Jos Verstappen zu Max: Gnadenloses Urteil des Vaters

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Nach dem China-GP: Noch immer gibt die Attacke von Max Verstappen auf Sebastian Vettel viel zu reden. Vettel hat das abgehakt, Niki Lauda ist genervt. Was sagt Max’ Vater Jos Verstappen?

Einhellige Meinung im Formel-1-Fahrerlager: Die Kollision zwischen Max Verstappen und Sebastian Vettel im China-GP geht zu hundert Prozent auf die Kappe des Niederländers. Dennoch hebt der Ferrari-Star keinen Groll. Seb: «Ich weiss es zu schätzen, dass er nach dem Grand Prix gleich zu mir gekommen ist. Ich sagte ihm: „Genau so muss das geregelt werden, von Mann und Mann und unmittelbar nach dem Rennen – nicht über die Medien.“»

Was hat Vettel zum jungen Verstappen gesagt? «Ich sagte ihm: „Schau, diese Rennen sind ziemlich lang. Du hast hier deine Chancen auf einen Podestplatz weggeschmissen!“ Die ganze Übung war unnötig. So wie er reagierte, hat er das verstanden. Hier geht es auch nicht um Alter oder Reife. Wir müssen hier Entscheidungen in Bruchteilen einer Sekunde treffen, da gibt es nun mal Fehler.» Die österreichische Rennlegende Niki Lauda war da weniger diplomatisch. Der Wiener sprach nach dem dritten Saisonrennen von mangelnder Intelligenz und spricht dem jungen Red Bull Racing-Fahrer Lernfähigkeit ab.

Was sagt der härteste Kritiker von Max Verstappen – sein Vater Jos? Der 46jährige Verstappen senior hat sich in der niederländischen Sendung Peptalk des Kanals Ziggo Sport dazu geäussert. «Mit Eifer habe ich kein Problem», meint der 46jährige Jos zum Fahrstil seines Sohnes. «Zum Beispiel war für mich die Attacke von Max gegen Lewis Hamilton in Bahrain gerechtfertigt. Keiner sollte vergessen, dass die Red Bull Racing-Fahrer ein wenig mehr Risiko in die Waagschale legen müssen, weil ihr Auto nicht die gleiche Topspeed hat wie die Wagen von Ferrari und Mercedes. Ausgangs der Kurve hätte Max aber Hamilton mehr Raum geben müssen. Das könnte ich allerdings auch über Lewis sagen. Für mich war das ein Rennzwischenfall mit gleich grosser Schuld.»

«Max steht immer besonders unter Beobachtung, das hat mit seinem Alter zu tun. Der Kampf zwischen Alonso und Vettel war ebenfalls grenzwertig, gab aber nach dem China-GP nicht so zu reden wie Vettel gegen Verstappen. Ich finde nicht, dass mein Sohn in den Medien unfair behandelt wird.»

«Aber der Angriff gegen Sebastian war einfach eine Fehleinschätzung. Max muss sich in gewissen Situationen mehr konzentrieren. Ich will nicht, dass er seinen Fahrstil ändert. Er hat beim Start gleich zwei Gegner überholen können, das war perfekt. Das wollen die Fans sehen. Früher haben wir uns hingesetzt und ausführlich über eine bestimmte Situation geredet. Heute ist er alt genug, dass wir das eigentlich nicht mehr machen müssten. Ich bin nicht wütend, eher enttäuscht. Letztlich leidet er selber am meisten.»

Fehlt der Einfluss des Vaters? Es ist aufgefallen, dass Jos Verstappen viel weniger präsent ist als während der Anfangsphase von Max’ Formel-1-Karriere. Jos meint: «Ich bin weniger oft bei den Rennen, weil mich Max eigentlich nicht mehr braucht. In Aserbaidschan werde ich wieder auf dem Rennplatz sein, aber das war schon länger so geplant. Ich werde auch nach Barcelona und Monte Carlo reisen.»

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