Martin Brundle zu Ferrari-Gegner: Hör auf zu jammern!

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Der Wechsel des FIA-Technikers Laurent Mekies von Paris nach Maranello hat unter den Ferrari-Gegnern Unmut erzeugt. GP-Experte Martin Brundle hat kein Verständnis und findet: Hör auf zu jammern!

Hinter den Kulissen der Formel 1 brodelt es. Zahlreiche Teamchefs murren, weil FIA-Techniker Laurent Mekies zu Ferarri wechselt. Nach drei Jahren Arbeit beim Automobilweltverband FIA kehrt der 40jährige Techniker zu einem Rennstall zurück – ab 20. September wird er für Ferrari tätig sein, dort wird er direkt Technikchef Mattia Binotto unterstellt.

Mekies stiess nach vielen Jahren als Ingenieur bei Minardi und Toro Rosso 2014 zur FIA, als leitender Ingenieur beim Autoverband für Sicherheitsbelange – wie etwa die Entwicklung des Kopfschutzes Halo (Heiligenschein). 2016 wurde er als Nachfolger des Formel-1-Urgesteins Herbie Blash stellvertretender Rennleiter (hinter Charlie Whiting).

Die meisten Teamchefs kritisieren den Wechsel grundsätzlich und auch die ihrer Ansicht nach kurze Auszeit des Franzosen, wollen sich öffentlich aber nicht äussern. Nur McLaren-Teamchef Eric Boullier hatte den Mumm, Stellung zu beziehen. «Wir sind sehr ungehalten darüber, dass die FIA noch einen weiteren wichtigen Mitarbeiter an einen Rennstall verliert. Wir sind wütend, weil alle Rennställe in der letzten Strategiegruppensitzung darüber einig waren, dass kein Team einen leitenden FIA-Angestellten beschäftigen sollte, der nicht 12 Monate Auszeit genommen hat. Ferrari hat gegen dieses Gentleman-Abkommen verstossen, und die FIA hat nichts getan.»

Der 158fache Grand-Prix-Teilnehmer Martin Brundle kann nur den Kopf schütteln. Der Engländer, Le-Mans-Sieger von 1990 mit Jaguar, rückt die Verhältnisse wieder ins richtige Licht, als er sich via Twitter so zu Wort meldete: «Es gibt keine Gentlemen in der Formel 1. Es gab nie welche. Das macht die Formel 1 so roh und fesselnd, und das ist auch der Grund, warum ich die gegenwärtige Schneeflocken-Einstellung einiger Menschen gegenüber der Formel 1 nicht mag.»

Als “snowflake attitude“ wird bezeichnet, wenn sich Menschen für etwas ganz Besonderes halten, sehr empfindlich sind, den Fehler grundsätzlich bei Anderen suchen oder es für etwas Besonders gehalten wird, grundsätzlich andere Meinung zu sein. Der Begriff kann im weitesten Sinne auch verwendet werden, wenn Menschen politisch zu korrekt sind, um eine Diskussion auf ihre Seite zu ziehen oder gleich zu beenden.

Brundle weiter: «In der Formel 1 geht es darum, Leistung abzuliefern, über sich hinaus zu wachsen, zu gewinnen oder eben zu verlieren, fressen oder gefressen werden. Ellbogen raus oder mach Platz! Es geht um den Schnellsten, den Furchtlosesten, den Begnadetsten, den Fabelhaftesten.»

Anders gesagt findet der Sportwagen-Weltmeister von 1988: Hör auf zu jammern!

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