Sebastian Vettel: «Mit Buhrufen muss ich halt leben»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Vettel verraucht einen Vorderreifen, Mark Webber liegt im toten Winkel

Vettel verraucht einen Vorderreifen, Mark Webber liegt im toten Winkel

Wer soll diesen Sebastian Vettel aufhalten? Fünfter Saisonsieg für den Weltmeister, zweiter Triumph in Folge, schon 53 Punkte Vorsprung auf Fernando Alonso (Ferrari).

Die Twitter-Gemeide reagiert feinfühlig auf die Überlegenheit von Red Bull Racing. «Mark Webber fährt mit kaputtem Frontflügel schneller als die Konkurrenz mit tadellosen Teilen», steht da zu lesen, und ein anderer meinte, ob der Überlegenheit von Sebastian Vettel: «Monzzzzzzzzzzzzzzza.»

Tatsächlich kann sich derzeit nur einer schlafen legen: Champion Sebastian Vettel. Er liegt nun 53 Punkte vor dem WM-Zweiten Fernando Alonso, das entspricht mehr als zwei GP-Siegen.

Die Überlegenheit wird durch nackte Zahlen dokumentiert: Fünfter Saisonsieg (nach Malaysia, Kanada, Deutschland und Belgien), 32. GP-Sieg insgesamt (damit hat der Heppenheimer nun gleich viele wie Fernando Alonso), dritter Sieg in Monza (nach 2008 und 2011), zweiter Sieg in Folge (nach Belgien), vor allem jedoch hat Vettel mehr als drei Mal so viele Führungsrunden wie der Nächstfolgende (Lewis Hamilton).

In dieser Form ist es nur eine Frage der Zeit, bis Sebastian Vettel seinen vierten Titel in Serie sicherstellt. Aber jede Fahrt, auch die Fahrt zum Sieg, ist ein Ritt auf einer Rasierklinge.

Sebastian Vettel: «Ein grossartiges Ergebnis, aber wir hatten unsere Probleme mit dem Getriebe. Zum Glück hatte ich ein grosszügiges Vorsprungkissen auf Fernando.»

«Ich bin sehr zufrieden, denn es war kein einfaches Rennen. Mein Start war eher naja, es dauerte zu lange, bis die Kupplung griff, zudem hatte ich Mark im toten Winkel und war mir nicht ganz klar, was er tun würde. Ich habe dann sehr spät gebremst, das Vorderrad blockierte, da handelte ich mir eine Bremsplatte ein, das war beim Fahren sehr unangenehm. Ich wusste nicht, ob der Reifen bis zum ersten Stopp halten würde.»

Zurück zum Getriebe: Wie sehr hing dieser Sieg an einem Seidenfaden?

Sebastian: «In den letzten zehn bis fünfzehn Runden war der Herzschlag schon etwas höher, im Cockpit und auch an der Boxenmauer. Es gab ein Problem, daher wurde ich gebeten, beim Schalten vom Fünften in den Sechsten die Gänge nicht auszudrehen, um die Belastung in Grenzen zu halten. Zum Glück hat alles gehalten. Wir hatten schon am Freitag ein Problem mit dem Getriebe und haben dann für Samstag und Sonntag ein neues eingebaut. Als Fahrer kannst du nicht viel machen. Du versuchst einfach, dich an die Anweisungen deiner Mannschaft zu halten und den Wagen so sehr als möglich zu schonen.»

Die Buhrufe für Vettel häufen sich

Auch auf dem grossartigsten Siegerpodest des Jahres gab es Buhrufe für den Weltmeister. Sky-TV-Experte Martin Brundle: «Hier in Italien hat das zwei Gründe. Zum einen wird grundsätzlich jeder ausgepfiffen, der nicht entweder für Ferrari fährt oder im nächsten Jahr ein Ferrari-Fahrer ist. Zum anderen scheint Vettel im Kampf gegen Ferrari-Star Alonso in der WM zu enteilen. Das schmeckt natürlich den Tifosi nicht.»

Sebastian Vettel sind die Buhrufe in diesem Sommer nicht entgangen: «Ich schätze, wenn du nicht für ein italienisches Team fährst, so wie ich damals 2008 für Toro Rosso, oder in Rot auf dem Podium stehst, dann musst du damit leben.»

Aber tut das nicht in der Seele weh?

Vettel: «Zum Glück weiss ich ja auch, wie sich das 2008 anfühlt, da wurde ich von einer Woge der Begeisterung getragen. Für mich gilt die Gleichung – je mehr gebuht wird, desto besser haben wir offenbar unseren Job gemacht. Ich bin den Italienern nicht böse, jeder weiss, wie sehr sie Ferrari lieben. Da ist jener Pilot, der den besten Ferrari-Fahrer schlägt, halt nicht der Beliebteste.»

Wie geht es nun weiter?

Sebastian Vettel schmunzelt: «Nach dem Rennen schien mir Technikchef Adrian Newey so überrascht zu sein wie ich selber, dass wir hier gewinnen konnte. Vor dem Monza-Wochenende hatte er mir noch gesagt: „Nun, dann üben wir uns mal in Schadensbegrenzung.“ Jetzt habe ich ihn zur Seite genommen und gesagt: «Also wenn dieses Ergebnis Schadensbegrenzung sein soll, dann können wir das von mir aus bei jedem Rennen so machen!»

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