Russland-GP in Sotschi: Warnung vor dem Papierkram

Von Rob La Salle
Formel 1
​​Sotschi ist kein Formel-1-WM-Lauf wie jeder andere. Auch nicht für die Grand-Prix-Rennställe – wie Jean-Pierre Raymond erklärt, der leitende Logistiker beim Formel-1-Werksteam von Renault.

Sotschi liegt mehr oder weniger auf der Breite von Nizza, aber in Sachen Logistik ist der Olympia-Ort eher mit der Wüste Gobi zu vergleichen, die ebenfalls auf diesem Breitengrad liegt. Sotschi, gut 3500 Kilometer vom Hauptsitz von Renault Sport F1 bei Paris entfernt, gilt als Flugrennen, also wie Grands Prix in Fernost oder in Nordamerika, und damit beginnen die Kopfschmerzen des Logistik-Spezialisten Jean-Pierre Raymond.

Der Franzose erklärt: «Obschon man grundsätzlich mit den Rennlastern nach Sotschi fahren könnte, behandeln wir das Rennen als Übersee-GP, bereiten also zwei Frachten vor – eine per Schiff, eine per Flieger. Allerdings, wenn ich sage Schiff, dann ist das genau genommen nicht ganz korrekt. Normalerweise verschiffen wir Betriebsstoffe und weiteres Material mit Containern und Frachtschiffen, das geschieht Wochen vor dem jeweiligen Rennen, wie etwa dem Grand Prix in Singapur. Wir haben allerdings auch schon per Lastwagen von Paris über Italien nach Russland versandt. Die Lkw mit drei Tonnen Material kamen eine Woche vor dem Sotschi-GP an.»

«Dazu kommen jene sechs Tonnen Luftfracht, die vor dem Singapur-GP per Luftfracht losgeschickt wurden. Ein grosser Teil dieser Fracht ist für die restlichen Grands Prix der Saison vorgesehen, die ja allesamt Übersee-GP sind. Wir sind aber auch flexibel genug, um mit einer weiteren Flugfracht reagieren zu können, sollten wir in Sotschi zusätzliches Material brauchen.»

«Eine der grössten Einschränkungen beim Rennen in Sotschi ist der Papierkram. Die ganzen Dokumente müssen allesamt auf Russisch übersetzt werden. Wir arbeiten für diese Dossiers mit einer besonderen Agentur zusammen. Auch die personelle Logistik ist kompliziert. Jeder, der zum Sotschi-GP reist, braucht ein Visum, das bindet Zeit. Aber nach Schwierigkeiten im ersten Jahr wurde das Prozedere zum Glück ein wenig vereinfacht.»

«Wir haben von Paris keine Direktflüge nach Sotschi, also dauert es so lange, nach Russland zu kommen, wie bei unserer Reise nach Japan! Wir reden hier von ungefähr zwölf Stunden, Tür zu Tür.»

«Vor Ort ist das ganze Team in Hotels untergebracht, die für die Olympischen Winterspiele 2014 gebaut wurden. Das ist verhältnismässig einfach. Kompliziert wird das Ganze jedoch durch die scharfen Kontrollen. Wir haben viel mehr Polizei vor Ort als an anderen GP-Orten, unsere ganzen Fahrzeuge werden sehr gründlich kontrolliert, ebenso das Handgepäck unserer Mitarbeiter.»

«Unterm Strich würde ich sagen: Wir müssen ungefähr die Hälfte mehr Arbeit in die Vorbereitung des Russland-GP investieren als für ein normales Rennen.»

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