Toto Wolff (Mercedes): «Müssen voll attackieren»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Toto Wolff: «Als wir heute am Ende von Q3 die Karten auf den Tisch gelegt haben, hatten sie uns etwas voraus»

Toto Wolff: «Als wir heute am Ende von Q3 die Karten auf den Tisch gelegt haben, hatten sie uns etwas voraus»

Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff musste im Monza-Qualifying mitansehen, wie Ferrari die erste Startreihe eroberte. «Gratulation an Ferrari: Sie haben sehr gute Arbeit geleistet und ihr Paket verbessert», lobte er.

Vor dem Start des 14. Formel-1-Rennwochenendes in Italien hoffte Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff noch auf eine Wiederholung der letztjährigen Dominanz von Lewis Hamilton. Denn der Brite hatte 2017 im verspäteten Qualifying auf nasser Piste mit einer Pole-Runde geglänzt, an die weder die Red Bull Racing-Fahrer noch die Ferrari-Konkurrenz herankommen konnte. Doch der Wiener durfte mitansehen, wie Ferrari-Kultfigur Kimi Räikkönen und sein Teamkollege Sebastian Vettel die ersten beiden Startplätze eroberten.

Seine Schützlinge Lewis Hamilton und Valtteri Bottas kamen hingegen nicht über die Startplätze 3 und 4 hinaus, sodass der Chef der Silberpfeile neidlos anerkennen musste: «Das war ein richtig enges Qualifying. Nachdem wir uns im Q3 zunächst die provisorische Pole Position gesichert hatten, hat es für uns im letzten Versuch leider nicht ganz gereicht. Gratulation an Ferrari: Sie haben sehr gute Arbeit geleistet und ihr Paket verbessert. Als wir heute am Ende von Q3 die Karten auf den Tisch gelegt haben, hatten sie uns etwas voraus.»

«Es war ein spannendes Qualifying, in dem es darum ging, sich den richtigen Windschatten auf den Geraden zu sichern, um dadurch einen Vorteil zu haben. Dabei halfen auch ein paar Spielchen, was in einem so eng umkämpften Qualifying normal ist, wenn der Windschatten einen Vorteil bringt. Lewis zeigte im Q3 zwei starke Runden, genau am Limit und verbesserte sich auf seinem letzten Run. Leider verpasste er die erste Reihe ganz knapp um ein paar Hundertstel», fügte Wolff seufzend an.

Mit Blick auf Hamiltons Teamkollegen erklärte er: «Valtteri erlebte bislang ein kniffliges Wochenende. Er fühlte sich nicht ganz wohl im Auto, was sich heute in seiner Position niedergeschlagen hat.» Und er tröstete sich: «Für morgen sind die Startplätze 3 und 4 aber vielleicht nicht die schlechtesten. Schliesslich gibt es auf dieser Strecke einen starken Windschatten. Eins steht aber schon jetzt fest: Wir müssen voll attackieren –  und genau das haben wir uns auch vorgenommen.»

Mercedes-Chefingenieur Andrew Shovlin gestand seinerseits: «Wir hatten vor dem Qualifying das Gefühl, dass Ferrari einen leichten Vorteil hatte, aber wir waren fest entschlossen, es ihnen alles andere als einfach zu machen. Lewis hat einige richtig starke Runden gezeigt und war sehr nah dran, Vettels Zeit zu schlagen. Es ist enttäuschend, dass wir kein Auto in der ersten Reihe haben, aber wir haben hier auf einer Runde nicht ganz die Pace und müssen akzeptieren, dass wir einfach nicht schnell genug waren.»

«Valtteri fühlte sich beim Anbremsen im Auto nicht ganz so wohl wie Lewis und auf dieser Strecke benötigt man bei den starken Bremsmanövern volles Vertrauen ins Auto», verriet der Brite. «Er hat jedoch heute im Verlauf der Sessions gute Fortschritte erzielt und startet aus einer Position, aus der wir Ferrari vor uns angreifen und unter Druck setzen können. Die Rennen hier sind normalerweise spannend und wenn wir von hinten nicht unter Druck geraten, gibt es einige interessante Strategieoptionen. Entsprechend werden wir heute Abend die verschiedenen Varianten durchspielen, um herauszufinden, womit wir morgen die beste Siegchance haben werden.»

Valtteri Bottas klagte: «Der gesamte Tag war recht schwierig für mich. Wir nahmen für das dritte Training einige Änderungen an der Fahrzeug-Abstimmung vor. Danach war das Auto besser in den Kurven, aber wir haben Performance beim Anbremsen verloren, was die Räder leicht blockieren liess.»

Und auch der Finne stellte klar: «Auf dieser Hochgeschwindigkeitsstrecke ist es natürlich sehr wichtig, dass man volles Vertrauen in die Bremsen hat. Leider war das bei mir nie so richtig der Fall.» Immerhin_ Im Vergleich zum dritten Training fühlte sich das Auto im Qualifying etwas besser an, auch wenn es immer noch nicht optimal war. «Auf meiner ersten Runde im Q3 machte ich in der ersten Kurve einen Fehler und danach war es schwierig, die Kurve im zweiten Versuch richtig hinzubekommen», übte er sich in Selbstkritik.

«Aber das war erst das Qualifying. Das Wochenende ist noch nicht vorbei, denn das Rennen ist erst morgen und wir werden alles geben, um Ferrari unter Druck zu setzen und sie anzugreifen. Warten wir ab, was mit der Strategie möglich ist. Ich bin mir sicher, dass die erste Runde sehr interessant wird, da wir vor der ersten Kurve vielleicht einen leichten Windschatten haben könnten», erklärte Bottas zum Schluss kämpferisch.

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