Martin Whitmarsh: «Pirelli hat zu spät reagiert»

Von Petra Wiesmayer
Formel 1
Martin Whitmarsh: Pirelli hätte die Teams ignorieren sollen

Martin Whitmarsh: Pirelli hätte die Teams ignorieren sollen

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh klagt Pirelli an, sie hätten zu lange gewartet, Änderungen an den Reifen vorzunehmen.

Eigentlich wollte Reifenlieferant Pirelli bereits nach dem Grand Prix von Spanien Änderungen an den Walzen vornehmen nachdem sich das Problem der Delaminierung schon in Bahrain gezeigt hatte. Drei Teams machten den Italienern aber einen Strich durch die Rechnung. Anders als die Konkurrenz kamen Force India, Lotus und Ferrari nämlich recht gut mit den neuen Konstruktionen und Mischungen zurecht und fürchteten, dass ihnen Änderungen Nachteile bringen würden. Erst nach dem Debakel in Silverstone waren sich alle einig, dass etwas geschehen müsse, um weiteren Vorfällen dieser Art künftig vorzubeugen.

Pirelli hätte schon viel früher darauf bestehen müssen, die Reifen zu ändern, sagt nun Martin Whitmarsh. «Wenn man Fehler gemacht hat, und die haben auch wir im Laufe der Jahre gemacht, dann gibt man die nur ungern zu», wird der McLaren-Chef von Autosport zitiert. «Man hat immer Angst davor, was die Medien daraus machen. Es war vielen klar, dass es Probleme mit den Reifen gab, aber man wollte das nicht zugeben und die Teams werden immer in erster Linie in ihrem eigenen Interesse stimmen.»

Er hätte bereits Wochen vor dem Rennen in Silverstone zu Pirelli gesagt, dass man die Teams ignorieren müsse, fuhr Whitmarsh fort. «Ihr seid die Experten, ihre habt die Verantwortung dafür, uns sichere Reifen zu liefern. Ihr müsst etwas unternehmen.» Pirelli habe jedoch auf die Teams gehört, die sich gegen eine Änderung ausgesprochen hätten, erklärte der Brite und Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery musste dem zustimmen.

«Wahrscheinlich», antwortete er auf die Frage, ob Pirelli sich härter für Änderungen hätte stark machen sollen. «Ich glaube, wir waren einfach zu gutmütig und haben versucht, es allen recht zu machen, und jedes Mal, wenn wir etwas probiert haben, sind wir in Schwierigkeiten geraten. Wir wollen nur unseren Job machen. Wir haben kein Interesse daran, jemand anders zu helfen», sagte Hembery in Andeutung auf den umstrittenen Test mit Mercedes nach dem Grand Prix von Spanien.

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