Warnung von Ralf Schumacher: Grosse Herausforderungen fürs Audi-Werksteam
Das Audi-Team hat bei den Tests einen starken Eindruck hinterlassen, wie Sky-Experte Ralf Schumacher betont. Der ehemalige GP-Pilot weiss aber auch: Das Team muss grosse Herausforderungen meistern.
Der Start ins Formel-1-Abenteuer ist Audi geglückt: Das Werksteam des deutschen Autobauers konnte im Rahmen der Vorsaison-Testfahrten insgesamt 851 Runden drehen und dabei mehr als 2775 Kilometer zurücklegen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass der Motor im Chassis aus Hinwil brandneu ist.
Das weiss auch Ralf Schumacher, der in seiner Sky-Sport-Presserunde über die Test-Performance der Marke mit den vier Ringen sagt: «Ich fand schon, dass es überraschend war, ganz generell war es beeindruckend, wie viel gefahren wurde, wenn man bedenkt, dass alles neu gebaut wurde. Bis auf den Aston Martin – oder besser gesagt Honda, muss man fairerweise sagen – sind die Autos sehr stark unterwegs.»
«Klar gab es einige Kinderkrankheiten in Barcelona, aber das gehört dazu», erklärt der ehemalige GP-Pilot und heutige Sky-Experte. «Ich war sowieso beeindruckt, wie viele Runden alle gefahren sind und das natürlich auch inklusive Audi. Und ich muss sagen, das sah ja gar nicht so schlecht aus. Ich möchte immer noch mal in Erinnerung rufen, wo ist das Team? Wer ist bis jetzt dazugekommen? Wie viele Leute fehlen noch?» Deshalb habe F1-Projektleiter Mattia Binotto auch zur Geduld gemahnt. «Er sagte, das wird mindestens zwei bis drei Jahre dauern, bis sie vielleicht mal um den Sieg mitfahren können.»
Standort-Nachteil Schweiz
Die Herausforderungen liegen auf der Hand. «Ganz einfach: Du kommst alleine auf den Markt, bist alleine als Team da und musst natürlich gucken, wie stark ist mein Motor im Verhältnis zum Rest. Obwohl ich nicht weiss, wie gut mein Auto ist. Das ist eine Herausforderung. Und jetzt kam ja noch diese ganze Energie-Rückgewinnung dazu. Schalte ich runter oder nicht? Habe ich die richtigen Gänge dafür, dass ich zum Beispiel auch im ersten Mal in eine Kurve reinfahren kann? Oder ist der zu kurz? Also es kommen viele Sachen aufs Team zu», weiss der sechsfache GP-Sieger.
Und Schumacher warnt: «Es ist schön, wenn ein Konzern eintritt in die Formel 1, aber der Konzern muss auch zugleich draussen bleiben. Die Vorstandsebene sollte sich da nicht gross mit beschäftigen, denn das bringt Unruhe rein. Vorstände ändern sich, Vorstände haben verschiedene Ziele und das kann die Formel 1 nicht brauchen.» Als positives Beispiel nennt er Mercedes mit Teamchef Toto Wolff. «Die haben das sehr gut geregelt», erklärt er.
Eine weitere Herausforderung ist der Standort, denn das Chassis wird im bisherigen Sauber-Werk in der Schweiz entwickelt und gebaut. Der 50-Jährige weiss: «Es ist einfach so schwer, die Mitarbeiter zu bekommen, weil da auch Familien sind. Die sagen sich, nee, also ich gehe jetzt nicht in die Schweiz für zwei Jahre und hole die Kinder aus der Schule und alles Mögliche. Das ist echt eine Mammutaufgabe. Deshalb drücke ich ihnen die Daumen.»
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