Lewis Hamilton (Mercedes/1.): «Was für ein Tag!»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton

Lewis Hamilton

​Ein wenig Glück war auch dabei, aber es war das Glück des Tüchtigen: Lewis Hamilton gewinnt sein Heimrennen in Silverstone und baut den Vorsprung in der WM auf den zweitplatzierten Valtteri Bottas weiter aus.

«Was für ein Tag!» bedankte sich Lewis Hamilton nach seinem Rekordsieg beim britischen Grand Prix – kein anderer Fahrer hat dieses Rennen sechs Mal gewinnen können. Als stolzer Brite schnappte sich Hamilton auf der Auslaufrunde einen Union Jack und wedelte damit in der Luft herum. Dann warf er sich in die Arme seines Teams.

Lewis profitierte von der makellosen Arbeit seiner Mercedes-Mannschaft. Als wegen des gestrandeten Alfa Romeo-Sauber von Antonio Giovinazzi das Safety-Car auf die Bahn kam, reagierte die Boxenmannschaft des fünffachen Champions sofort und holte den Briten unverzüglich zum Reifenwechsel herein. Weil das Timing für Lewis ideal war und Valtteri Bottas ein weiteres Mal hereinkommen musste, war das gewissermassen der Steilpass, den Hamilton eiskalt zum Siegtor nutzte, wenn der Fussballvergleich erlaubt ist.

80. Grand-Prix-Triumph also vor einem Publikum, das völlig aus dem Häuschen ist, der sechste Sieg in Silverstone nach 2008 sowie 2014 bis 2017, der sechste Sieg auch in der Saison 2019 (nach Bahrain, China, Spanien, Monaco und Kanada).

Hamilton, nachdem er aus seinem Renner gestiegen war: «Ich bin noch ganz ausser Atem. Es macht mich dermassen stolz, hier stehen zu dürfen. Ich habe meine ganze Familie hier. Ich sah in jeder Runde all diese Flaggen. An diesem Anblick kann ich mich gar nicht sattsehen. Ich erhalte von den tollen Fans jedes Jahr so viel Unterstützung hier, aber jedes Jahr fühlt es sich an, als wäre es das erste Mal.»

«Ein Riesendankeschön an meine Truppe, ich kann gar nicht genug betonen, wie wichtig sie sind dafür, was wir auf der Rennpiste umsetzen können. Sie sollen wissen, wie sehr ich ihre Arbeit schätze.»

So wird Hamilton in der WM von Valtteri Bottas nicht aufzuhalten sein, es steht nun 223:184 für den Engländer.

Der Finne meinte: «Was soll ich sagen? Die Safety-Car-Phase hat Lewis voll in die Hände gespielt. Gratulation an Lewis. Zu Beginn konnte ich das Rennen kontrollieren, ich hatte einen feinen Kampf mit Hamilton, aber dann hat die Safety-Car-Phase alles durcheinandergebracht. Das war eben nicht mein Tag.»

«Das Duell mit Lewis hat Spass gemacht. Ich weiss allerdings nicht, ob Toto Wolff so viel Spass gemacht hat. Ich muss das Positive mitnehmen: Mein Speed stimmte, und ich habe Lewis im Abschlusstraining geschlagen. Wir haben ein packendes Duell gezeigt. Das hier ist noch nicht vorbei, ich kämpfe weiter.»

Hamilton schnappte sich in der letztem Runde des Rennens auch noch die beste Rennrunde. Lewis: «Ich musste oft an meinen ersten Sieg hier vor elf Jahren denken, als ich zum Ziel fuhr und die ganzen Menschen hörte, da war genau dieses Gefühl wieder da. Ich habe das Privileg, hier diese grandiose Unterstützung zu erhalten. Es ist mir wichtig zu wissen, wie dankbar ich allen Fans dafür bin.»

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Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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