff mit dem Nutzen der Abgase besser als Adrian Newey bei Red Bull Racing.
Ferrari-Trick kopieren? Gar nicht so einfach
Kopieren gehört in der Königsklasse zum Tagesgeschäft, also läge es nahe zu denken: Gut, dann werden wir diese Lösung bald auch an anderen Autos sehen. Aber so einfach ist das nicht.
Denn in jenem Bereich hat die Formel 1 eine flügelfreie Mini-Zone verfügt (6 cm hinter der Hinterachse). Ferrari nun hat Differential und Getriebe so entworfen, dass das Flügelchen diese 6-cm-Regel nicht verletzt. Anders gesagt: Die meisten Gegner müssten das Getriebe umbauen, um zum gleichen Ergebnis zu gelangen. Und das wird vor dem Hintergrund des Bugetdeckels kaum einer machen. Ferrari hat sich damit einen seltenen Vorteil erarbeitet, der nicht so einfach zu kopieren ist.
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