Ferrari: Räikkönen-Sieg in Texas für toten Ingenieur

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene war nach dem USA-GP-Sieg von Kimi Räikkönen zu Tränen gerührt. Nicht weil der Finne endlich gewonnen hat, sondern will Ferrari einen Ingenieur verloren hat.

Maurizio Arrivabene zeigte sich nach dem Rennen mit Sonnenbrille, so wie Austin-GP-Sieger Kimi Räikkönen. Aber das lag nicht an der texanischen Sonne. Der Ferrari-Teamchef wollte seine Emotionen verbergen, denn ihm standen Tränen in den Augen. Klar freute er sich darüber, dass Kimi Räikkönen nach einer unfassbaren Durststrecke von 2044 Tagen endlich wieder einmal gewonnen hat. Vor allem jedoch erinnert sich der Teamchef an Daniele Casanova, der in der Woche vor dem USA-GP verstorben ist.

Casanova, seit Jahren als Techniker in Maranello tätig, war früh zu Bett gegangen, weil er Kopfschmerzen hatte und seiner Gattin sagte, er fühle sich nicht besonders. Dann versagte sein Herz. Alle Reanimierungsversuche, zunächst von seiner Frau, dann von den Rettungskräften, schlugen fehl. Der Italiener wurde nur 48 Jahre alt. Er hinterlässt seine Ehefrau und zwei Söhne im Alter von sechs und acht Jahren.

Casanova leitete seit März 2015 die Simulationsabteilung, im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit des Ferrari. Sein offizieller Titel: Head of Perfomance Systems. Er brachte viel Erfahrung nach Maranello mit. Der Italiener arbeitete bei Lotus (2010 bis 2015), bei Red Bull Racing (2006 bis 2010), bei Toyota (2003 bis 2005) und bei Renault F1 (2000 bis 2003). Er hatte an der Universität von Cranfield einen Abschluss in Optimierung und Simulationstechnik. Zuvor hatte er am Polytechnikum von Mailand seinen Mechanik-Ingenieur gemacht und danach zwei Jahre lang an der Uni von Delft Fahrzeugdynamik studiert.

Teamchef Maurizio Arrivabene hat früher regelmässig Medienrunden veranstaltet. Heute ist er nur noch bei offiziellen FIA-Runden zu hören. Ansonsten: niente. Ein Top-Team mit einem Teamchef, der sich den Medien entzieht, das war ein wenig gewöhnungsbedürftig und bleibt unprofessionell. Einzige Ausnahme: Wenn ihn eine TV-Kameramannschaft nach einem Rennen umstellt. Dann gibt es für die Sky eine karge Wortspende, ein paar Sätze vielleicht, basta.

Bei Sky Italien meinte er nach dem Rennen: «Ihr seht, dass ich die Brille trage, und das mache ich sonst nie. Aber wir denken in diesem Moment an unseren Daniele Casanova, den wir vor kurzem verloren haben. Er ist jetzt da oben, aber ich weiss, dass er auch bei uns ist.»

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