Formel 1

Ferrari kneift bei Reifen: Zak Brown (McLaren) baff

Von - 17.05.2019 19:40

​Wenn die Formel-1-Rennställe für Serienlieferant Pirelli die neuen Niederquerschnittsreifen auf 18-Zoll-Rädern testen, wird Ferrari fehlen. McLaren-CEO Zak Brown ist baff wegen dieser Entscheidung.

Formel-1-Alleinausrüster Pirelli hatte an alle Rennställe eine Aufforderung geschickt: «Baut einen umgebauten 2018er Rennwagen zur Erprobung von 18-Zoll-Rädern für 2021.» Zur Saison 2021 hin wird die Formel 1 auf Niederquerschnittreifen rollen, montiert auf 18-Zoll-Felgen. Ende Januar 2019 bestätigt Pirelli-Rennchef Mario Isola in Mailand, wie das Entwicklungsprogramm abgewickelt werden soll. In der ersten Saisonhälfte 2019 werden die Rennställe Reifen für die Saison 2020 testen, ab Spätsommer beginnt beim italienischen Traditionsunternehmen die Vorbereitung auf die Saison 2021.

Nur drei Rennställe haben sich bereit erklärt, Übergangsfahrzeuge zu bauen – Mercedes, McLaren und Renault. Ferrari nicht. Teamchef Mattia Binotto in Spanien: «Wir haben beschlossen, nicht an diesem Programm teilzunehmen. Das ist uns alles zu kurzfristig, es fehlen die Ressourcen. Aber wir werden ein solches Auto für 2020 bauen. Wir haben nicht den Eindruck, dass wir etwas verpassen. Das ist ein frühes Stadium der Entwicklung, und die sieben Rennställe, die kein Übergangsfahrzeug bauen, werden von den anderen drei alle Daten erhalten.»

McLaren-CEO zeigt sich verblüfft, dass Ferrari nicht am Testprogramm teilhaben will. Er misstraut der Erklärung, in Maranello mangle es an Ressourcen. «Meine Vermutung ist eher, dass es für diese Entscheidung andere Gründe gibt. Wir hingegen wollen dem Sport etwas beitragen. Zudem lassen wir uns diese Chance nicht entgehen, so früh als möglich Erfahrungen zu sammeln. Das muss keinen Vorteil für die Saison 2021 bedeuten. Denn die Informationen sind tatsächlich allen zugänglich. Aber wenn wir eng mit Pirelli zusammenarbeiten, so ist das gewiss kein Nachteil.»

Auch Racing Point hat darauf verzichtet, ein Versuchsfahrzeug zu bauen. Technikchef Andy Green: «Wir haben schlicht die Kapazität nicht, um ein rollendes Labor zu bauen. Ein Auto für die neuen Felgenmasse anzupassen, das bedeutet markant mehr Arbeit. Wir reden hier von einem halben Dutzend Fachkräfte und hunderttausenden von Pfund.»

«Als wir 2017 die neuen, breiteren Reifen erhielten, war es gewiss von Nachteil, auf das Testen zu verzichten. Ob das beim nächsten Mal auch so sein wird, weiss ich nicht. Ich hoffe nicht!»

«Letztlich kann dich die Entwicklungsarbeit auch dazu verleiten, in die falsche Richtung zu gehen. Also bin ich zufrieden damit, irgendwann die richtigen Pirelli-Walzen zu erhalten und mit der Arbeit anzufangen. Den Top-Teams traue ich zu, dass sie aus den gesammelten Daten das Wichtige herauslesen. Die Umstellung ist beträchtlich. Wir werden keine Heizdecken mehr haben, das ist eine grosse Sache.»

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McLaren und Renault bauen für Pirelli Versuchsautos, Ferrari nicht © LAT McLaren und Renault bauen für Pirelli Versuchsautos, Ferrari nicht Mario Isola von Pirelli © LAT Mario Isola von Pirelli McLaren-CEO Zak Brown mit Lando Norris © LAT McLaren-CEO Zak Brown mit Lando Norris Racing-Point-Technikchef Andy Green © LAT Racing-Point-Technikchef Andy Green
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