Das erwartet Mick Schumacher in der Formel 2

Von Andreas Reiners
Formel 1
Mick Schumacher

Mick Schumacher

Mick Schumacher absolviert ab 2019 den letzten Schritt bis vor die Tür zur Formel 1: Der 19-Jährige geht in der Formel 2 an den Start. Wir sagen, was ihn dort alles erwartet.

In der Karriere eines Sportlers ist nicht alles planbar. Man kann der Laufbahn eine gewisse Richtung geben, viele Dinge organisieren, regulieren. Auch eingreifen, bremsen, dann wieder Gas geben. Doch den Rest regeln normalerweise Können und Glück.

Mick Schumachers Karriere liegt ebenfalls ein Plan zugrunde. Es sind die kleinen Schritte, die den 19-Jährigen zu seinem großen Ziel bringen sollen, bis in die riesengroßen Fußstapfen seines Vaters Michael, die er eh nicht ausfüllen kann, die ihn aber in die Formel 1 tragen sollen.

Schritt für Schritt. Bedächtig, wohl überlegt. Zwei Jahre Formel 4. Vizemeister, dann der Aufstieg. Zwei Jahre Formel 3. Champion. Nun der nächste Aufstieg.

Für Schumacher «ein logischer Schritt. Denn ich möchte an meiner technischen Erfahrung und den fahrerischen Fähigkeiten weiter feilen.» Das macht er nun beim Prema Team in der Formel 2. Doch was erwartet ihn dort? SPEEDWEEK.com mit den Details.

Auto: Schumacher bekommt in der Formel 2 ordentlich Power unter den Hintern. Sein Bolide ist rund 750 Kilo schwer und hat rund 620 PS.

Zum Vergleich: In der Formel 3 waren es bislang «nur» 330 PS. Im Auto steckt ein 3,4-Liter-V6-Turbomotor. Rund 335 km/h sind damit möglich. Klar ist: Der Bolide, der 2018 eingeführt wurde, ist eine Herausforderung. Mit ihm sind die Fahrer noch näher an die Formel 1 herangerückt.

Teamchef Rene Rosin: «Diese Meisterschaft ist nicht einfach, vor allem für Rookies seit der Einführung des neuen Autos. Aber wir denken, dass Mick über die nötige Reife und Fähigkeiten verfügt, um es zu schaffen.»

Team: Das Prema Powerteam ist eine Nummer im Nachwuchs-Formelsport, holt vor allem in der Formel 3 regelmäßig den Fahrer- und den Teamtitel. Mick kennt die Mannschaft seit 2016, als er in der Formel 4 von Van Amersfoort Racing zu dem italienischen Traditionsteam wechselte.

«Für mich war es sehr klar, mit Prema in die Formel 2 zu gehen. Ich kann der Prema-Familie nicht genug dafür danken, was wir als Team gemeinsam erreicht haben, vor allem in diesem Jahr, wie wir uns gemeinsam weiterentwickelt haben», sagte Schumacher.

In der Formel 2 fährt Prema seit 2016 mit. Im ersten Jahr dominierte man mit Pierre Gasly und Antonio Giovinazzi die Konkurrenz und holte das «Double». 2017 gewann der neue Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc für Prema den Titel, als Team wurde man Zweiter. 2018 lief es ernüchternder, mit Nyck de Vries und Sean Gelael langte es nur zu Platz fünf.

Kalender: Der Kalender der Formel 2 für 2019 wurde noch nicht veröffentlicht. Klar ist aber, dass Schumacher Formel-1-Luft schnuppern wird, denn die Nachwuchsserie wird im Rahmenprogramm der Königsklasse ausgetragen.

Für Schumacher heißt das auch: er muss eine Reihe neuer Strecken kennenlernen. In dieser Saison waren es insgesamt zwölf Rennwochenenden.

Gegner: Die Saison ging mit der Formel 1 in Abu Dhabi zu Ende. George Russell ist der neue Champion, er verdiente sich ein Formel-1-Cockpit bei Williams. Vize Lando Norris fährt 2019 für McLaren, der Dritte Alex Albon steigt zu Toro Rosso auf.

Klar ist: Die Konkurrenz ist groß, alle haben das gleiche Ziel, und alle stehen mehr oder weniger kurz davor. Es wird anders zugehen als noch in der Formel 3, härter, unerbittlicher.
Viele Formel-1-Teams haben die Fahrer aus ihren Nachwuchsprogrammen am Start, sehr viele haben bereits Erfahrungen im Formel-1-Renner gesammelt.

Von Donnerstag an kann sich Schumacher die Konkurrenz genauer anschauen, dann stehen dreitägige Tests in Abu Dhabi auf dem Programm. Nikita Mazepin wurde jüngst für 2019 bestätigt, Sergio Sette Camara soll ebenso testen wie Nicholas Latifi, Louis Deletraz, GP3-Champion Anthoine Hubert, Tatiana Calderon, Juan Manuel Correa und Callum Ilott.

Serie: Als unmittelbarer Unterbau der Formel 1 schafften in der Vergangenheit zahlreiche Fahrer den letzten und entscheidenden Sprung in die Königsklasse. Allerdings gibt es Unterschiede beim Format.

An einem Rennwochenende finden zum Beispiel zwei Rennen statt. Samstags ein Rennen über 170 Kilometer oder 60 Minuten plus einem Pflichtboxenstopp. Besonderheit: Die Startaufstellung für das Sprintrennen (120 Kilometer oder 45 Minuten) wird durch den ersten Lauf ermittelt, wobei die ersten Acht in umgekehrter Reihenfolge starten. Hinzu kommt: Punkte gibt es wie in der Formel 1, dazu aber auch vier für die Pole und zwei für die schnellste Rennrunde.

Chancen: Wie Schumacher sich als Rookie schlagen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer zu beurteilen. Was man sagen kann: Der 19-Jährige wird seine nächsten Schritte machen. Er wird auch Fehler machen, Rückschläge erleben. Lernen. So wie er es bislang auch getan hat.

All das ist auch einkalkuliert, immerhin hätte er mit seiner Superlizenz schon jetzt in die Formel 1 gehen können. Das hätte aber nicht zum Plan gepasst, wäre zu schnell gegangen. Denn bei aller Euphorie nach seinem Formel-3-Titel ist klar, dass er natürlich noch nicht reif ist für die Königsklasse. Diese Reife soll und muss nun in der Formel 2 kommen. Er wird als Neuling wieder Welpenschutz genießen, die Erwartungen an einen Schumacher sind aber generell hoch, er wird im Vorzimmer der Formel 1 noch mehr unter Beobachtung stehen.

Klar ist: Die Unterschiede innerhalb der Teams sind teilweise ordentlich, Prema gehört aber zu den Mannschaften, die mit Top-Material ausgerüstet sind und dementsprechend Möglichkeiten haben. Heißt: Schumacher hat gute Voraussetzungen, sollte mit seinem Auto konkurrenzfähig sein.

Wie es auch gehen kann, bekam Maximilian Günther zu spüren, eine weitere deutsche Nachwuchshoffnung. Der frühere Prema-Teamkollege von Mick in der Formel 3 war, ebenfalls mit dem Formel-1-Traum ausgestattet, mit seinem Arden-Team 2018 unterlegen und daher auf der Strecke meist chancenlos. Er wechselte nun in die Formel E.

Es ist eben nicht alles planbar.


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