Sebastian Vettel über Ferrari: «Ich bereue nichts»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel und sein Vater Norbert

Sebastian Vettel und sein Vater Norbert

​Der vierfache Formel-1-Champion Sebastian Vettel zog Ende 2013 zu Ferrari, um mit den Italienern Weltmeister zu werden. «Diese Mission ist gescheitert», gibt der Heppenheimer zu, «aber ich bereue nichts.»

Sebastian Vettel wird Ferrari Ende 2020 ohne weiteren WM-Titel verlassen. Er ist in edler Runde: Von 109 Piloten von Ferrari wurden nur neun im roten Overall Champion! Das sind Alberto Ascari (1952 und 1953), Juan Manuel Fangio (1956), Mike Hawthorn (1958), Phil Hill (1961), John Surtees (1964), Niki Lauda (1975 und 1977), Jody Scheckter (1979), Michael Schumacher (2000 bis 2004) sowie Kimi Räikkönen (2007).

Niemand kann Sebastian Vettel vorwerfen, er habe sich zu wenig ins Zeug gelegt, um mit Ferrari Weltmeister zu werden. Vielleicht hat es einfach nicht sein sollen. Wenn wir uns ansehen, wer alles bei Ferrari am Titel vorbeigeschrammt ist, dann ist Vettel in überaus prominenter Gesellschaft.

Fernando Alonso kam als zweifacher Weltmeister mit Renault (2005 und 2006) zu Ferrari. Aber über drei zweite Schlussränge 2010, 2012 und 2013 kam der Asturier nicht hinaus – vor der Sonne stand ihm ausgerechnet jener Sebastian Vettel, der später sein Nachfolger in Maranello wurde. Damals fuhr Seb für Red Bull Racing und holte vier Titel in Serie (2010 bis 2013).

Alain Prost dockte mit drei WM-Titeln 1985, 1986 und 1989 von McLaren bei Ferrari an, wurde aber in Maranello nie glücklich. 1990 wurde auch der Franzose WM-Zweiter. Ende 1991 verglich er seinen roten Renner als Lastwagen und wurde für diese Gotteslästerung gefeuert.

Weitere WM-Zweite mit Ferrari: Michael Schumacher (1998 und 2006), Felipe Massa (2008), Rubens Barrichello (2002 und 2004), Sebastian Vettel (2017 und 2018), Clay Regazzoni (1974), Eddie Irvine (1999), Michele Alboreto (1985), Niki Lauda (1976), Jacky Ickx (1970), Giuseppe Farina (1952) und Alberto Ascari (1951).

Vettel ist ein bekennender Historien-Fan, in der Rennsportgeschichte sehr belesen. «Ferrari ist Legende, und ich empfinde es als ein Privileg, für diesen Rennstall fahren zu können», sagte Vettel, nachdem er für die Italiener unterzeichnet hatte. «Den Moment, als ich erstmals das Werksgelände betrat, werde ich mein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen.»

Vor dem dritten WM-Lauf der Saison in Ungarn hat Sky-GP-Experte Martin Brundle Vettel zum Interview gebeten. Auf die Frage, ob er seinen Wechsel zu Ferrari bereue, sagt Sebastian: «Meine Mission bestand darin, mit Ferrari Weltmeister zu werden, das haben wir nicht geschafft, also ist diese Mission gescheitert. Aber wir hatten auch gute Jahre mit einigen Highlights, ich bereue nichts. Ferrari war immer mein Traum, erheblich inspiriert von Michael Schumacher im roten Rennwagen.»

Sebastian Vettel bei Ferrari

2015
19 Rennen, 3 Siege, 3 Mal Zweiter, 7 Mal Dritter, 1 Pole-Position, 1 beste Rennrunde – WM-3.

2016
20 Rennen, kein Sieg, 3 Mal Zweiter, 4 Mal Dritter, keine Pole, 3 beste Rennrunden – WM-4.

2017
20 Rennen, 5 Siege, 6 Mal Zweiter, 2 Mal Dritter, 4 Pole-Positions, 5 beste Rennrunden – WM-2.

2018
21 Rennen, 5 Siege, 4 Mal Zweiter, 3 Mal Dritter, 5 Pole-Positions, 3 beste Rennrunden – WM-2.

2019
21 Rennen, 1 Sieg, 5 Mal Zweiter, 3 Mal Dritter, 2 Pole-Positions, 2 beste Rennrunden – WM-5.

2020
3 Rennen, ein sechster Platz, ein zehnter Platz – WM-10.

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