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Formel 1Kolumne

Justin Bieber: Selfie mit Bernie Ecclestone

Formel-1-Puristen mögen über die Promi-Besuche in Monte Carlo die Nase rümpfen. Trotzdem sind die Auftritte von Justin Bieber und Co. wichtig für die Königsklasse des Motorsports.

Im Artikel erwähnt


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Generationen-Treffen: Bernie Ecclestone und Justin Bieber trennen 62 Jahre
Generationen-Treffen: Bernie Ecclestone und Justin Bieber trennen 62 Jahre
Foto: Twitter
Generationen-Treffen: Bernie Ecclestone und Justin Bieber trennen 62 Jahre
© Twitter

Gleich vorweg: Die Schreiberin dieser Zeilen gehört weder zur Altersgruppe, in der die glühenden Anhänger von Justin Bieber zu finden sind, noch ist sie ein Fan seiner Musik. Doch das ist auch nicht nötig, um den Popstar in der Formel 1 herzlich willkommen zu heissen. Denn man kann vom 20-jährigen Kanadier halten, was man will, sein Besuch im Hafen von Monte Carlo ist dennoch ein gutes Zeichen für die Königsklasse des Motorsports, die seit Jahrzehnten nicht nur durch das Geschehen auf der Strecke von sich reden macht, sondern auch die Schlagzeilen der Gesellschaftsseiten füllt.

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Denn die Formel 1 droht zu überaltern – und dabei den Kontakt zur nächsten Generation zu verlieren. Während die GP-Piloten immer jünger werden, werden die Entscheidungsträger und Berichterstatter immer älter. Frische Ideen und Konzepte haben es schwer, Neuartiges wird grundsätzlich mit Skepsis aufgenommen.

Davon kann etwa Lewis Hamilton ein Liedchen singen. Als der frühere McLaren-Fahrer im Rahmen des Kanada-GP 2011 mit Rapper Ice-T einen unkonventionellen Gast in die Box holte, war die Empörung gross. Denn die Hip-Hop-Ikone hatte sich erdreistet, ein kleines YouTube-Werbefilmchen aus der Box des Teams aus Woking zu drehen, das innerhalb von wenigen Tagen mehrere Millionen Mal angeschaut wurde. Dem britischen Rennstall wurde umgehend auf die Finger geklopft, mit dem Video würden die Eigentumsrechte der Inhaber der Marke Formel 1 verletzt, tadelten die Anwälte in den Teppichetagen des Rechteverwalters CVC Capital Partners.

Hamilton erntete aber nicht nur von den Rechteverwaltern Kritik. Die Paddock-Anwesenheit seiner Bulldogge Roscoe oder seine Besuche im Musikstudio wurden mit einem Nasenrümpfen quittiert – und das nicht nur von den strengsten Beobachtern im Fahrerlager. Auch im Pressesaal, in dem die Haarfarbe grau dominiert, wurde über den extrovertierten Rennfahrer und seine Starallüren die Nase gerümpft.

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Da passt es ganz gut, dass mit Formel-1-Oberhaupt Bernie Ecclestone ein 83-Jähriger stellvertretend für die Königsklasse auf dem Selfie von Herrn Bieber in die Linse blickt. Wobei festgehalten werden muss: Trotz seines Alters hat der kleine Brite mit der grossen Brieftasche offenbar begriffen, wie wichtig die Anwesenheit von Teenie-Stars ist. Das hat er vielen, weitaus jüngeren Fahrerlager-Besuchern voraus. In den sozialen Medien wird Bieber unverhohlen aufgefordert das Weite zu suchen, die Formel 1 hätte auch ohne den wegen Trunkenheit und Drogenmissbrauch in die Kritik geratenen Popstar genügend Probleme.

Dass sich diese Probleme mitunter aus eben dieser Geisteshaltung ergeben, ist vielen nicht klar. Doch wer zu sehr auf die Formel 1 als geschlossene Gesellschaft für wenige Eingeweihte pocht, welche die Königsklasse auf eine ganz bestimmte Art zu lieben haben, denkt nicht langfristig. Denn wenn die alte Garde eines Tages nicht mehr unter uns weilt, hängt die Zukunft der Königsklasse von eben dieser Generation ab, die Justin Bieber mit seiner Fan-Gemeinde vertritt.

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