Ex-Verstappen-Stallgefährte Pierre Gasly (Alpine): «Derzeit nur Passagiere»
Max Verstappen und Lewis Hamilton haben die Rennwagen-Generation 2026 kritisiert. Auch GP-Sieger Pierre Gasly ist der Ansicht: «Es gibt so viel zu tun, derzeit sind wir Fahrer eher Passiere.»
Ferrari-Superstar Lewis Hamilton meinte im Rahmen der Wintertests von Bahrain, und das war kein Scherz: «Manchmal habe ich den Eindruck, um diese neuen Autos zu verstehen, braucht man einen Doktortitel.»
Max Verstappen hat klipp und klar gesagt, die neue Rennwagen-Generation beinhalte viel Energie-Management und wenig Racing, das sei keine Formel 1, die ihm gefalle.
Der frühere Verstappen-Stallgefährte Pierre Gasly (30), heute in Diensten der Rennmannschaft von Alpine, beschreibt seine Aufgabe wie folgt: «Derzeit gibt es am Lenkrad so viel zu berücksichtigen, dass es ziemlich schwierig ist, den Überblick zu behalten.»
«In Sachen Motor weiss ich, wie sich der Mercedes-Motor verhält. So kann ich ins Rennen gehen im Wissen, dass jemand, der sich auf einer Geraden für etwas mehr entscheidet, auf einer anderen Geraden darunter leiden wird. Weil wir den gleichen Motor haben wie das Werksteam, wie McLaren und wie Williams, kann ich diese Gegner recht gut einschätzen.»
Der 177-fache GP-Teilnehmer weiter: «Schwieriger hingegen wird es zu sagen, was die anderen Motorenhersteller machen; sie könnten auf einer Geraden mehr elektrische Energie einsetzen oder auf einer anderen weniger, das wird grössere Unterschiede in Rennsituationen erzeugen, in denen beide Autos mit Vollgas und Geradeaus-Modus unterwegs sind.»
«Fahrer mit mehr Mental-Kapazität im Vorteil»
«Fahrer, die etwas mehr mentale Kapazität haben, das alles auszutüfteln, die werden im Vorteil sein. Aber auch wenn du dazu in der Lage bist, so treffen wir zahlreiche Faktoren, über die wir keine Kontrolle haben.»
«Es gibt so viel zu tun, derzeit sind wir Fahrer eher Passagiere. Aber ich glaube, das wird sich bald ändern. Es ist nicht so einfach zu sagen: 'Oh, ich lade jetzt meinen Akku auf und setze die Energie hier ein, weil ich mich dafür entscheide, dies oder jenes zu tun.' Es ist viel komplexer als das.»
«Nicht alle Fahrer haben die gleichen Mittel»
«Ich glaube auch nicht, dass alle Motoren auf dem gleichen Stand sind in Sachen Energie-Haushalt, also beim Speichern oder Abgeben der elektrischen Energie. Es könnte also auch der Fall sein, dass ein Fahrer mit den ganzen Werkzeugen umgehen kann, aber gar nicht die Mittel hat, das zu tun. Ich will beim zweiten Bahrain-Test verschiedene Rennszenarien durchspielen, um das alles besser zu verstehen.»
Zum Schluss erlaubt sich der Sensationssieger von Monza 2020 einen Scherz: «Mein Plan für den Saisonauftakt ist einfach – gleich mal die Pole-Position holen, das Leben von dort aus ist viel einfacher.»
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