Jenson Button: «Sicher keine Absicht von Ferrari»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Jenson Button verteidigt Ferrari

Jenson Button verteidigt Ferrari

Der frühere GP-Pilot Jenson Button hätte seinem Landsmann Lewis Hamilton den Heimsieg gewünscht. Die Anspielungen von Mercedes, dass die Ferrari-Crash absichtlich herbeigeführt wurden, hält er für Unsinn.

«Ich denke, wir alle sollten uns etwas beruhigen», erklärte der 1996er-Weltmeister Damon Hill, als er für den britischen TV-Sender Sky den diesjährigen GP von Silverstone analysierte. Der Brite meinte damit vor allem die Gemüter an der Boxenmauer von Mercedes, denn dort kam nach dem Startcrash von Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton der Verdacht auf, Ferrari würde die Silberpfeile mit Absicht abschiessen.

Schliesslich war das schon der zweite Zwischenfall, in dem ein Ferrari in einen Mercedes krachte – bereits in Le Castellet hatte Sebastian Vettel den glücklosen Finnen Valtteri Bottas abgeräumt. «Um es in den Worten von James Allison zu sagen: War das Absicht oder einfach Unvermögen?», zitierte Motorsportchef Toto Wolff den Technikchef der Silberpfeile, und die Wut stand dem Österreicher ins Gesicht geschrieben. Auch sein Schützling Hamilton wetterte mit Blick auf die rote Konkurrenz: «Das ist eine Interessante Taktik von denen.»

Diese Anspielungen kamen bei den wenigsten Experten im Fahrerlager von Silverstone gut an. Denn kaum einer glaubt ernsthaft, dass die Ferrari-Piloten einen eigenen Ausfall riskieren, um die Silberpfeile von der Bahn zu schaffen. «Das war definitiv keine Absicht, das macht heute keiner mehr. Aber es ist hart, das hinzunehmen, und natürlich kochen die Emotionen da hoch», betonte Jenson Button, der zwischen 2000 und 2017 mehr als 300 GP-Einsätze bestritten und dabei 15 Siege und insgesamt 50 Podestplätze im GP-Zirkus erobert hat.

«Der Unfall zeigt doch auch, wie schwierig es geworden ist, in einem Formel-1-Auto ein gelungenes Überholmanöver zu zeigen», erklärte der Brite weiter. «Und natürlich versuchen die Jungs, in der ersten Runde Positionen zu gewinnen. Da kann es zu Fehler kommen, das gehört zum Racing dazu und das passiert jedem mal. Du versuchst natürlich, keine Fehltritte zu machen, aber Ausrutscher passieren manchmal einfach», weiss er.

Und das war nicht der einzige positive Aspekt, den Button herausstrich: «Ich weiss, dass die meisten Zuschauer hier am liebsten einen Sieg von Lewis gesehen hätten. Aber genau darum geht es beim Rennfahren, manchmal läuft es halt nicht, wie man es sich wünscht. Lewis’ Aufholjagd war fantastisch! Wie er gefahren ist, und die Pace seines Autos waren einfach wunderbar! Es ist kein einfaches Pflaster für den Piloten, das Auto und die Reifen, trotzdem konnte er sich im ersten Stint bereits zurückkämpfen. Dabei hat er einige fantastische Überholmanöver gezeigt und am Ende gab es auch noch diesen unglaublichen Vierkampf an der Spitze, das war einfach überwältigend!»

Der Weltmeister von 2009 hatte auch einige tröstende Worte für den Zweitplatzierten, der sich sichtlich schwer tat, die bittere Pille zu schlucken, die der Startcrash ihm beschert hatte. «Lewis war nicht sein bestes Rennen, aber er hat einige wichtige Punkte gesammelt», stellte Button klar. «Und sein Rückstand auf den WM-Leader beträgt nur acht Punkte. Das heisst: Wenn er das nächste Rennen gewinnt, dann trennt ihn nur noch ein Punkt von Sebastian. Und ich habe das Gefühl, dass er sich im nächsten Rennen noch steigern wird.»

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