Button: «Vettel hat sein Talent nicht verloren»

Von Andreas Reiners
Formel 1
Jenson Button

Jenson Button

Am vergangenen Wochenende stieg in Hockenheim das große DTM-Finale. Zu Gast waren auch die beiden früheren Formel-1-Weltmeister Jenson Button und Nico Rosberg.

Button stieg selbst ins Auto, denn Nissan, Lexus und Honda schickten jeweils einen Boliden nach Hockenheim, da die beiden Serien miteinander kooperieren und ab 2020 mit dem gleichen Reglement fahren. Im November tragen DTM und Super GT sogar ein gemeinsames Event in Fuji aus.

Button saß im Honda NSX-GT, er fährt seit 2018 in der japanischen Super GT, holte in seinem ersten Jahr den Titel. Der Brite kommt herum, vor Hockenheim war er noch beim Formel-1-Rennen in Sotschi, als Experte für die britische Sky.

Wie sieht er die Situation von Sebastian Vettel bei Ferrari nach dem Strategie-Desaster? «Er ist aktuell in keiner einfachen Position. Sebastian ist vierfacher Weltmeister und hat nun einen jungen, talentierten Teamkollegen, der einen herausragenden Job macht. Aber sowohl Ferrari, als auch die Fans stehen hinter ihm. Das spüre ich immer, wenn ich vor Ort an der Strecke bin», sagte Button ran.de.

Der 39-Jährige betonte: «Sebastian hat sein Talent ja nicht verloren. Es ist immer noch da. Er geht momentan einfach durch eine brutal schwierige Phase. Es gibt immer gewisse Autos, die zu gewissen Fahrern passen. Im Moment passt sein Auto vielleicht einfach nicht so ganz zu seinem Stil. Sebastian wird darauf hoffen, dass das in der nächsten Saison wieder mehr der Fall sein wird.»

Auch Rosberg wurde nach Vettel gefragt. Der Champion von 2016 war in Hockenheim, um den Titelgewinn des Audi-Teams Rosberg und Rosberg-Pilot René Rast zu feiern.

Wie schätzt er die Situation von Vettel bei Ferrari ein? «Bei Sebastian ist es momentan einfach so, wie es manchmal so kommt, in einer Rennfahrer-Karriere – da geht es hoch, es kommen aber auch immer wieder schwierige Situationen. Aber jetzt hat er ja wieder ein bisschen Aufwind, fährt wieder richtig gut und kommt offenbar wieder in eine bessere Phase. Er wird sich schon zurück kämpfen», sagte Rosberg.

Er selbst weiß, wie schwierig das Verhältnis zu einem Teamkollegen sein kann, vor allem, wenn man auf Augenhöhe fährt. Mit Lewis Hamilton hat er sich immer wieder heiße Duelle geliefert, auch verbal.

Er sagt deshalb: «Das ist schon sehr schwierig, vor allem, wie man teamintern damit umgeht. So etwas ist richtig politisch, da muss man gemeinsam sehr clever agieren. Das ist ein schmaler Grat. Vor allem für Charles Leclerc als noch sehr junger Fahrer ist es definitiv nicht so einfach, in so eine politische Situation wie jetzt bei Ferrari hineinzugeraten.»


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