Marko erklärt Dämpfer-Verbot

Von Peter Hesseler
Formel 1
Dr. Helmut Marko im Gespräch mit Franz Tost

Dr. Helmut Marko im Gespräch mit Franz Tost

Red-Bull-Berater verweist auf passives Fehlverhalten von Red Bull Racing und zeigt auf Gegner Ferrari.

Man kann in der Formel 1 offenbar nie schlecht genug denken.

Nachdem rausgekommen ist, dass Red Bull Racing bei einem der zurückliegenden Rennen von der FIA gedungen wurde, einen von Hand verstellbaren Stabilisator im Vorderwagen zu ersetzen, kontert nun Red-Bull-Berater Dr. Helmut Marko: «Ich weiss nicht, warum sich alle so aufregen. Wir haben den betreffenden Dämpfer nie von Hand verstellt.»

Die Dämpfer dürfen laut Reglement nur maschinell verstellbar sein, damit die FIA-Kommissare während der Parc-fermé-Zeiten einen besseren Überblick über das haben, was die Mechaniker am Auto machen. Denn ein von Hand zu bedienender Dämpfer ist schneller und auffälliger um ein, zwei Grad zu verstellen…

Hintergrund dieses Regel-Paragrafen: Die Dämpfereinstellungen zwischen Quali und Rennen zu verändern, ist verboten.

Dr. Markos Versicherung, das Team habe nie Hand angelegt, in Ehren, ändert aber nicht das geringste am Sachverhalt, sondern wirft darüber hinaus im Gegenteil die Frage auf: Warum hat das Team diesen regelwidrigen Dämpfer denn eingebaut?

Das Thema hat einen ähnlichen Geruch wie Mitte der 90er Jahre eine Traktionskontrolle, die im Benetton-Ford verfügbar war, aber laut Team im Wettbewerb nie aktiviert wurde.

Dr. Marko verweist überdies auf Ferrari: «Wir wissen, dass Ferrari etwas Ähnliches für ein Jahr benutzte.»

Das eigene Fehlverhalten mit gegnerischem zu rechtfertigen, wird Red Bull Racing beim Automobil-Weltverband, der sich jüngst treffsicher auf das Team eingeschossen hat, kaum Pluspunkte einbringen. Denn als nächstes müssen sich die Offiziellen dann zu Ferrari äussern. Das bedeutet: Arbeit, um den Fall zu recherchieren, um sich kundig zu machen. Es bedeutet weitere negative Schlagzeilen. Es bedeutet – vielleicht – lange offizielle Erklärungen. Es ist in jedem Fall eine höchst unwillkommene Unterbrechung der Routine der Funktionäre. Das mögen sie nicht besonders.

Es würde dem in der Konstrukteurswertung führenden Team eher dienlich sein, den Kommissaren (nach der Sommerpause) für einige Wochen mal nicht aufzufallen. Und wenn, dann allenfalls durch vorbildliche, unstrittige technische Lösungen am Auto.

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