Frau am Steuer

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Divina Galica scheiterte drei Mal im Quali

Divina Galica scheiterte drei Mal im Quali

Weshalb sitzen nicht mehr Frauen in Formel-1-Cockpits? Diese Frage spaltet das Fahrerlager.

«Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten zehn Jahren eine Frau in der Formel-1-Startaufstellung sehen werden», erklärte Williams-Entwicklungsfahrerin Susie Wolff nach ihrem ersten Formel-1-Test, den sie Mitte Woche im Vorjahres-Boliden in Silverstone absolviert hat. Die Gattin von Team-Teilhaber Toto Wolff ist überzeugt, dass der Weg in die Königsklasse nicht vom Geschlecht abhängt: «Wir Frauen haben 30 Prozent weniger Muskeln, deshalb müssen wir härter arbeiten, aber das heisst nicht, dass Frauen kein F1-Auto steuern können», erklärt die DTM-Pilotin gegenüber BBC Sport.

Trotzdem schaffen es nur wenige Frauen in ein Formel-1-Cockpit, wie der Blick in die Geschichtsbücher verrät. In diesem Jahr durften zwar gleich zwei Pilotinnen Königsklassen-Luft schnuppern: Neben Wolff bestritt auch Maria de Villota in diesem Jahr einen Formel-1-Test. Doch die Geradeausfahrt im aktuellen Marussia-Boliden in Duxford (GB) endete mit einem Horror-Unfall. Die 32-jährige Spanierin kollidierte mit der offenen Laderampe eines Service-Trucks und zog sich dabei schwere Kopfverletzungen zu. Die Tochter des ehemaligen Formel-1-Piloten Emilio de Villota, die ihre F1-Premiere schon 2011 für Renault (heute Lotus) bestritten hatte, verlor dabei ihr rechtes Auge.

Auch Wolffs einstige DTM-Konkurrentin Katherine Legge sass schon im Formel-1-Boliden. Die heutige IndyCar-Pilotin crashte den Minardi-Boliden 2005 schon in der zweiten Runde ihres ersten Testtages in Vallelunga. Drei Jahre zuvor nutzte die damalige IndyCar-Fahrerin Sarah Fisher die Gelegenheit, in Indianapolis ein paar Demorunden im McLaren zu drehen.

Doch man muss schon weit zurückblättern, um die letzte GP-Teilnahme einer Frau zu finden. Die Italienerin Lella Lombardi bestritt 12 WM-Läufe, fünf Mal scheiterte sie an der Qualifikation. Sie stand letztmals beim Österreich-GP 1976 am Start. Lombardi ist bis heute die einzige Frau, die in der F1-WM punkten konnte: 1975 sicherte sie sich einen halben Punkt beim Rennen in Spanien, das wegen Rolf Stommelens Abflug in die Zuschauer vorzeitig abgebrochen wurde (vier GP-Besucher wurden tödlich verletzt).

Letztmals versuchte sich Giovanna Amati 1992 in der Königsklasse. Die Brabham-Pilotin aus Rom scheiterte aber sowohl in Brasilien, als auch in Mexiko und Südafrika an der Qualifikation. Das gleiche Schicksal hatte zuvor die Britin Divina Galica (1976 und 1978) und die Südafrikanerin Desiré Wilson (1980) ereilt.

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