Kai Ebel, RTL: Die Guten, die Bösen, die Hässlichen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Kai Ebel hat alles im Griff

Kai Ebel hat alles im Griff

Er ist bei RTL der bunte Hund und der Hansdampf in Sachen Fahrerinterview, aber im Interview zeigt Kai Ebel, dass er mehr vorweisen kann einen exotischen Modegeschmack – Teil 1.

Kurz nachgerechnet wird Kai Ebel – rasender Reporter in RTL-Diensten – in der Saison 2015 400 Grands Prix alt. Wir haben den 49-Jährigen aus Mönchengladbach schon vor her um eine kleine Bilanz gebeten.

Kai, die Formel-1-WM 2013 ist bald vorbei – welches war für dich persönlich der eindrucksvollste Moment dieser Saison?

Das war das Interview mit Sebastian Vettel nach dem Sicherstellen des WM-Titels in Indien, weil er da mehr von sich preisgegeben hat als üblich. Wir sind da tief in seine Gefühlswelt, in seine Emotionen abgetaucht. Ich wurde da später auch oft zitiert. Das macht einen schon ein bisschen stolz. Es war eben ein etwas längeres Interview, etwas privater, etwas intensiver, das hat schon Spass gemacht.

Hängengeblieben ist auch: bei mir im Interview hat Vettel in Singapur diesen vielzitierten Satz fallen lassen, wonach die anderen eben ihre Eier an den Pool hängen, während bei Red Bull Racing noch immer weiter gearbeitet werde. Die Reaktionen darauf waren heftig.

Und was mich persönlich irrsinnig gefreut hat: Beim Rennen auf dem Nürburgring in diesem Jahr durfte ich die Interviews auf dem Siegerpodest machen. Normalerweise ist das ja nur ehemaligen Rennfahrern vorbehalten. Bernie entschied, mich zu nehmen. Das freute mich sehr. Und dann gewann auch noch mit Vettel ein Deutscher, den Blick hinunter in die Menge werde ich nie vergessen. Auch deshalb nicht, weil Sebastian mich anschaute und fragte: «Was machst du denn hier?»

Wer ist für dich der Aufsteiger des Jahres?

Das wird jetzt etwas seltsam klingen, weil er ja nicht zum ersten Mal Formel fährt, aber: die Art und Weise, wie sich Nico Hülkenberg bei Sauber aus der Krise zu Beginn der Saison gearbeitet hat, das finde ich schon sehr eindrucksvoll. Ich will auch Romain Grosjean nennen, den viele vor knapp einem Jahr totgesagt hatten und von dem viele glaubten, er würde im Schatten von Kimi Räikkönen verblühen. Der Genfer hat aber gezeigt, dass er lernfähig ist.

Wer oder was hat dich 2013 enttäuscht?

Enttäuscht hat mich Lewis Hamilton. Der Brite hat eine so brutale Grundgeschwindigkeit, aber ich finde, er macht zu wenig daraus und fährt unter seinen Möglichkeiten. Als Team hat mich Ferrari enttäuscht, das war nicht zweite Geige, das war eher vierte Geige. Ohne Alonso wären die nirgens.

Viele deiner TV-Zuschauer wollen wissen: Wer ist im Umgang mit den Piloten pflegeleicht und wer ist eher schwierig?

Ich finde generell die Deutschen easy, weil die halt auch zu schätzen wissen, was RTL für sie tut und von ihnen möchte. Besonders leicht tue ich mich mit Nico Hülkenberg, weil ich ihn als Jury-Mitglied der Speed-Akademie der Deutschen Post Nico schon als Bub kannte. Da erhältst du natürlich einen anderen Zugang als wenn du einen Fahrer erst als fertigen GP-Piloten kennenlernst. Nicht ganz leicht ist Lewis Hamilton, auch bei Fragen, die wirklich viel Raum für gute Antworten böten, bekommst du je nach Tageslaune nureine ganz kurze Antwort. Das finde ich schade und unprofessionell.

Du wirst 2015 die Grenze von 400 Rennen knacken. Gibt es einen Auftritt, der dir besonders peinlich ist?

Im nachhinein ist mir sehr peinlich: Nach dem WM-Finale 1997 in Jerez mit der unrühmlichen Kollision zwischen Michael Schumacher im Ferrari mit dem Williams von Jacques Villeneuve den Schumi nicht gefragt habe – hast du das absichtlich gemacht? Ich habe nur darum herum geredet. Wir hatten dreieinhalb Stunden auf ihn gewartet und waren froh, dass er vor der Kamera überhaupt etwas sagt. Ich hatte ehrlich gesagt ein wenig Bammel, dass er mir bei der logischen, aber direkten Frage gleich davonlaufen würde. Aber ich hätte es tun müssen. Das ärgert mich noch heute.

Teil 2 des Interviews lesen Sie morgen.

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