Training: Wieder Ricciardo-Probleme mit Benzinfluss!

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1

Obwohl der Trainingsfreitag zum Grossen Preis von Malaysia für Red Bull Racing nicht nach Plan lief, sorgte Sebastian Vettel mit der drittschnellsten Runde für Hoffnung in der Weltmeister-Box.

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner fürchtet, dass uns das Thema Benzinfluss-Sensor noch eine Weile begleiten wird: «Heute morgen hat am Wagen von Daniel Ricciardo dieser Sensor überhaupt nicht funktioniert. Wir haben ihn dann ausgewechselt, und der Ersatz hat im zweiten freien Training zufriedenstellend gearbeitet.»

Der Ausschluss von Daniel Ricciardo nach Rang 2 in Melbourne hat hohe Wellen geworfen: RBR hat gegen die Disqualifikation des Australier Berufung eingelegt, am 14. April (dem Montag vor dem China-GP) treffen sich Vertreter des Rennstalls und des Autoverbands FIA vor dem Berufungsgericht in Paris wieder.

Reifen- und Energiemanagement im Fokus

Das erste freie Training offenbarte aber auch: Nicht nur der Spritverbrauch und die Probleme mit den Antriebseinheiten hielten die Formel-1-Ingenieure und Fahrer in Sepang auf Trab. Auch der Reifenverschleiss sorgte für Diskussionen. Denn dieser ist auf dem asiatischen Kurs besonders hoch, vor allem der linke Vorderreifen wird durch das Pistenlayout malträtiert. Bei Caterham-Pilot Marcus Ericsson zeigte am Nachmittag allerdings der rechte Hinterreifen Auflösungserscheinungen. Und Ferrari-Rückkehrer Kimi Räikkönen beschwerte sich – stellvertretend für alle Piloten – dass seine Hinterreifen schnell abbauten. Allerdings war der Finne zu diesem Zeitpunkt schon 18 Runden auf dem gleichen Satz unterwegs...

Eine weitere Herausforderung stellt sich den Formel-1-Assen bei der Energierückgewinnung. Ex-GP-Pilot Bruno Senna weiss: «Energie zu sammeln ist auf diesem Kurs ganz schwierig, denn es gibt nur drei heftige Bremszonen. Die ganzen flüssigen Kurven sind Gift für die Energie-Aufnahme. Das wird im Rennen interessant sein, denn die Fahrer müssen sich darauf vorbereiten, nicht die volle zusätzliche Energie von 160 PS über 33 Sekunden zur Verfügung zu haben.»

Erster Ausfall nach fünf Minuten

Kaum hatte das Nachmittagstraining begonnen, war es für Marussia-Fahrer Max Chilton auch schon wieder vorbei. Der 22-jährige Brite zwang das Auto in Kurve 3 in einen Dreher und blieb auf der Wiese stehen. Der ehemalige Formel-1-Pilot und heutige SkyTV-Experte Marc Surer erklärt: «Chilton hatte beim Herausbeschleunigen zu viel Drehmoment, danach hat er offensichtlich keinen Gang mehr reinbekommen.»

Das gleiche Problem ereilte Romain Grosjean. Der Lotus-Pechvogel, der schon am Morgen wegen Problemen mit der Batterie eine lange Zwangspause hatte einlegen müssen, musste keine 20 Minuten nach Trainingsstart im zweiten Gang an die Box zurückschleichen, nachdem sein Team ihn über Boxenfunk wissen liess: «Du kannst nicht mehr schalten, komm sofort an die Box zurück.» Surer weiss: «Da streikt die Steuerung für das Getriebe.» Nachdem das Problem behoben worden war, rückte der Genfer wieder aus – nur um knapp 18 Minuten vor dem Ende des Testtages wiederum mit einem Getriebedefekt auszurollen. Und Senna analysierte: «Der Gang sprach heraus – das deutet normalerweise auf ein gravierendes Problem hin.»

Die Krux mit dem Übersteuern

Einen spektakulären Dreher legte kurz darauf auch Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne in der letzten Kurve hin. Surer kommentierte trocken: «Das sah nicht nach einem Bremsproblem aus, er ist einfach etwas zu spät in die Kurve eingebogen. Das Übersteuern ist auf dieser Strecke offenbar ein Problem, mit dem alle Piloten zu kämpfen haben. Das erkläre ich mir so: Bisher hatten die Piloten Probleme, die Vorderreifen auf Temperatur zu bringen. Auch in Australien war das so. Hier ist es anders, und deshalb haben die Piloten plötzlich viel Grip auf der Vorderachse. Das ist eine Frage der Abstimmung, die Teams müssen vorne etwas Anpressdruck wegnehmen, um dies auszubalancieren.»

Rund 20 Minuten später bestätigte McLaren-Neuling Kevin Magnussen nach seinem ersten Reifenwechsel über Boxenfunk: «Das Auto Übersteuert stark, das Handling ist wirklich miserabel!» Surer erklärt: «Es ist gut möglich, dass sich das Handling des Autos mit dem Reifenwechsel stark verändert.»

Pechvögel Pastor Maldonado und Kamui Kobayashi

Gar nicht erst ausrücken konnten Lotus-Neuzugang Pastor Maldonado und Caterham-Pilot Kamui Kobayashi. Beide hatten schon am Morgen Trainingszeit eingebüsst: Der Venezolaner hatte das Training mit rauchendem Auspuff vorzeitig beendet, der Japaner musste wegen eines Problems mit der Batterie aussteigen. Auch Red Bull Racing-Pilot Sebastian Vettel wurde über Boxenfunk gewarnt: «Der Abbau auf dem Option-Reifen ist offensichtlich hoch, bitte schau auf deine Reifen.» Tatsächlich verriet ein schwarzer Streifen auf dem rechten Hinterreifen auch den aufmerksamen Beobachtern an der Strecke, wie sehr die Walzen des Weltmeisters litten.

Trotzdem sorgte der Fortschritt, den die Teams seit dem Saisonauftakt vor zwei Wochen in Melbourne machen konnten, selbst bei den Experten im Fahrerlager für hochgezogene Augenbrauen. Der ehemalige Formel-1-Pilot Martin Brundle staunte: «Es ist unfassbar, wie grosse Fortschritte die Teams allein seit Australien gemacht haben. Die Autos sind erheblich leichter zu fahren, du siehst von blossem Auge, wie die Piloten immer mehr Vertrauen in ihre Fahrzeuge aufbauen. Diese Entwicklung wird so weitergehen. In Kurve 8 liegen die Autos von Ferrari und McLarem am besten, hier sehen wir fast nichts davon, dass die Fahrer mit den 2014er-Autos tüchtig kämpfen müssen. Die Strassenlage dieser zwei Rennwagen ist eindrucksvoll.»

Am Ende behielt Rosberg mit 1:39,909 min die Nase vorn. Allerdings waren im Gegensatz zum Morgen mit Räikkönen und Vettel alle drei Motorenhersteller in der Top-3 vertreten. Hinter dem vierfachen Weltmeister reihten sich Lewis Hamilton, Fernando Alonso, Felipe Massa, Daniel Ricciardo, Jenson Button, Valtteri Bottas und Nico Hülkenberg auf den restlichen Top-Ten-Plätzen ein.

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